Politik | 21.03.2014

Ökumenischer Arbeitskreis Wachtberg

"Fünf Jungs in Wachtberg"

Mamadou Mouctar, Alimou, Saikou, Saliou und Aliou sind vor den Gräueln der ethnischen und politischen Konflikte in ihrem westafrikanischen Heimatland Guinea geflohen. privat

Wachtberg. Auf ganz unterschiedlichen Wegen haben fünf junge Erwachsene im Alter von 19 bis 22 Jahren den Weg nach Deutschland gefunden. Mamadou Mouctar, Alimou, Saikou, Saliou und Aliou sind vor den Gräuel der ethnischen und politischen Konflikte in ihrem westafrikanischen Heimatland Guinea geflohen. Erst hier haben sie einander kennengelernt. Jürgen Fiedler vom Verein „Ausbildung statt Abschiebung e.V.“ (AsA) kennt die fünf Jungen schon seit einem halben Jahr. Er sieht sie nachmittags, wenn sie, nach ihrem Besuch der internationalen Förderklasse im Friedrich-List-Berufskolleg in Bad Godesberg, wo sie unter anderem Deutsch lernen, zu ihm ins AsA-Lernzentrum in die Friesdorfer Straße kommen.

Dort verbessern sie mit Hilfe ehrenamtlicher Mitarbeiter ihre Sprachkenntnisse, erhalten in vielen Bereichen Rat und Hilfestellung und erleben einen Ort, an dem sie sich geborgen fühlen können. Wirtschaftlich sei es ihnen in Afrika nicht schlecht gegangen, sagen sie. Allein die sehr konkrete Angst um ihr Leben habe sie zur Flucht getrieben. Ihre Verwandten sind, soweit sie überhaupt noch leben, in Afrika zurückgeblieben. Hier in Deutschland sind sie allein auf sich gestellt.

Praktikantenstellen gesucht

Die Gemeinde Wachtberg hat sie zusammen mit anderen Asylbewerbern im Übergangsheim in Fritzdorf untergebracht. Arbeiten dürfen sie noch nicht, sie erhalten eine finanzielle staatliche Unterstützung und nutzen schulische Angebote. Dabei hilft ihnen, dass sie neben ihrer Heimatsprache alle fließend Französisch sprechen. Auf Deutsch können sie sich von Tag zu Tag besser verständigen. Ihre Wunschvorstellungen über einen späteren Lehrberuf sind sehr konkret: Metallbauer, Fliesenleger, Schreiner, Elektriker und Konditor. Wenn sie Gelegenheit bekämen, schon einmal als Praktikant in einen hiesigen Betrieb hinein zu schnuppern, wären sie schon einen riesigen Schritt weiter, so Jürgen Fiedler.

Sport als Anknüpfstelle

„Wir haben alle Fünf als bescheidene, aufgeweckte und interessierte junge Leute kennengelernt, die dankbar dafür sind, hier in Sicherheit leben zu können. Trotz der Schreckensbilder der Gewalttaten, die sie zur Flucht bewegt haben, kann man mit ihnen auch lachen und Späße machen“, freuen sich Jürgen Fiedler und Kurt Zimmermann. Gerne würden die Jungen mehr Kontakt in ihrem Wohnumfeld knüpfen, was sich bisher noch schwierig gestaltet hat. Eine Möglichkeit sehen sie darin, mit anderen Jugendlichen Sport zu treiben. Von einigen Sportvereinen gibt es dazu schon positive Rückmeldungen.

Soziales Engagement

Seit vielen Jahren schon engagieren sich im Ökumenischen Arbeitskreis Wachtberg die dort ehrenamtlich Tätigen für die der Gemeinde Wachtberg zugewiesenen Aussiedler und Asylbewerber. Im Laufe der Zeit ist auch eine enge Kooperation mit dem Verein „Ausbildung statt Abschiebung e.V.“ entstanden. Weiter Infos über den Verein „Ausbildung statt Abschiebung e.V.“ auch im Internet unter www.asa-bonn.org .

Pressemitteilung

Ausbildung statt Abschiebung e.V., J. Fiedler /

Ökumenischer Arbeitskreis Wachtberg, K. Zimmermann

Mamadou Mouctar, Alimou, Saikou, Saliou und Aliou sind vor den Gräueln der ethnischen und politischen Konflikte in ihrem westafrikanischen Heimatland Guinea geflohen. Foto: privat

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