IHK, HWK, Jobcenter und Verwaltungen gaben Arbeitgebern wichtige Tipps zur Integration
Geflüchteten Menschen noch bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt eröffnen
Cochem. Gut besucht war eine Info-Veranstaltung für Arbeitgeber, die von der Kreisverwaltung Cochem-Zell interessierten Vertretern aus Wirtschaft, Handel, Banken und Handwerk geboten wurde. Ramona Junglas, Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte, begrüßte die rund 80 Zuhörer und gab ihnen zunächst einen Einblick in die Arbeit mit Flüchtlingen und Asylsuchenden. Dabei lobte sie die gedeihliche Zusammenarbeit mit anderen Behörden und die Arbeit vor allem Ehrenamtlicher, die sich um die Neubürger vielerorts kümmern.
„Die Verbandsgemeinden haben einen guten Job gemacht“
Landrat Manfred Schnur freute sich sichtlich über den großen Zuspruch für die Veranstaltung, die unter anderem auch von der Integrationsbeauftragten Hedwig Brengmann und Katrin Welter tagelang vorbereitet worden war. „Vor gut einem Jahr haben wir eine regelrechte Flüchtlingswelle in unserem Land erlebt, die sich auch im Landkreis mit rund 700 Menschen niederschlug“, berichtete Manfred Schnur. Stolz verwies er auf eine gute Bilanz: „Alle Männer, Frauen und Kinder haben bei uns eine Bleibe gefunden. Die Verbandsgemeinden haben einen guten Job gemacht und eine regelrechte Welle des Ehrenamtes half, den Flüchtlingsstrom zu kanalisieren“, informierte er die Vertreter der Arbeitgeber. Sein Statement endete damit, dass er auf die Tatsache hinwies, dass nun die Integration der Flüchtlinge beginne. Er stellte fest, dass 200 Teilnehmer gegenwärtig die deutsche Sprache lernen würden, die ja der „Türöffner für die Integration“ sei.
Kathrin Welter erläuterte anschließend die ausländerrechtlichen Grundlagen für die Beschäftigung von Flüchtlingen. Dabei gab die Expertin Tipps und zeichnete anhand von Fallbeispielen und Formularen die rechtlichen Bedingungen auf, ehe Birgit Bach vom Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit in Mayen die Besonderheiten bei der Beschäftigung von Asylbewerbern, bzw. geduldeten Mitbürgern ausführlich aufzeichnete.
Ein gutes Beispiel für Integration
Zum Abschluss der Info-Veranstaltung berichtete dann Dorothee Müller-Renn, Chefin der Firman Brillen-Müller, über ein gelungenes Beispiel für eine erfolgreiche Integration auf dem Arbeitsmarkt in Zusammenhang mit den Erfahrungen, die sie und ihr Unternehmen mit dem Syrer Amro Hariri gemacht habe. Der aus Aleppo stammende 22-Jährige möchte Hörakustiker werden. Der junge Mann absolvierte nach Sprachnachweisen und Integrationskursen mittlerweile ein Praktikum und möchte gerne den Beruf erlernen. Infostände, Broschüren und Gespräche rundeten die Info-Veranstaltung ab, die auch darauf abzielte, noch mehr Arbeitgeber dafür zu sensibilisieren, geflüchteten Menschen noch bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu eröffnen. „Der Bedarf ist bei den heimischen Betrieben da“, unterstrich auch Marco Bauer von der Mosel-Akademie der Handwerkskammer abschließend. MT
