Getreidefrühschoppen 2014
Getreideernte im vollen Gange
Raiffeisen Rhein-Ahr-Eifel informierte die Landwirte über Chancen und Risiken
Stotzheim. Viele Teilnehmer des diesjährigen Stotzheimer Getreide-Frühschoppens saßen schon auf heißen Kohlen, bevor es losging - der Mähdrescher wartete. Aufgrund der dieses Jahr früh einsetzenden warmen Temperaturen war die Ernte Ende Juni schon in vollem Gang und die Gäste aus den Kreisen Euskirchen, Rhein-Sieg und Ahrweiler waren zum Teil direkt vom Feld nach Stotzheim geeilt. Daher waren alle erfreut, dass Dr. Alois Splonskowski pünktlich mit seinen Ausführungen begann. Er schlug den Bogen von weltweiten Megatrends über die Getreideversorgungsbilanz mit Weizen über Futtergetreide bis zum Maisverbrauch für die Ethanol-Gewinnung und Raps für die Ölproduktion. Die Auswirkungen der Trockenheit im Mittleren Westen der USA, Australien und Afrika waren genauso Thema wie die Krise in der Ukraine, aber auch die positiven Trends im Norden Europas. Auffällig war, dass es deutliche Rückgänge im Bereich der Futtergetreide, Roggen/Gerste, gibt, Mais sich aber auf hohem Niveau hält. In der EU sind die Überschussbilanzen für Weizen und Gerste etwas gesunken aber immer noch ausreichend für den Export und für die Intervention für die bedürftigen Staaten.
Die EU-Gesamtgetreidefläche steigt marginal, die Produktion übertrifft den Binnenmarktverbrauch allerdings um 25,3 Millionen Tonnen. Die Erntezuwächse führen zu einem leichten Bestandsaufbau bei allen Getreidearten und Ölsaaten. Die Preisbildung in der EU leitet sich maßgeblich von der Weltmarktpreisentwicklung ab und wird durch US-Dollarkurs, US-Getreide/Maisernte, den Rohölpreis sowie Ernteerwartungen in Zentraleuropa (Russland) und der Schwarzmeerregion (Ukraine) nachhaltig beeinflusst. Die weltwirtschaftliche und politische Situation sowie die Spekulation als Risikofaktoren für die Preisbildung nehmen stark zu. Die resultierenden Preisausschläge werden höher.
Das ist allerdings keine ernste Bedrohung für die hiesigen Landwirte, die in erster Linie für den EU-Binnenmarkt produzieren, was die Risiken in Grenzen hält. Wenn die Qualität stimmt und die Raumgewichte in Ordnung sind, gibt es keine Probleme bei Absatz und Erlös. Erste Analysen der angelaufenen Lieferungen, 50 bis 60 Prozent der Gerste sind eingefahren, zeigen eine gute Qualität, das Raumgewicht liegt deutlich über den Grenzwerten und die Feuchte stimmt. Allerdings schwanken die Erträge aufgrund der Trockenheit während des Frühjahrs. Die Frühjahrstrockenheit könnte sich bei der Weizenernte und Rapsernte noch stärker auswirken. WP
