Politik | 08.12.2016

Ortsbeirat Leimersdorf arbeitete umfangreiche Tagesordnung ab

Fehlende Notwasserwege und Retentionsflächen

Ortsbeiratsmitglied Bernd Wolter ließ kein gutes Haar an dem Konzept – 15 Bäume in Oeverich sollen gefällt werden

Leimersdorf. Nachdem Bernd Wolter (CDU) als Nachfolger von Günter Armbruster neu im Leimersdorfer Ortsbeirat aufgenommen worden war, arbeitete das Gremium unter der Leitung von Ortsvorsteher Hans-Christoph Rech (SPD) eine umfangreiche Tagesordnung ab. Dabei dauerte allein schon der Überblick über den Status vorangegangener Beschlüsse fast eine halbe Stunde, denn bis ins Jahr 2014 reichten die unerledigten Anträge zurück.

Unter anderem war dabei die Tongrube Leimersdorf mit ihrem Vorhaben, eine Abfalldeponie auf dem Gelände zu errichten, ein Thema. Der stellvertretende Ortsvorsteher Michael Kaes-Kunkel (SPD) berichtete aus der jüngsten Sitzung des Grafschafter Haupt- und Finanzausschusses, bei der das Gremium eine Verlängerung des Hauptbetriebsplanes ebenso wie die Nutzung als Deponie abgelehnt hatte.

Ratsmitglied Constanze Kunkel (SPD) forderte den Ortsbeirat dazu auf, noch mehr Druck zu machen, damit die Gemeinde Grafschaft den Klageweg gegen den Tongrubenbetreiber beschreite.

„Wer keinen Krieg anfängt, kann auch keinen Krieg gewinnen“, so ihre Meinung.

Blinder Aktionismus und Verschwendung von Steuergeldern

Absolut unzufrieden mit der bisherigen Vorgehensweise bei der Erstellung eines Hochwasserschutzkonzeptes für die Gemeinde Grafschaft zeigte sich vor allem Bernd Wolter, selbst Fachingenieur in diesem Bereich. Er kritisierte das Fehlen von Notwasserwegen an fast allen Stellen, das Nichteinbeziehen von Retentionsflächen und die mangelhafte Ermittlung der Grundlagen, beispielsweise fehle ein genaues Höhenraster. „Becken allein sind kein Allheilmittel“, führte er aus. In der jetzigen Form sei das Hochwasserschutzkonzept blinder Aktionismus und eine Verschwendung von Steuergeldern, es entspreche zudem nicht dem Stand der Technik, so Wolter weiter.

Der Ortsbeirat beschloss daher einstimmig, sich alle den Ostbezirk Leimersdorf mit Oeverich und Niederich betreffenden Einzelmaßnahmen bei einem Rundgang einmal genau anzuschauen.

Darüber hinaus soll die Gemeindeverwaltung Anfang 2017 das Hochwasserschutzkonzept im Haus des Dorfes einmal ausführlich vorstellen und zuvor den Ortsbeiratsmitgliedern alle Unterlagen vorab zu Verfügung zu stellen.

Empfehlungen der Baumkommission wurden akzeptiert

Die Empfehlungen der Baumkommission wurden vom Ortsbeirat einstimmig akzeptiert. Demnach sollen insgesamt 15 Bäume in Oeverich – überwiegend Kastanien und Rotbuchen – gefällt werden, weil sie mittlerweile zu groß und krank seien.

Zumal die Rotbuchen ohnehin als Straßenbegrünung denkbar ungeeignet seien, war man sich einig. Für die Ersatzbepflanzung vertraut das Gremium allerdings nicht auf die Kompetenz des Gemeindebauhofs, sondern verlangt von der Gemeindeverwaltung, eine straßenweise Fachplanung erstellen zu lassen und diese dann mit den jeweiligen Bürgern abzustimmen.

Wobei auf jeden Fall aber kleinkronige und schwachwüchsige Bäume, die ins jeweilige Straßenbild passen sollen, bevorzugt würden. Dass der Bürgersteig in der Landskroner Straße in Oeverich noch nicht komplett fertiggestellt worden sei, stieß ebenfalls nicht auf Begeisterung. Vor dem Haus Fischer sei eine Ecke noch nicht komplett, und auch die Randsteine fehlten.

Deshalb soll die Gemeindeverwaltung den Bauhof mit der ordnungsgemäßen Fertigstellung beauftragen.

Falls das nicht zeitnah möglich sei, müsse die Stelle auf jeden Fall aus Sicherheitsgründen mit einem Flatterband abgesichert werden.

Mir Bienenwiesen in der Grafschaft

Neu-Ortsbeiratsmitglied Wolter stellte den Antrag, Bienenwiesen in der Grafschaft anzulegen.

Überall würden in den Gemarkungen Büsche, Hecken und Bäume gerodet und die Randstreifen „totgespritzt“, was das Überleben von Kleinlebewesen und Bodenbrütern immer schwieriger mache. Deshalb sollen mehr brachliegende Flächen in Bienenwiesen umgewandelt werden.

Die Gemeinde soll prüfen, ob es möglich sei, Ausgleichsflächen dafür zu nutzen oder auch andere Flächen für diesen Zweck zur Verfügung zu stellen. „Ich bin gespannt, ob hier auch so schnell und positiv reagiert wird, wie wenn es um ein neues Gewerbegebiet geht“, zeigte sich Kaes-Kunkel skeptisch. Außerdem wurde die Gemeindeverwaltung aufgefordert, den abgesackten Wirtschaftsweg entlang der Tongrube endgültig wiederherzustellen und für den landwirtschaftlichen Verkehr wieder freizugeben. Einige Landwirte seien auf diesen Weg angewiesen, so Norbert Illigens (SPD), der für diesen Tagesordnungspunkt die Sitzungsleitung übernommen hatte, weil sowohl Ortsvorsteher Rech, wie auch dessen Stellvertreter Kaes-Kunkel sich für befangen erklärt hatten.

Auch um die komplette Umsetzung eines bereits vor Jahren gefassten Beschlusses, Ersatzbepflanzungen für Bäume entlang der Werthhovener Straße vorzunehmen, wurde von der Gemeindeverwaltung gefordert. Bis Ende April soll dies umgesetzt werden.

Falls das nicht möglich sei, so solle man zumindest die dafür vorgesehenen Bäume an den Ortsbeirat liefern, der sie dann in eigener Regie pflanzen wolle.

Mittelmarkierung am Heiligenhäuschen fehlt

Eine Mittelmarkierung auf der Straße zwischen Oeverich und Niederich am Heiligenhäuschen sei unbedingt erforderlich, so Wolter weiter, weil sonst die Autofahrer die Kurve immer wieder schneiden würden und so gefährliche Situationen entstünden.

Auch das habe man bereits vor zwei Jahren schon einmal beschlossen, doch passiert sei bislang nichts, so seine Kritik. „Wir machen und tun, dann gehen unsere Anträge nach Ringen und bleiben dort unbearbeitet liegen“, zeigte auch Kaes-Kumpel sein Unverständnis. Auch hier solle die Gemeindeverwaltung endlich tätig werden und den zuständigen Landesbetrieb Mobilität um die Umsetzung bitten.

JOST

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