Bürgerinitiative Bahnhof Oberwinter erfolgreich gegründet
Forderungen nach mehr Verbindungen und besserem Ausbau
Oberwinter. „Mit dieser Resonanz hätten wir wirklich nicht gerechnet“, erklärte Ingo Konrads nach dem geglückten Start der Gründung einer Initiative, die sich ab sofort intensiv der Probleme der Pendler, Schüler und Bahnreisenden in Oberwinter und Umgebung annehmen wird. Denn der Niedergang des einstigen so stolzen Bahnhofs des Ortes muss gestoppt werden. 115 Betroffene waren am vergangenen Freitag der Einladung von Philipp Rosenthal, Robert Schittko und Ingo Konrads ins katholische Pfarrheim gefolgt. Dort erläuterten die Veranstalter zunächst die Situation am Bahnhof zurzeit. Sowohl der Wegfall des RE 5 und damit des Rückgrats der Verbindungen wie auch weitere Fahrplankürzungen wurden thematisiert. Robert Schittko erläuterte zudem in anschaulichen Animationen die geplanten Bauarbeiten der Bahn AG mit dem Wegfall der Bahnsteigdächer. Die Folgen für den Bahnhof sind schon jetzt zu spüren: Immer weniger Menschen nutzen den Bahnhof Oberwinter und steigen wegen fehlender Alternativen auf das Auto um, wodurch sich die Verkehrsbelastung der Bundesstraße 9 weiter zuspitzt. Durch den barrierefreien Umbau werden zudem die Laufwege deutlich verlängert. „Auf einen Gleiswechsel können die Reisenden - ob mobilitätseingeschränkt oder nicht - zukünftig kaum noch reagieren, weil mindestens 100 m Strecke zu überwinden sind,“ wie Schittko erläuterte.
Zum Abriss der Dächer stellten sich die Veranstalter die Frage, ob eigentlich je eine Rechnung aufgestellt worden ist, welche Kosten insgesamt durch diese Maßnahme entstehen: Wurde die Niederlegung der bisherigen Dächer je gegengerechnet mit der Neuanschaffung von Wetterschutzhäuschen (immerhin rund 84.000 EUR), der Installation eines neuen Beleuchtungssystems inklusive Masten und den Folgekosten durch Vandalismus? Recherchen haben ergeben, dass fast überall, wo Wetterschutzhäuser die Dächer ersetzt haben, Reparaturkosten in fünfstelliger Höhe entstanden sind. „Der geplante Umbau wird zu einem kundenunfreundlichen Bahnhof führen und noch mehr Menschen dazu veranlassen, der Bahn den Rücken zu kehren und aufs Auto umzusteigen,“ befürchtet Ingo Konrads. „Außerdem zementiert der Bau der Rampen auf ehemaligen Gleiswegen die Möglichkeit, in Oberwinter Übergleise auf der Rheinstrecke zu bauen.“
Deshalb fordert die neue Initiative von der Bahn unter anderem den Stopp der bisherigen Planung, die Überarbeitung der Baupläne des Bahnhofs, den Erhalt der Bahnsteigdächer, die Schaffung der Barrierefreiheit und eine Neubewertung der Verbindungssituation. „Den Willen eines so großen Teils der Bevölkerung und der Bahnkunden darf weder die Politik noch die Bahn ignorieren. Erst recht nicht in Zeiten, in denen eine nachhaltige und saubere Mobilität wichtiger ist denn je,“ so Robert Schittkos Abschlussplädoyer.
Wer die Aktion unterstützen will, kann sich in die Listen als aktives oder passives Mitglied eintragen. Weitere Informationen: www.bahnhof-oberwinter.de.
Pressemitteilung
BI Bahnhof Oberwinter
