Politik | 30.04.2021

Leserbrief zm Bericht aus dem Stadtrat Neuwied zur Grundsteuererhöhung

Fürsorgepflicht verletzt

Ich bin im 79. Lebensjahr und steure zügig auf die 80 zu. Nach 40 Jahren im Stadtrat betrachtet man die aktuellen Entscheidungen des Rates von außen sozusagen als „Elder Statesman“ und macht sich so seine Gedanken. Die Grundsteuererhöhung ist maßlos und nicht zu rechtfertigen. Die knappe Entscheidung 24:23 sehe ich als eine Arroganz der Macht und sie sollte rückgängig gemacht werden. Wenn nicht, könnte man eine Klage einreichen, weil der Stadtrat / Stadtvorstand seine Fürsorgepflicht gegenüber seinen Bürgerinnen und Bürger verletzt hat. Wir kämpfen uns gerade durch die größte Krise der Nachkriegszeit. Viele fürchten um ihre Gesundheit, ihren Arbeitsplatz und sinkende Einnahmen. Die Grundsteuererhöhung um 45 Prozent ist rücksichtslos und unvereinbar mit solidarischem Verhalten in der jetzigen Krisenzeit. Die Stadtratsentscheidung reiht sich ein in ein katastrophales Krisenmanagement bei der Freistellung des GSG-Geschäftsführers und bei der Abwahl des Bürgermeisters. Auch der qualifizierte Mietspiegel ist unnötig, kostet eine hohe Summe und wird nach Aussagen des Mieterbundes eher die Mieten verteuern. Würde der Stadtrat mal über den Tellerrand schauen, würde er wissen können, dass am 1.1.2021 aufgrund der Notsituation das Sanierungsfortentwicklungsgesetz in Kraft getreten ist, welches im Wesentlichen die Nachteile einer Insolvenz vermeiden will und frühzeitiges Einleiten von Sanierungsmaßnahmen bezweckt. Ebenso haben die Finanzämter auf Antrag eine Vielzahl von Steuern zinslos gestundet. Warum wohl? Die Aussagen der „Papayas“ sind nichtssagend und Floskeln.

(Grüne: Entscheidung ist richtig und notwendig, FWG: alternativlos, CDU: Ultima ratio). Jeder weiß, dass die hohe Verschuldung Schuld des Landes ist, weil das Konnexitätsprinzip „Wer bestellt, bezahlt“ nicht eingehalten wird. So hat der Verfassungsgerichtshof 2012 und 2020 das Finanzierungsmodell des Landes als verfassungswidrig erkärt.

Fazit: Die maßlose Grundsteuererhöhung ist rückgängig zu machen und alle Kraft sollte gegen die chronische Unterfinanzierung der kommunalen Aufgaben durch das Land eingesetzt werden.

Werner Johann Keßler, Neuwied

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Boomerang : Die Gleichberechtigung von Mann und Frau ist eigentlich ein gutes Ziel. "Feministischer Kampftag" dagegen mutet an wie eine Kriegserklärung. Der moderne Feminismus ist pervertiert zu einem Anspruch die...
  • Günther: Es stellt sich nicht unbedingt die Frage der Beteiligung, sondern auch die Höhe der festgelegten Beteiligung. Soweit ich onformiert liegt der Anteil der Stadt bei 25% und die der Bürger bei 75%. Mindestens...
  • Roman: Und warum nicht NACHTS? wo so gut wie keiner behindert wird?
Dauerauftrag
Dauerauftrag 2026
Image Anzeige
Gesundheit im Blick
Stellenanzeige Berufskraftfahrer u. Kommissionierer
Gesundheit im Blick // Allgemeine Augenheilkunde
50% Aktionspreise
Empfohlene Artikel

Kreis Ahrweiler. Bündnis 90/Die GRÜNEN und die ÖDP in der Verbandsgemeinde Adenau sehen die Vorsorge als zentrale Aufgabe ihres politischen Handelns. Der Schutz der Gemeinden und der Unterlieger an der Ahr gelingt nur gemeinsam. Deshalb braucht es jetzt entschlossenes Handeln, Nichtstun ist keine Option. Die Hochwasserproblematik muss solidarisch und sofort angegangen werden. Dafür ist ein Gewässerzweckverband unverzichtbar.

Weiterlesen

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Vor wenigen Tagen besuchten die Landtagskandidatin Sarah Rößel und der Bürgermeisterkandidat Christoph Scheuer die Ahrtal Marketing GmbH an ihrem neuen provisorischen Standort in der Beethovenstraße. Ziel des Treffens war ein intensiver Austausch über die zukünftige strategische Ausrichtung des Tourismus im Ahrtal.

Weiterlesen

Weitere Artikel

Vortrag beim Klimastammtisch:

Permakultur in der Praxis

Mayschoß. Gut gefüllt war die Alte Schule in Mayschoß, als Doris Schmitten aus Insul und Carl Philip Löhr aus Adenau auf Einladung des Klimastammtisch Ahr über ihre Erfahrungen mit Permakultur berichteten. Beide zeigten eindrucksvoll, wie vielfältig und alltagsnah diese Form des Gärtnerns sein kann.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Dauerauftrag 2026
Imageanzeige
Image Anzeige
Titelanzeige "Torsten Welling"
Unternehmenskauf
Närrische Preise 2026 - Bestellung Nr.: 0033084107
Handwerkerhaus
Werbeplan 2026
Stellenanzeige Produktionsmitarbeiter
Anzeige Wirbelsäulen Check Up
Närrische Preise
Sachbearbeiter/in (w/m/d)
Närrische Preise
Best. Nr. DECPO-00017501 - Stellenanzeige Maschinenführer
Titelanzeige
Imageanzeige Radiologie & Nuklearmedizin
Stellenanzeige Mitarbeiter Straßen- und Tiefbaukolonne