Leserbrief zum Artikel „B9-Unterführung und Brunnenanlage werden bald in Betrieb genommen“ in Blick aktuell Bad Breisig / Brohltal Nr. 13/2016
Fördermittel schlecht genutzt: Bad Breisig zeigt wie es geht
Das größte Bild des Artikels signalisiert: Alles auf einem guten Weg. Schließlich inspizieren hier die örtlichen Protagonisten mit gewichtiger Miene das noch unvollendete Sanierungsobjekt „B9-Unterführung“ und freuen sich schon auf die vielen Gäste, die dieses städtische Kleinod demnächst nutzen sollen. Vielleicht sollte man die Gäste vorwarnen, dass sie hierfür noch gut zu Fuß sein sollten, denn bei Gehbehinderungen, Nutzung von Hilfsmitteln wie Rollator oder Rollstuhl muss man wohl oder übel den nicht ungefährlichen Weg über die B9 nehmen. Hier wurde für lange Zeit die einmalige Chance vertan, für echte Barrierefreiheit zu sorgen. Und das ausgerechnet unter Verwendung von Fördermitteln aus dem Programm „Aktive Stadt“, dessen zugehörige Verwaltungsvorschrift an mehreren Stellen die Schaffung von Barrierefreiheit fordert. Aber Papier ist ja bekanntermaßen geduldig. Betrachtet man die demographische Entwicklung und die angestrebten Ziele der umfangreichen Sanierungsmaßnahmen in der Stadt, fragt man sich, ob die Entscheidungsträger wirklich verstanden haben, für wen und was das alles gemacht wird. Neben den Gästen doch wohl für die Menschen, die sich wohnortnah versorgen und bewegen wollen. Nicht zuletzt will man ja auch zum Wohnen in diesen Bereichen neu motivieren. Ich gehe davon aus, dass zu diesem Personenkreis langfristig überwiegend ältere Menschen zählen werden. Und diese sind nun mal am ehesten auf Barrierefreie Wege angewiesen. Vielleicht sollte man künftig weniger Dinge und die dafür „richtig“ machen, als der Bevölkerung mit viel teurer Stadtkosmetik Sand in die Augen zu streuen. Denn mehr ist das hier gebotene leider nicht.Michael Daum, Bad Breisig
