Politik | 15.09.2016

Vergangenen Woche fand die erste Auflage der Sicherheitsgespräche am Deutschen Eck statt

„Freiheit braucht Sicherheit, doch wieviel und zu welchem Preis?“

Über 150 Experten aus unterschiedlichsten Bereichen im weiten Feld von inneren Sicherheit waren heute zusammenkommen, um mit- und übereinander zu sprechen. Polizeipräsidiums Koblenz

Koblenz/Region. In einem Kooperationsprojekt haben die Hochschule Koblenz und die Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz jetzt am Rhein-Mosel-Campus in Koblenz die ersten Sicherheitsgespräche am Deutschen Eck ausgerichtet. Über 150 Experten aus unterschiedlichsten Bereichen im weiten Feld von inneren Sicherheit waren zusammenkommen, um mit- und übereinander zu sprechen.

Unter dem Leitmotiv: „Freiheit braucht Sicherheit, doch wieviel und zu welchem Preis?“ diskutierten Akteure der inneren Sicherheit aktuelle gesellschaftspolitische Fragestellungen und Herausforderungen.

„Brücken bauen in Koblenz“, so formulierte es der Direktor der Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz Friedel Durben, sei ein Ziel was man mit diesem neuen Format verfolge. Es seien bewusst Themen mit Diskussionsbedarf ausgewählt worden, die nicht nur aktuell seien, sondern Spannungsfelder darstellen, die einen gesellschaftlichen Diskurs geradezu fordern.

In sechs Fachforen standen hochkarätige Experten für eine differenzierte Auseinandersetzung zur Verfügung. So wurden Bürger und Staat, Medien und Polizei, Datenschutz 2.0, Migration, „No-Go-Areas“ und Parallelstrukturen sowie Autorität Bestandteil einer tief greifenden Debatte.

Entschlossenheit und Besonnenheit sind gefragt

Gerade in unruhigen Zeiten sind Entschlossenheit und Besonnenheit gefragt. Dies ist kein Widerspruch, denn es bedarf mehr als nur kurzfristiger und zumeist reflexartiger Maßnahmen. Die Problemstellungen und Herausforderungen einer globalisierten Welt sind zunehmend zu komplex, um schnelle und allumfassende Antworten zu liefern. Der Schlüssel liegt in einer differenzierten Betrachtung, um der Rolle der jeweiligen Profession gerecht zu werden. Dies gelingt der Polizei nachhaltig nur durch eine bewusste Ausbalancierung ihrer Rolle zwischen den grundlegenden Voraussetzungen für unsere offene Gesellschaftsform, die auf Freiheit und Sicherheit fußt. So ist die Polizei auf der einen Seite für den Schutz des Staates, seiner Funktionsfähigkeit und Einrichtungen verantwortlich und greift hierfür auch in Grundrechte ein. Auf der anderen Seite ist sie auf Posten gestellt die Bürgerrechte zu schützen und zu wahren. Diese Ambivalenz gilt es professionell auszufüllen, fortwährend zu justieren und vor allen Dingen auch zu erklären.

Polizei und innere Sicherheit gehören in die Mitte der Gesellschaft. „Die Polizei und die innere Sicherheit in der gesellschaftlichen Mitte zu verankern ist überlebensnotwendig in Zeiten, in denen die gesellschaftlichen Strukturen immer individualistischer, immer pluraler, unübersichtlicher und in Teilbereichen auch immer aggressiver werden“, das ist ein zentrales Anliegen von Prof. Dr. Stefan Sell.

Er sieht viele Anknüpfungspunkte für eine intensive Kooperation, gerade auch vor dem Hintergrund zunehmend verschwimmender Grenzen zwischen äußerer, innerer und sozialer Sicherheit.

„Die Polizeibeamten sind dann oftmals die letzten Außenposten der staatlichen Ordnung, sie sind aber immer auch Opfer der gesellschaftlichen Wandlungsprozesse, die sich nicht nur, aber eben auch in zunehmender Nicht-Akzeptanz der Polizeibeamten an sich ausdrücken. Nur gemeinsam mit anderen Akteuren – von denen viele an unserer Hochschule ausgebildet werden – kann man professionell und im Sinne einer anzustrebenden Bürgerorientierung die vielgestaltigen Herausforderungen bewältigen“ führte Sell weiter aus.

Dafür muss man gemeinsam miteinander und übereinander reden. Wie an diesem 15. September 2016 in Koblenz.

Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Koblenz

„Die Polizei und die innere Sicherheit in der gesellschaftlichen Mitte zu verankern ist überlebensnotwendig in Zeiten“, betonte Prof. Dr. Stefan Sell.

„Die Polizei und die innere Sicherheit in der gesellschaftlichen Mitte zu verankern ist überlebensnotwendig in Zeiten“, betonte Prof. Dr. Stefan Sell.

Über 150 Experten aus unterschiedlichsten Bereichen im weiten Feld von inneren Sicherheit waren heute zusammenkommen, um mit- und übereinander zu sprechen. Fotos: Polizeipräsidiums Koblenz

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Kommentare
19.09.201614:36 Uhr
juergen mueller

BESONNENHEIT und ENTSCHLOSSENHEIT! Ja, große Worte, aber nur mit dem entsprechenden NOW-HOW, was heisst, mehr Einstellungen bei der Landes- und Bundespolizei, die in den letzten Jahren sträflich an Personal abgebaut wurde, und das bis an die Grenze einer nicht mehr garantierten Sicherheit, landes- und bundesweit. Einbrüche durch organisierte süd- und osteuropäische Banden haben mittlerweile einen Stand erreicht, der mit Sicherheit nichts mehr zu tun hat und die Polizei hilfloserweise dazu veranlasst sieht, tagtäglich die Bürgerschaft mit Aufrufen dazu zu bewegen, mit erhöhter Aufmerksamkeit einen KLEINEN Teil zur EIGENEN Sicherheit beizutragen.
DANKE POLITIK !!! Denn IHR habt mit EURER blauäugigen, kurzsichtigen Betrachtungsweise der LAGE mit dazu beigetragen, dass unsere Polizei total überfordert und überlastet ist u. sich die Bürgerschaft unsicher fühlen darf.

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