Politik | 05.02.2019

Premiere im Sinziger Stadtrat

„Fruchtbar für die Rheinschiene“

Remagens Bürgermeister Ingendahl war zu Gast – Alle Seiten bekräftigten den Wunsch nach Kooperation

Bereits beim Stolpergang im November war die Resonanz enorm. Foto: Archiv

Sinzig. Eine ungewöhnlich hohe „Bürgermeisterdichte“ gab es bei der jüngsten Sitzung des Sinziger Kommunalparlaments. Denn als Premiere und absolutes Novum war Remagens Bürgermeister Björn Ingendahl zu Gast. Sein Sinziger Kollege Andreas Geron hatte ihn eingeladen. In seinem Grußwort bekundete er einen ganz deutlichen Willen zur Kooperation der beiden benachbarten Rheinkommunen.

Synergien bilden

„Wir arbeiten bereits jetzt schon außerordentlich vertrauensvoll und freundschaftlich zusammen“, hatten Geron und Ingendahl zuvor gemeinsam erklärt. „Als Kleinstädte sind wir gezwungen, mit unseren begrenzten finanziellen aber auch personellen Kapazitäten zurechtzukommen“, stellte der Remagener Bürgermeister klar. In Zukunft will man sehen, inwieweit Kräfte gebündelt und Synergien gebildet werden können. Nach Einschätzung der beiden Stadtchefs haben die beiden Städte an der Peripherie zum Großraum Köln-Bonn viele Gemeinsamkeiten. So seien etwa die Verkehrsflüsse und auch die Pendlerströme ebenso unter die Lupe zu nehmen wie die touristische und die kulturelle Vermarktung. Gemeinsam mit Bad Breisig funktioniert bereits die Zusammenarbeit in der „Rhein-Meile aktiv“, dem Verein „Romantischer Mittelrhein“ und dem Förderprogramm „Starke Kommunen, starkes Land“ (SKSL).

Der beabsichtigte große Blick über den Tellerrand stieß bei der Sinziger Kommunalpolitik auf sehr positive Resonanz. „Das kann nur für die gesamte Rheinschiene fruchtbar sein“, schätzte etwa FWG-Fraktionsvorsitzender Friedhelm Münch ein. Der brachte als gemeinsames Projekt den Kampf gegen den Bahnlärm ins Spiel. Hans-Werner Adams (CDU) regte ein gemeinsames Treffen aller Remagener und Sinziger Ratsmitglieder an. Dies wurde von beiden Bürgermeistern gerne angenommen. Nur eine gemeinsame Sitzung der beiden Räte aus den Reihenstädten kann es nach Kommunalrecht nicht geben.

Stolpersteine werden verlegt

Sinzig wird seine Stolpersteine bekommen: Sie sollen zur Erinnerung an die Morde an den jüdischen Mitbürgern durch das Naziregime in Sinzig verlegt werden. Bereits in den Jahren 2005 und 2014 hatte es dazu Anläufe gegeben, die allerdings im Sande verlaufen waren. Bei der ersten Sitzung im Jahr 2019 wurde nun aber der einstimmige Grundsatzbeschluss gefasst – übrigens war man sich auch darüber einig, dass die Stolpersteine nicht nur im Gebiet der Kernstadt, sondern auch in allen Ortsteilen verlegt werden sollen. Viel Lob gab es von den Kommunalpolitikern für die historische Aufarbeitung durch den Leistungskurs Geschichte am Rhein-Gymnasium und für den sehr gut besuchten Termin des Bürgerforums am 8. November 2018. Zunächst ist nun aber die Sinziger Verwaltung gefragt, die das Thema bearbeiten soll und die detaillierten Pläne für die Verlegung der Stolpersteine erstellen.

Ortstermin im Thermalbad

Ungewöhnlich breiten Raum nahmen auch die Mitteilungen der Verwaltung ein. So wird es am 28. März um 17.30 Uhr im Bad Bodendorfer Schwimmbad einen gemeinsamen Ortstermin mit den Thermalbadfreunden geben. Die anschließende Ratssitzung beginnt daher leicht verspätet um 18.15 Uhr. Und relativ kurz vor der Kommunalwahl wird am 6. Mai auch der Bauausschuss noch einmal zusätzlich tagen. Personelle Veränderungen wird es zum 15. Februar auch im Bauhof der Stadt geben. Bauhofchef Stefan Braun wird sich wieder viel mehr um die Belange der Forstwirtschaft kümmern (rund 80 Prozent der Stelle, während Bernhard Wichert auch wieder ganz aktuell offiziell die Leitung des Bauhofs übernehmen wird. BL

Bereits beim Stolpergang im November war die Resonanz enorm. Foto: Archiv

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