Politik | 27.08.2026, 23:58 Uhr

Rheinradweg Ausbau

Geplanter Rheinradwegausbau in Niederlahnstein mit Fokus auf Naturschutz und Mobilität

Walnussallee/Niederlahnstein

Niederlahnstein. Der geplante Ausbau des Rheinradwegs zwischen der Lahnmündung und dem Brauhaus Maximilian stellt ein bedeutendes Infrastrukturprojekt für Lahnstein dar. In Verbindung mit der neu entstehenden Lahnbrücke bietet sich die Möglichkeit, einen durchgängigen Radweg zu schaffen, der sowohl den Tourismus als auch die Mobilität der Bürger fördert. Angesichts der geografischen Gegebenheiten im Rheintal können gut ausgebaute Radwege einen entscheidenden Beitrag zur Verkehrswende leisten, indem sie nachhaltige Mobilität unterstützen und den Straßenverkehr entlasten.

Die Finanzierung des Projekts könnte durch Programme des Bundesradwegenetzes erfolgen; jedoch hängt die Bewilligung der Mittel von den weiteren Planungen und Genehmigungsverfahren ab. Besonders hervorzuheben ist, dass der geplante Abschnitt in einem ökologisch sensiblen Bereich liegt, angrenzend an ein FFH-Gebiet. Hier sind umfassende Prüfungen durch die Naturschutzbehörden erforderlich.

Die artenreiche Flora und Fauna in diesem Bereich, einschließlich der Zwergfledermaus, erfordern gesetzlich vorgeschriebene Artenschutzuntersuchungen, die noch nicht abgeschlossen sind. Aussagen zu bevorstehenden Baumfällungen sind daher verfrüht. Zur Evaluation der Umsetzbarkeit des Projekts wurde ein Planungsbüro mit der Erstellung von Varianten beauftragt, wobei aktuell nur eine Entwurfsplanung vorliegt.

Im Bauausschuss und Stadtrat wurde der Entwurf einer einspurigen Wegeführung zugestimmt, um den Flächenverbrauch zu minimieren und eine mögliche Förderung zu sichern. Diese Lösung würde allerdings die Entfernung von Bäumen der historischen Walnussallee zur Folge haben. Der Verlust dieser alten Bäume, die wichtige ökologische Funktionen erfüllen, kann nur langfristig kompensiert werden. Der Erhalt der Zwergfledermauspopulation muss dabei besondere Beachtung finden.

Ein erheblicher Teil der Walnussbäume befindet sich am Ende seiner Lebensphase. Um die Allee zu sichern, sind Nachpflanzungen und eine schrittweise Erneuerung notwendig. Ein umfassendes Alleemanagement fehlt in Lahnstein, alle Alleen betreffend, bislang, was die nachhaltige Entwicklung der Baumalleen gefährdet.

Es zeigt sich, dass ein uneingeschränkter Ausbau des Radwegs ohne naturschutzfachliche Belange sowie ein Festhalten am Status quo keine nachhaltige Lösung darstellen. Vielmehr ist es entscheidend, moderne Verkehrsanforderungen und den Natur- und Artenschutz in Einklang zu bringen.

Zusammenfassend bietet der geplante Ausbau des Rheinradwegs Chancen für den Tourismus und die Verkehrswende, erfordert jedoch sorgfältige Abwägungen aufgrund der ökologischen Sensibilität des Gebiets. Es müssen Lösungen gefunden werden, die sowohl den Bedürfnissen einer zukunftsfähigen Mobilität als auch dem langfristigen Erhalt der wertvollen Rheinlandschaft gerecht werden.

Alexandra Dinzen, Vorstandssprecherin der Lahnsteiner Grünen, Gartenbauingenieurin und Mitglied im Bauausschuss, wurde in dieser Thematik konsultiert, um die ökologischen Belange angemessen zu berücksichtigen.

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Walnussallee/Niederlahnstein Foto: J.Niel

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