Politik | 19.04.2022

Staatssekretärin Nicole Steingaß in Mayschoß zu Gast

Fördergeld, Neubaupläne und Abschiedsstimmung

Emotional wurde es danach auf der Terrasse der Genossenschaft. Dort hieß es Abschied nehmen. Zum letzten Mal hatten Dieter Hardt und Bernd Becker vom Caterer „Landwind“ aus Asbach im Westerwald mit ihrem Team die Mayschoßer zum Essen eingeladen. . Fotos: Verbindungsbüro Wiederaufbau Ahr

Mayschoß/Ahrtal. Der Wiederaufbau im Ahrtal nach der Flutkatastrophe vom Juli 2021 hat viele Gesichter. Offensichtlich sind die vielen Straßen- und Tiefbaubauarbeiten entlang des Flusses und die Arbeiten an den Häusern der Bewohner von Dorsel bis Sinzig. Die Wiederaufbaubeauftragte der Landesregierung, Staatssekretärin Nicole Steingaß, hat jetzt in Mayschoß gleich zwei weitere Facetten des Wiederaufbauprozesses kennengelernt und zu einer aktiv beigetragen.

Dem Ersten Beigeordneten der Gemeinde Mayschoß, Hartwig Baltes, konnte Nicole Steingaß einen Förderbescheid von 29.500 Euro für Beratungsleistungen bei der Ortsentwicklung überreichen. Konkret geht es dabei um die Beratung bei kommunalen Projekten hinsichtlich der Konzeption und Planung sowie der Einpassung in die Gesamtortentwicklung. So sollen örtliche und überörtliche Entwicklungskonzepte entstehen.

„In der Kommunalentwicklung hat sich das Prinzip bewährt, dass die Menschen vor Ort gemeinsam ihre Zukunft planen. Mit fachlicher Unterstützung professioneller Planer werden die Ortsgemeinden im Prozess begleitet und beraten. Das Innenministerium fördert diese Unterstützung. Dabei kann es um Fragen der Gestaltung, der Wohnbauentwicklung, aber auch der Infrastruktur gehen. Im Fokus steht die mittel- und langfristige Entwicklung der Kommunen“, sagte Staatssekretärin Steingaß.

Das Innenministerium unterstützt insgesamt acht von der Flutkatastrophe betroffene Ortsgemeinden im Ahrtal bei Beratungsleistungen für die Ortsentwicklung. Die Förderung in einer Gesamthöhe von rund 260 000 Euro wird neben Mayschoß auch den Gemeinden Altenahr, Ahrbrück, Dernau, Hönningen, Kesseling, Kirchsahr und Rech zuteil.

Beim Termin auf dem Gelände der Winzergenossenschaft Mayschoß/Altenahr ging es aber auch um deren Zukunft. Die älteste Winzergenossenschaft der Welt, wie sich der 1868 gegründete Zusammenschluss selbst nennt, wurde von der Flut besonders schwer getroffen. An den Standorten Mayschoß, Altenahr und Walporzheim wurden Gebäude massiv beschädigt und rund zehn Prozent der Rebflächen der Genossenschaft wurden vernichtet.

Am Firmensitz in Mayschoß müssen fast alle Gebäudeteile abgerissen und neugebaut werden, wie das Unternehmen der Staatsekretärin aus dem Mainzer Innenministerium bei einem Rundgang über das Gelände erklärte. Und Nicole Steingaß wurden anhand der Pläne auch die Intention für den Neuaufbau erklärt: „Für uns ist von besonders hoher Bedeutung, dass trotz neuer und moderner Hülle, die unsere Winzergenossenschaft erhalten wird, der altbekannte, vertraute Kern und Charakter erhalten bleibt“, so die vGenossenschaftler. Mit dem Abriss der Altgebäude soll in den nächsten Tagen begonnen werden.

Emotional wurde es danach auf der Terrasse der Genossenschaft. Dort hieß es Abschied nehmen. Zum letzten Mal hatten Dieter Hardt und Bernd Becker vom Caterer „Landwind“ aus Asbach im Westerwald mit ihrem Team die Mayschoßer zum Essen eingeladen. Unmittelbar nach der Katastrophe hatte Hardt die Verpflegungsinitiative mit Freunden gegründet und in rund 42 Wochen rund 9000 Mittagessen und 400 Kuchen nach Mayschoß gebracht. Er habe einfach nicht ruhig im Wohnzimmersessel sitzen bleiben können als er die schrecklichen Bilder von der Ahr im Juli sah, erklärte er seine Motivation für die Hilfsaktion. „Ich musste was tun“, so Hardt.

Beigeordneter Baltes unterstrich die Bedeutung der Verpflegungsstation der Westerwälder für die Gemeinde. Staatsekretärin Nicole Steingaß nannte das Projekt von Hardt und Becker ein Paradebeispiel für ehrenamtliches Engagement. „Sie haben nie Aufhebens um ihre Hilfe gemacht, sie haben sich selbstlos und mit ganzem Herzen in den Dienst der Menschen gestellt. Das verdient den allerhöchsten Respekt.“ Und nach so viel Lob und Applaus war Initiator Hardt den Tränen nah. „Ich habe viele tolle Menschen hier kennengelernt und neue Freunde gewonnen. Besonders stolz bin ich aber auch auf mein Team“, so Hardt, als er sich wieder gefasst hatte. Und dann gab er zum Schluss noch ein Versprechen: „Wenn Ihr sagt, Ihr habt Hunger, dann kommen wir wieder.“

Pressemitteilung

Verbindungsbüro

Wiederaufbau Ahr

Dem Ersten Beigeordneten der Gemeinde Mayschoß, Hartwig Baltes, konnte Nicole Steingaß einen Förderbescheid von 29.500 Euro für Beratungsleistungen bei der Ortsentwicklung überreichen.

Dem Ersten Beigeordneten der Gemeinde Mayschoß, Hartwig Baltes, konnte Nicole Steingaß einen Förderbescheid von 29.500 Euro für Beratungsleistungen bei der Ortsentwicklung überreichen.

Beim Termin auf dem Gelände der Winzergenossenschaft Mayschoß/Altenahr ging es auch um deren Zukunft.

Beim Termin auf dem Gelände der Winzergenossenschaft Mayschoß/Altenahr ging es auch um deren Zukunft.

Emotional wurde es danach auf der Terrasse der Genossenschaft. Dort hieß es Abschied nehmen. Zum letzten Mal hatten Dieter Hardt und Bernd Becker vom Caterer „Landwind“ aus Asbach im Westerwald mit ihrem Team die Mayschoßer zum Essen eingeladen. . Fotos: Verbindungsbüro Wiederaufbau Ahr

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