Politik | 10.02.2023

Frauen Union Andernach informiert sich über das Frauenhaus Mayen-Koblenz

„Gewalt macht was mit Frauen“

V.l.: Julia Gorte, Andrea Kohlhaas und die Leiterin des Frauenhauses MYK im Austausch mit den Vorstandsmitgliedern der Frauen Union Andernach Ursula Eisl, Annette Weiß, Anja Langenbahn und Dr. Hedda von Wedel. Foto: privat

Andernach. Die Gründe, sich an ein Frauenhaus zu wenden, sind vielfältig, erläutert die Leiterin des Frauenhauses Mayen-Koblenz (FH) den Vorstandsmitgliedern der Frauen Union Andernach (FU) bei einem gemeinsamen Treffen. Dazu gehören körperliche und psychische Gewalt, ausgeübt z.B. von Ehemännern, Partnern, Expartnern oder Arbeitgebern aber auch materielle Gewalt, die sich darin äußert, dass Frauen keine finanziellen Mittel zur Verfügung stehen, um am sozialen Leben teilhaben zu können. In Deutschland gibt es 340 Frauenhäuser erklärt die Leiterin des FH und 340 fehlen. Seit Eröffnung des FH vor 11 Monaten haben die Mitarbeiter 130 Notrufe erhalten, wovon nur 30 Frauen aufgenommen werden konnten. Erreicht ein Notruf unter der Telefonnummer 02651/8069000 das FH, so prüft die Mitarbeiterin, ob ein Platz frei ist. Ist das nicht der Fall, dann unterstützt die Mitarbeiterin die Hilfesuchende, indem sie gemeinsam auf der Internetseite www.frauenhaus-suche.de deutschlandweit nach freien Plätzen suchen. Damit die Anonymität der Frauen gewahrt bleibt, wird eine Hilfesuchende nur in einer Entfernung ab 10 bis 15 km von ihrem ursprünglichen Wohnort aufgenommen. Oftmals kommt auf die Frauen eine weite Bahnreise zu, für die Ihnen keine finanziellen Mittel zur Verfügung stehen. In dem Fall rät das FH, sich an die Bahnhofsmission, die Soforthilfe des Weißen Rings oder an die Polizei zu wenden, die ggf. die Kosten für die Fahrt übernehmen. Das FH bietet Unterkunft für 10 Frauen und ihre Kinder. Neben einem privaten Zimmer, steht den Bewohnern eine Gemeinschaftsküche und ein Gemeinschaftswohnraum zur Verfügung. Zurzeit wohnen in der 10er WG in MYK 16 Personen, der Jüngste ist drei Monate alt, die Älteste 78 Jahre. Gerade für Kinder stellt sich die Situation als sehr schwierig dar, da sie meist Hals über Kopf mit ihrer Mutter ihr zuhause verlassen und Spielsachen, Freunde, Kita oder Schule zurücklassen müssen. Darüber hinaus sind sie von den Gewalteindrücken zuhause geprägt. „Wir haben die ganze Welt bei uns“, Frauen unterschiedlichster Nationalitäten und aus allen Schichten der Gesellschaft, erklärt die Leiterin und „jede Frau hat einen Leidensweg beendet“, vorerst zumindest. Denn ein Teil kehrt - oftmals auf Wunsch der Kinder, die wieder nach Hause möchten - in ihr Martyrium zurück.

„Gewalt macht was mit Frauen“ informiert die Leiterin des FH. Sie sind eingeschüchtert und können kaum noch klar denken. Oftmals vergehen Jahre, bis Frauen den Mut aufbringen, Hilfe zu suchen. Termine bei einem Psychologen zu bekommen, sei ganz schwierig. Aufgrund der Gewalterfahrung der Frauen und Kinder ist es den Mitarbeiterinnen des FH ein ganz besonderes Anliegen, mit ihnen schöne Gemeinschaftsaktionen durchführen zu können, z.B. Ausflüge, um unbeschwerte Erlebnisse zu generieren oder eine Weihnachtsfeier mit kleinen Geschenken. Dafür werden jedoch Spenden benötigt. Alle Spenden, die unter dem Verwendungszweck „Frauenhaus“ auf dem Spendenkonto des DRK (DRK Kreisverband Mayen Koblenz e.V., IBAN: DE49 5765 0010 0000 0071 38, BIC: MALADE51MYN) eingehen, werden laut der Leiterin für die Frauen und Kinder „für schöne Dinge ausgegeben“.

Die Vorstandsmitglieder der FU bedankten sich recht herzlich bei der Leiterin des FH für den tiefen Einblick, den sie in das Alltagsleben im FH und über seine Bewohner erhalten durften, insbesondere bei der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Andernach Andrea Kohlhaas, die das Treffen arrangiert hatte und versprachen bei ihren nächsten Veranstaltungen um Spenden für das FH zu werben.

Als weiteren Tagesordnungspunkt stellte Julia Gorte, Mitarbeiterin der VHS Andernach und Netzwerkkoordinatorin von GrubiNetz das Thema „Analphabetismus bei Erwachsenen“ vor zu dem die FU in den nächsten Wochen berichten wird.

Pressemitteilung der

Frauen Union Andernach

V.l.: Julia Gorte, Andrea Kohlhaas und die Leiterin des Frauenhauses MYK im Austausch mit den Vorstandsmitgliedern der Frauen Union Andernach Ursula Eisl, Annette Weiß, Anja Langenbahn und Dr. Hedda von Wedel. Foto: privat

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