Politik | 06.02.2018

„CDU im Dialog“ in der Hufelandklinik in Bad Ems

„Gesundheitsversorgung 2025 im Rhein-Lahn-Kreis“

(V.l.:) Günter Groß, Mathias Lammert und Dr. Pascal Scher. Fotos: privat

Bad Ems. Eine lebendige Gesellschaft lebt vom regen Austausch miteinander. Aus diesem Grund hat die CDU-Kreistagsfraktion in 2014 „CDU im Dialog“ ins Leben gerufen, um auch außerhalb von Wahlkampfzeiten mit Bürgern und Vertretern verschiedener Institutionen ins Gespräch zu kommen. Vorsitzender Matthias Lammert, MdL und die beiden Stellvertreter Günter Groß und Udo Rau luden diesmal in die Realschule plus Bad Ems Nassau ein. Unter dem Titel „Gesundheitsversorgung 2025 im Rhein-Lahn-Kreis“ stand die Veranstaltung der „CDU im Dialog“-Reihe in der Hufelandklinik in Bad Ems.

CDU-Kreis- und Fraktionsvorsitzender Matthias Lammert, MdL freute sich, einige Gäste zur 35. Ausgabe der Veranstaltungsreihe besonders begrüßen zu können: Den Lahnsteiner Oberbürgermeister Peter Labonte, den Vorsitzenden des neuen CDU-Gemeindeverbandes Bad Ems-Nassau Paul Schoor sowie den CDU-Ortsverbands- und Fraktionsvorsitzenden der Bad Emser CDU Oliver Krügel.

CDU-Kreis- und Fraktionsvorsitzender Matthias Lammert war sehr erfreut, dass mit Dr. Pascal Scher der kaufmännische Direktor des Elisabeth Vinzenz Verbunds (EVV) als Referent zur Verfügung stand. Die Integration der Katholischen Kliniken Lahn (Marienkrankenhaus Nassau / Hufelandklinik Bad Ems) in den Elisabeth Vinzenz Verbund (zu dem das Lahnsteiner St. Elisabeth-Krankenhaus gehört) bekam durch die im Dezember angemeldete Insolvenz der Paracelsuskliniken eine neue Dynamik.

„90 Betten mehr als im Bundesdurchschnitt“

Dr. Scher ging sehr detailliert auf die Gründe des Zusammenschlusses ein. „Acht Krankenhäuser im Rhein-Lahn-Kreis bewirken mit 877 Betten eine hohe Versorgungsdichte, bei der 710 Betten auf 100.00 Einwohner kommen. Dies wiederum sind 90 Betten mehr als im Bundesdurchschnitt“, so der kaufmännische Direktor.

Des Weiteren erläuterte Dr. Scher die fünf wesentlichen Einflussfaktoren auf den Gesundheitsmarkt: Bevölkerungsanzahl, Altersstruktur, Verweildauer, Ambulantisierung und die Regulierung. Auch die politischen Rahmenbedingungen sind vorgegeben. Und diese streben nach immer größeren Einheiten, die wiederum für höhere Kompetenz vor Ort sorgen. Aber es gibt auch weitere Gründe, die die Zusammenlegung kleinerer Häuser sinnvoll werden lassen: Neben medizinisch und pflegerisch besseren Möglichkeiten können Ressourcen gebündelt werden und Investitionen erhalten eine langfristige Planungssicherheit. Das Know-How – vorhandenes Wissen – der Doktoren und Fachkräfte vor Ort kann geteilt werden und kommt den Mitarbeitern, aber vor allem den Patienten zugute. Denn je größer und leistungsfähiger ein Krankenhausangebot ist, desto kürzer sind die Wege für die Patienten, da bei kleineren Einheiten manche Leistungen vor Ort nicht vorgehalten werden, zum Beispiel, wenn ein Patient in Bad Ems ein „CT“ benötigt, muss er dafür nach Lahnstein.

Der EVV versorgt aktuell – so Dr. Scher – mit insgesamt 8.000 Mitarbeitern und rund 3.500 Betten über 150.000 Patienten pro Jahr und gehört damit zu den größten christlichen Krankenhausträgern Deutschlands. An den drei Standorten Nassau, Bad Ems und Lahnstein werden mehr als 10.500 Patienten pro Jahr versorgt. Die vor allem aus Qualitätsgründen geplante Zusammenlegung der Standorte wird allerdings kurzfristig nicht erfolgen, da noch Mietverträge bis 2023 existieren. Nach aktuellen Planungen wird es aber nach 2023 eine Konzentration stationärer Angebote in Lahnstein geben.

Folgen für den Gesundheitsstandort Bad Ems wurden diskutiert

In der anschließenden intensiven Diskussion standen Fragen nach den Folgen für den Gesundheitsstandort Bad Ems im Vordergrund. So sei die Hufelandklinik der einzige Lungenheilkundestandort und der Verlust für Bad Ems mehr als schmerzhaft. „Wenn dann auch noch die Paracelsusklinik geschlossen wird, ist das eine Katastrophe für Bad Ems“, meinte u.a. Franz Lehmler. Die Forderung an die Landespolitik zu helfen, nahm Landtagsabgeordneter Lammert mit, der versprach, das Anliegen in Mainz anzubringen. Dr. Pascal Scher begrüßte den Wunsch, die Landesregierung in die Pflicht zu nehmen, wies aber auch darauf hin, dass der Landesrechnungshof solche Bemühungen einbremsen werde, da bei jeder Standortdiskussion auch die Wirtschaftlichkeit eine Rolle spiele.

Günter Groß, stv. Faktionsvorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion, dankte in seinem Schlusswort dem Referenten für die Informationen aus erster Hand. Aus Sicht eines Kommunalpolitikers im Rhein-Lahn-Kreis freue er sich zunächst einmal darüber, dass die Integration des Elisabeth Vinzenz Verbundes innerhalb des Kreises vollzogen würde und keine Kapazitäten abgebaut würden. „Wenn man sich deutschlandweit andere Kreise anschaue, sei das keine Selbstverständlichkeit“. In der Diskussion deutlich geworden sei aber auch, dass die Integration in den Verbund und die Insolvenz der Paracelsusklinik in der Diskussion „vermischt“ würden. Abzuwarten bliebe jetzt erst einmal die Insolvenzeröffnung der Paracelsuskliniken Ende Februar. Seitens der CDU-Kreistagsfraktion appellierten Matthias Lammert und Günter Groß an die Zuständigen, ihrer Verantwortung im Sinne einer bestmöglichen Patientenversorgung zukunftsorientiert gerecht zu werden.

Die nächste „CDU im Dialog“-Veranstaltung findet am 26. Februar in Lahnstein (Fa. Zschimmer & Schwarz) statt. Pressemitteilung

Matthias Lammert, MdL

Zahlreiche Besucher waren gekommen, um sich aus erster Hand informieren zu lassen.

Zahlreiche Besucher waren gekommen, um sich aus erster Hand informieren zu lassen.

(V.l.:) Günter Groß, Mathias Lammert und Dr. Pascal Scher. Fotos: privat

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