Sitzung des Gemeinderats Thür mit großer öffentlicher Beteiligung
Geplantes Baugebiet in Kottenheim ist vielen ein Dorn im Auge
Zahlreiche Bürger befürchten innerorts noch höheres Verkehrsaufkommen
Thür. Im Fokus der Thürer Gemeinderatssitzung am vergangenen Donnerstag stand das in Kottenheim geplante Neubaugebiet „In der Rutschbach“.
Anwohner befürchten höheres Verkehrsaufkommen
Stellvertretend für den verhinderten Ortsbürgermeister Rainer Hilger begrüßte der 1. Beigeordnete Jürgen Jakob neben den Ratsmitgliedern auch Verbandsgemeindebürgermeister Jörg Lempertz und den Leiter des Ordnungsamts der VG-Verwaltung, Otmar Schüller. Ein besonderer Gruß des Beigeordneten galt den zahlreichen Thürer Bürgern, die sich zur Einwohnerfragestunde eingefunden hatten. Bei den meisten handelte es sich um Anwohner der Kottenheimer Straße, die ihrem Ärger über die ohnehin schon seit langem außergewöhnlich stark frequentierte Kottenheimer Straße Luft machten. Wegen des geplanten Neubaugebiets befürchten sie ein noch höheres Verkehrsaufkommen, unter anderem durch Lkw, was nicht zuletzt auch zu Straßenschäden führen könnte. Während einige Anwohner sich für das „Blitzen“ in der Tempo-30-Zone und für eventuelle Fahrbahnerhöhungen aussprachen, gab Lempertz zu bedenken, dass ein sogenannter „Koblenzer Teller“ zwar teuer, aber dafür auch die sinnvollste Variante sei. „Je leiser die Fahrbahnerhöhungen sind, umso teurer sind sie zumeist“, so der Bürgermeister. Ortsbeigeordneter Jakob stellte zum Abschluss des Meinungsaustauschs fest, dass man ad hoc keine Lösung finden werde, und versicherte: „Wir arbeiten aber daran.“ Ortsbürgermeister Hilger hatte bereits im Dezember wegen des geplanten Neubaugebiets ein Schreiben an die Ortsgemeinde Kottenheim gerichtet. „Unser Ziel ist es, mit Kottenheim im Dialog zu bleiben. Selbstverständlich gönnen wir den Kottenheimer Bürgern ihr Neubaugebiet, allerdings dürfen die Thürer Interessen dabei nicht auf der Strecke bleiben“, erklärte der Beigeordnete Lukas Ellerich auf Anfrage von BLICK aktuell.
Rat wünscht sich zwei Tempo-30-Zonen
Unter Berücksichtigung der vom Bauausschuss am im Dezember in Sachen „Tempo-30-Zonen in der Ortsgemeinde Thür“ unterbreiteten Vorschläge fasste der Gemeinderat nun folgenden einstimmigen Beschluss: „Der Gemeinderat Thür befürwortet die Ausweisung von zwei ‚Tempo-30-Zonen‘ beidseits der Ortsdurchfahrt der K 55 in der Ortslage Thür. Den durch die notwendige Beschaffung der erforderlichen Verkehrszeichen entstehenden überplanmäßigen Aufwendungen wird zugestimmt. Der Ortsbürgermeister wird ermächtigt, beim alsbald stattfindenden Ortstermin den Wunsch der Ortsgemeinde Thür auf Ausweisung einer Geschwindigkeitsbeschränkung auf maximal 30 km/h in den engen Straßenabschnitten der K 55 (in Fallerstraße, Breitsteinstraße und Mendiger Straße) darzulegen.“
Außerdem erklärte der Gemeinderat sich damit einverstanden, am Ortseingangsbereich der Kottenheimer Straße zunächst einmal mit dem neuen mobilen Geschwindigkeitsanzeigesystem eine Verbesserung der Verkehrssituation zu erreichen und damit letztlich vorerst auf bauliche Maßnahmen dort zu verzichten.
Die Friedhofsgebührensatzung der Gemeinde Thür von 2000 bedurfte wegen verschiedener Veränderungen im Bereich des gemeindlichen Friedhofs einer umgehenden Anpassung. So wurden auf dem Friedhof der Ortsgemeinde vor nicht allzu langer Zeit verschiedene Grabarten angelegt und zur Belegung angeboten, die in der bisherigen Friedhofsgebührensatzung noch nicht mit einer entsprechenden Gebühr enthalten sind. Dabei handelt es sich um die möglichen Urnenbeisetzungen im sogenannten „Garten der Erinnerung“, die neuen Rasengrabstätten für Urnen sowie die neuen Baumgrabstätten für Urnen.
In der vom Gemeinderat Thür im April 2018 beschlossenen neuen Friedhofssatzung sind diese „neuen Grabarten“ bereits aufgeführt. Im Rahmen einer Aktualisierung der Friedhofsgebührensatzung wurden für diese neuen Bestattungsmöglichkeiten nun auch die entsprechenden Gebührenfestlegungen getroffen. Gleichzeitig wurde eine angemessene Anhebung der Gebührensätze vorgenommen. Der Gemeinderat Thür beschloss einstimmig den Erlass einer neuen Friedhofsgebührensatzung. Die bisherige Satzung tritt mit Rechtskraft der neuen Satzung formell außer Kraft. Sobald die Gebührenkalkulation durch die Kommunalberatung Rheinland-Pfalz vorliegt, soll eine erneute Beratung zur Überarbeitung und Anpassung der Friedhofsgebührensatzung im Gemeinderat Thür vorgenommen werden.
Ferner beschloss der Rat einstimmig, für zukünftige gemeinsame Maßnahmen mit der Verbandsgemeinde oder dem Eigenbetrieb Wasser und Abwasser der Verbandsgemeinde Mendig die Ausschreibung von Bauleistungen unter gesamtwirtschaftlichen Aspekten durchzuführen und zu vergeben. FRE
Viele Autofahrer nutzen den Weg nach Kottenheim über die Kottenheimer Straße in Thür. Fotos: FRE