Bürgerinitiative „Gedenktafel“ Neuwied
Gegen das Vergessen
Erinnerungskultur als verpflichtende Aufgabe
Neuwied. Das diesjährige Gedenken an die Opfer der Urmitz-Engerser Kronprinzenbrücke fand unter Coronabedingungen statt: Es gab keine öffentlichen Einladungen an Vertreter der Kirchen und Stadt- und Kreisvertreter, so dass sich nur einige am Gedenken interessierte Bürgerinnen und Bürger an der Gedenktafel auf Engerser Seite treffen konnten.
Es wurde das „Vater unser“ in der längeren Version nach Matthäus gebetet mit insgesamt sieben Bitten.
Werner Johann Keßler sagte in seiner kurzen Ansprache „Frieden ist eine Gabe Gottes und damit Aufgabe des Menschen“. Zu dieser Aufgabe gehört die Erinnerungskultur, die angesichts der sinkenden Zahl an Zeitzeugen und des wachsenden Abstandes an das furchtbare Geschehen der Brückensprengung und des Krieges immer wichtiger wird.
Beeindruckend waren beim Gedenken die Aussagen zweier Zeitzeugen, die als Kinder bzw. Jugendliche den Krieg erlebten. Ein 88-jähriger Mann sprach davon, dass sein Vater im Krieg gefallen war und dass das Aufwachsen ohne Vater sein Leben prägte.
Ein 92 Jähriger sprach von der Flucht seiner Eltern aus Köln in den Osten und dann von der Vertreibung aus dem Osten wieder in den Westen.
„Es ist ein Wunder, dass ich noch lebe und hier stehen kann und ich bedanke mich für diese Gedenkstunde“, so seine Aussage.
Pressemitteilung
Bürgerinitiative „Gedenktafel“
