Politik | 27.06.2016

Gemeinsamer Protest gegen Bundesverkehrswegeplan 2030

Landräte, Oberbürgermeister sowie Präsidenten der Kammern und Verbände wenden sich in einem gemeinsamen Schreiben an Bundesverkehrsminister Dobrindt

Gemeinsamer Protest gegen Bundesverkehrswegeplan 2030

Der Bundesverkehrswegeplan 2030 stellt als wichtigstes Instrument der Verkehrsinfrastrukturplanung des Bundes die verkehrspolitischen Weichen für die kommenden 10 bis 15 Jahre. Er betrachtet dabei sowohl die Bestandsnetze als auch Aus- und Neubauprojekte auf Straße, Schiene und Wasserstraße. Der Entwurf dieses Planes, welcher in diesem Frühjahr veröffentlicht wurde, sieht eine Güterzug-Alternativstrecke für das Mittelrheintal nicht als vordringlich vor, sondern stuft eine solche lediglich als potenziellen Bedarf ein. Mit einer Verabschiedung des Bundesverkehrswegeplans durch das Bundeskabinett ist im Juli zu rechnen.

Landrat Dr. Alexander Saftig, der federführend in Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde Weißenthurm und der Bürgerinitiative „WIR gegen Bahnlärm in der VG Weißenthurm e.V.“ ein gemeinsames Schreiben an den Bundesverkehrsminister initiiert hat, verdeutlicht die Beweggründe: „In Verantwortung für die bereits heute von unerträglichem Bahnlärm betroffenen Menschen haben wir uns gemeinsam mit der dringlichen Bitte an Bundesverkehrsminister Dobrindt gewandt, in dieser existenziellen Entscheidung umzudenken und den für die Zukunft des Mittelrheintals und seiner Menschen überlebensnotwendigen Bau einer Alternativtrasse als vordringliche Maßnahme in den Bundesverkehrswegeplan 2030 aufzunehmen.

„Die Unterzeichner sind sich einig: „Das Mittelrheintal kann nur dann eine weiterhin positive Entwicklung nehmen, wenn die aufgrund des Bahnlärms bereits heute eingetretenen negativen Entwicklungen wie massive Gesundheitsgefährdung der Bahnanwohner, Wegzug der jungen Generation und damit einhergehende Überalterung, Verlust der Lebens- und Wohnqualität, zunehmende Beschädigung des touristischen Angebotes, Wertminderung von Grundstücken und Immobilien, rasche und wirksame Lösungen erfahren.

Dies kann aber nur gelingen, wenn neben der Umsetzung von kurz- und mittelfristigen Maßnahmen zur Minderung des Bahnlärms der Güterzugverkehr durch den Bau einer wie auch immer gearteten Güterzug-Alternativstrecke in absehbarer Zeit aus dem engen Mittelrheintal verlagert werden kann.“

Das gemeinsame Schreiben wurde unterzeichnet durch die Landräte Dr. Alexander Saftig (Landkreis Mayen-Koblenz), Rainer Kaul (Landkreis Neuwied), Dr. Jürgen Pföhler (Landkreis Ahrweiler), Frank Puchtler (Rhein-Lahn-Kreis), Dr. Marlon Bröhr (Rhein-Hunsrück-Kreis), Claus Schick (Landkreis Mainz-Bingen), Burkhard Albers (Rheingau-Taunus-Kreis), den Oberbürgermeistern Professor Dr. Joachim Hofmann-Göttig (Stadt Koblenz,), Sven Gerich (Stadt Wiesbaden), Miachel Ebling (Stadt Mainz) sowie den Präsidenten der Kammern und Verbände Manfred Sattler (IHK Koblenz), Dr. Engelbert J. Günster (IHK Rheinhessen), Gereon Haumann (Dehoga Rheinland-Pfalz), Kurt Krautscheid (HWK Koblenz) sowie Hans-Jörg Friese (HWK-Rheinhessen).

Pressemitteilung der

Bürgerinitiative

„WIR gegen Bahnlärm

in derVG Weißenthurm e.V.“

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