Sitzung des Verbandsgemeinderates Unkel
Für 183 Jahre kommunales Engagement geehrt
Unkel. Am Anfang der Sitzung des Verbandsgemeinderates Unkel am 21. März stand das Gedenken an den kürzlich verstorbenen Günter Küpper. „Ich möchte die heutige Sitzung nicht eröffnen, ohne dem am 3. März im Alter von 81 Jahren verstorbenen Herrn Günter Küpper zu gedenken. Herr Stadtbürgermeister Hausen hat Günter Küpper zu Recht als einen ‚Glücksfall für Unkel‘ und seinen Tod als großen Verlust bezeichnet. Günter Küpper hat sich rund 50 Jahre im Unkeler Stadtrat und 39 Jahre im Verbandsgemeinderat Unkel engagiert. Er war aber auch außerhalb der Kommunalpolitik aktiv, so z.B. in der Feuerwehr – als Unkeler Wehrführer und stellv. Wehrleiter der VG Unkel – als Ehrensenator der Unkeler Karnevalsgesellschaft, als Jagdpächter und vieles mehr. Er ist vor knapp drei Wochen verstorben und wird überall in Unkel vermisst: Sein häufig verschmitztes Lachen, sein breit gespanntes Interesse, seine klugen Einschätzungen an allem, was sich in Unkel bewegt, am Rheinufer, im Café, auf den Plätzen“, sagte Verbandsbürgermeister Karsten Fehr zu Beginn der Sitzung und bat anschließend die Ratsmitglieder und zuhörenden Bürger, sich für eine Gedenkminute zu erheben.
Wesentliche Punkte der dann folgenden Sitzung waren wie immer sehr unterschiedlicher Art. So wurde unter anderem beschlossen, Ingenieurleistungen zum Hochwasserschutz für den Bach an der Straße Am Grendel für etwas über 50.000 Euro zu vergeben. Die Einleitung des Vergabeprozesses zur Teilerneuerung der Rathausbeleuchtung wurde beschlossen. Ebenso die Beitragserhöhung für die Kostenbeteiligung des monatlichen pauschalisierten Elternbeitrages für die Mittagsversorgung der Kinder der Sonnenberg- und Stefan-Andres-Schule. Statt 58 sind ab 1. April monatlich 78 Euro zu zahlen. Davon betroffen sind die Eltern von rund 80 Schülern. Für 14 Schüler wird dieser Betrag komplett aus dem Bildungs- und Teilhabebudget bezahlt, da die Einkommensverhältnisse der Eltern dieser Kinder eine Zahlung des Betrages nicht erlauben.
Auch Maßnahmen des Doppelhaushaltes 2025/26 wurden beschlossen sowie die Annahme von Spenden von Bürgern und Firmen in Höhe von etwas über 4.000 Euro. Asyl- und Flüchtlingshilfe, Bürgerbus und die Feuerwehren sind die Nutznießer. Zum kurzfristig aufgenommenen Antrag der SPD-Ratsfraktion wurde vereinbart, eine Resolution an die Deutsche Bahn und den Kreis zu schicken. Die SPD-Fraktion beantragte, die Rhein-Personenfähre Erpel/Remagen für den Zeitraum der Totalsperrung der rechtsrheinischen Bahnverbindung Troisdorf-Wiesbaden in den Schienenersatzverkehr einzubeziehen. Der Fahrplan solle für die Zeit der Streckenarbeiten angepasst und erweitert werden. Die Bushaltestelle auf Erpeler Rheinseite an der Fähre und die Fußläufigkeit des Bahnhofs Remagen auf der gegenüberliegenden Seite, schaffe eine ideale Alternative für Pendler in Richtung Norden und Süden während der Generalsanierung der Bahnstrecke.
Verantwortung für Fußweg vom und zum Jagdhaus Virneberg wird geprüft
Ein ebenfalls kurzfristig aufgenommener Antrag der CDU-Ratsfraktion Rheinbreitbach wurde kurz besprochen und anschließend vereinbart, das weitere Vorgehen zunächst juristisch wegen der Verantwortungs- und Kostenabgrenzung zu prüfen. Der Fußweg von und zum als Flüchtlingsunterkunft genutzten Jagdhaus Virneberg hat Wanderwegcharakter, ist unbeleuchtet und auch durch fehlende Abgrenzungen zur Straße nicht ungefährlich. Mehrere Bürger hätten bereits auf gefährliche Begegnungen zwischen Fußgängern und Kraftfahrzeugen hingewiesen, insbesondere in der Dunkelheit, hieß es im Antrag. Der Weg müsse aus Sicherheitsgründen ertüchtigt (nicht neu gebaut, aber z.B. verfestigt) und beleuchtet werden. Die Ortsgemeinde Rheinbreitbach sieht hier die Verbandsgemeinde in der Pflicht.
Karsten Fehr berichtete noch, dass eine unvermutete Kassenprüfung der Kasse der Verbandsgemeinde Unkel durch den Kreis im Oktober 2023 keine Beanstandungen ergeben hat.
Neun Ehrungen für langjähriges kommunales Engagement
Ehrungen für langjähriges kommunalpolitisches Engagement konnte Karsten Fehr in der Sitzung an Ratsmitglieder verteilen und aussprechen. Für mindestens 20 Jahre ehrenamtliche kommunalpolitische Tätigkeit verteilte er Ehrenurkunden und Glückwünsche des Gemeinde- und Städtebundes Rheinland-Pfalz. An Markus Fischer für 23 Jahre und Gisela Stahl für 30 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit. Die Auszeichnungen für 20 Jahre an Alfons Musshoff und 35 Jahre an Dr. Gisela Born-Siebecke konnten wegen entschuldigten Fehlens nicht persönlich übergeben werden.
Eine Ehrennadel der Verbandsgemeinde Unkel in einem Schmuckkästchen erhielten für 15 Jahre Ratsmitgliedschaft aus der Hand des Verbandsbürgermeisters: Ansgar Federhen, Ralf Hillen, Dr. Heinz Schmitz und Stefan Schmitz. Roland Thelen konnte an der Ratssitzung entschuldigt auch nicht teilnehmen und erhält seine Ehrennadel später.
Karsten Fehr gratulierte und bedankte sich bei den Jubilaren für das kommunale und ehrenamtliche Engagement. Zusammen bringen es die neun Jubilare auf 183 Jahre Arbeit in der Freizeit für die Bürger der Verbandsgemeinde Unkel.
