Auf dem alten Sportplatz in Morenhoven können 24 Häuser entstehen, damit ist Finanzierung gesichert
Gemeinderat Swisttal gab grünes Licht für Gemeinschaftssportanlage
Bürger für Swisttal entschieden sich nach der Ausschusssitzung noch einmal anders, allerdings eher unfreiwillig
Swisttal. Zwar mit Bauchschmerzen, aber auch mit deutlicher Mehrheit machte der Swisttaler Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung vor gut 100 Besuchern, vor allem aus den beiden betroffenen Vereinen, den Weg frei für die geplante Gemeinschaftssportanlage des SV Swisttal (Morenhoven) und der Hertha Buschhoven am westlichen Ortsrand von Buschhoven. Nachdem der Planungsausschuss wenige Tage zuvor noch das geplante Baugebiet auf dem bisherigen Morenhovener Fußballplatz gestoppt hatte, gab der Gemeinderat für diese neue Nutzung doch grünes Licht. Der Erlös aus dem Verkauf der Grundstücke in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro trägt wesentlich zur Finanzierung der neuen Gemeinschaftssportanlage bei.
Vier der 24 geplanten Wohnhäuser werden dann allerdings so nah am Waldrand stehen, dass Fachleute eine Gefahr für die Gebäude und die Bewohner bei einem Waldbrand oder wegen umstürzender Bäume bei einem Sturm nicht ausschließen wollten. Diese Bedenken hatte sich eine Mehrheit aus SPD, Grünen, BfS und FDP im Planungsausschuss zu eigen gemacht und den Bebauungsplan mehrheitlich abgelehnt hatte.
„Im Prinzip wird der Rat erpresst“
Doch im Gegensatz zur Ausschusssitzung hatte die neue Fraktion der „Bürger für Swisttal“ (BfS) bis zur Ratssitzung - wohl auch angesichts des Aufschreis, der durch die Vereine der Gemeinde halte - ihre Meinung dazu geändert. Wenn auch eher unfreiwillig, wie Fraktionssprecher Joachim Güttes in einer Erklärung betonte. Letztlich beuge sich seine Fraktion dem Zwang, den die Gemeindeverwaltung dem Rat eingebrockt habe. Die BfS stimme der Bebauung einzig und allein deshalb zu, um die Finanzierung der neuen Sportanlage nicht platzen zu lassen. Der Investor habe laut Verwaltung unmissverständlich mit einem Rückzug gedroht, sollte er sich mit seinen Plänen nicht durchsetzen können. „Sie haben das Planungsrecht der Gemeinde finanziellen Zwängen unterworfen“, warf Güttes vor allem Bürgermeister Eckhard Maack und der Ersten Beigeordneten Petra Kalkbrenner vor und stellte klar: „Im Prinzip wird der Rat erpresst!“
Maack seinerseits hatte die Ratsmitglieder zu Beginn der Beratung darauf hingewiesen, sie seien dazu verpflichtet, zum Wohl der Gemeinde zu handeln. Eine Ablehnung des Investorenangebots gehe an die Substanz. SPD, Grüne und FDP ließen sich allerdings von Maacks „Horrorszenario“, so Susanne Sicher (SPD), nicht beeindrucken. Es gehe um die Sicherheit der Bürger, die in die Häuser ziehen werden, und um den Naturschutz. Deshalb sei ein Abstand zum Wald von 30 Metern sinnvoll, die bisher vorgesehenen 12 bis 15 Meter einfach zu wenig. Kalkbrenner und CDU-Sprecher Jürgen Pump hielten dem entgegen, es gebe kein Gesetz, das einen Mindestabstand vorschreibe, sondern lediglich eine Empfehlung. Außerdem werde dem Naturschutz mit einem ruhigen Wohngebiet vermutlich mehr geholfen als mit dem bisher dort beheimateten Fußballplatz.
Von vier Häusern abhängige Planung ist unsolide
„Eine Planung, die von vier Häusern abhängt, ist unsolide“, schüttelte dagegen Ernst Ostermann (SPD) den Kopf, und seine Fraktionskollegin Susanne Sicher bemängelte, sie fühle sich von der Verwaltung nicht ernstgenommen. Die SPD habe von Anfang an Bedenken wegen der Finanzierung deutlich gemacht. Außerdem wollte sie wissen, wieso die Gemeindeverwaltung dem Investor ein Rücktrittsrecht eingeräumt habe. Maack antwortete, ein solcher Vorbehalt sei üblich und völlig nachvollziehbar. Abgesehen davon sei der relativ hohe Kaufpreis für die bisherigen Sportplätze in Buschhoven und Morenhoven nur durch diese „Optimierung auf 24 Grundstücke“ zu erzielen gewesen.
Nach wie vor fand es Monika Wolf-Umhauer (FDP) angebracht, auf die vier zusätzlichen Häuser am Waldrand zu verzichten und den vom Landesbetrieb Forsten empfohlenen Abstand von 30 bis 35 Metern zum Wald einzuhalten. Ihrer Ansicht nach seien die Häuser in Waldnähe stark gefährdet, weil die Bäume immer größer würden und bei einem Sturm umstürzen könnten. Diese Gefahr werde per Haftungsausschluss auf die künftigen Bewohner abgewälzt, kritisierte sie.
Für die Sicherheit der Morenhovener
Den Grünen gehe es nicht darum, eine Sportanlage zu verhindern, betonte Udo Ellmer (Grüne). Vielmehr sehe man sich in der Pflicht, sich für die Sicherheit der künftigen Morenhovener und für den Erhalt eines wichtigen Naturschutzgebietes einzusetzen. „Nur weil die falsche Planung einen großen Druck in der Bevölkerung auslöst, wird sie nicht rechtens“, argumentierte der Grünen-Sprecher.
So fasste der Swisttaler Rat mit 24 Ja-Stimmen von CDU und BfS den Satzungsbeschluss, der die Bebauung des bisherigen Morenhovener Sportplatzes wie vorgesehen mit 24 Häusern zum Inhalt hat. Nachdem bereits die Baugenehmigung für die neue Sportanlage vorliegt, sollen nun die Ausschreibungen auf den Weg gebracht werden, so Maack weiter. Schließlich hoffen die Vereine, dass der Platz Mitte 2015 fertig ist. -JOST-
