Wachtberger Planungsausschuss tagte
Grünes Licht für das Baugebiet „Scheeßberg“ in Adendorf
Dreilindenhof will Pferdestall für 40 Pensionspferde errichten
Wachtberg. Der Golfclub Bonn-Godesberg in Wachtberg will seinen Golfplatz in Niederbachem jetzt doch nicht erweitern. Das teilte der Erste Beigeordnete der Gemeinde Wachtberg, Jörg Ostermann, am Ende der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Gemeindeentwicklung und Planung mit. Der Verein habe seinen Entschluss per E-Mail mitgeteilt, zum jetzigen Zeitpunkt die Erweiterungspläne um neun Löcher nicht weiter zu verfolgen. Dafür wäre nämlich eine neue Verkehrsanbindung der Golfanlage notwendig geworden, wozu sich der Verein derzeit außerstande sieht. Er habe sich allerdings offen gelassen, zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht einen erneuten Vorstoß zu wagen.
Knappe Mehrheit für den Dreilindenhof
Mit knapper Mehrheit erteilte der Ausschuss sein Einvernehmen für die geplante Erweiterung des „Dreilindenhofes“ bei Niederbachem um einen Pferdestall. Neun Ausschussmitglieder stimmten dafür, sieben dagegen bei einer Enthaltung. Bereits im vergangenen Jahr war der Antragsteller mit dem Vorhaben gescheitert, den Pferdehof zu einem Trainingsstützpunkt für eine Reiterin der Weltelite auszubauen. Damals waren Befürchtungen laut geworden, dass die schmale Zufahrtsstraße einem befürchteten Zuwachs an Autoverkehr nicht gewachsen sei, aber die Kreisverwaltung hatte ohnehin ihr Veto gegen die Erweiterung eingelegt.
„Jetzt tritt genau das ein, was wir damals an die Wand gemalt haben, und wir können wegen der Privilegierung des Vorhabens noch nicht einmal etwas gegen tun“, schüttelte daher etwa CDU-Fraktionschef Franz Jäger den Kopf. Das Stallgebäude soll Putzplätze für die Pferde, einen Tierarzt- und Schmiedebereich sowie zwei Apartments für Auszubildende in der Pferdewirtschaft beinhalten. Der Betrieb soll damit um den Betriebszweig der Pensionspferderhaltung ergänzt werden, durch den Stallneubau werde die Haltung von insgesamt 40 Pensionspferden beabsichtigt. Der Stall diene sowohl der Verbesserung der Haltungsbedingungen wie auch der positiven Entwicklung des landwirtschaftlichen Betriebes, so der Antragsteller.
Unter dem Vorbesitzer war es auch nicht anders
Ostermann sah keine Möglichkeit, dem privilegierten Bauantrag das Einvernehmen nicht zu erteilen, denn eine Beeinträchtigung öffentlicher Belange lägen nach Ansicht der Gemeindeverwaltung nicht vor. Zumal bereits in der Baugenehmigung im Jahr 2000 für den Wiederaufbau des Hofes als Zucht-, Reit- und Turnierbetrieb mit Wohnhaus dieser Pferdestall bereits enthalten gewesen sei, jedoch bislang nicht errichtet wurde. Andrea Lohmeier (CDU) wies darauf hin, dass es früher unter dem Vorbesitzer auch nicht anders gewesen sei, damals seien sogar noch mehr Pensionspferde dort untergebracht gewesen. Ostermann will den Betreiber davon überzeugen, zwei Ausweichbuchten auf der Zufahrtsstraße zu schaffen, um einen Gegenverkehr zu ermöglichen. Einstimmig hingegen war die Zustimmung des Ausschusses zum Bebauungsplan „Scheeßberg“ in Adendorf. Zuvor waren die eingegangenen Stellungnahmen aus der Öffentlichkeitsbeteiligung behandelt und zum Teil in die endgültige Fassung des Bebauungsplanes eingearbeitet worden. So wurde beschlossen, auf der Landesstraße 123 am Ortsausgang in Richtung Arzdorf eine Linksabbiegerspur in das neue Wohngebiet zu errichten und darüber hinaus auch noch eine Querungsanlage für Fußgänger. Damit soll nicht zuletzt eine Verlangsamung des Verkehrs in diesem Bereich erreicht werden, wie Ostermann ausführte. Zwar sei ein Ausbau des Knotenpunktes an dieser Stelle nicht zwingend notwendig, werde vom Landesbetrieb Straßenbau NRW jedoch ebenso wie vom Verkehrsgutachter empfohlen. „Es wird auf jeden Fall eine Verbesserung des status quo erreicht werden“, war Ostermann überzeugt. Der von einigen Adendorfern ins Gespräch gebrachte Kreisverkehr wurde jedoch abgelehnt, da er nicht zu einer weiteren Verbesserung der Verkehrssituationen führen könne. Auch für die Entwässerung wurde eine optimierte Lösung gefunden. Die neue Planung sieht vor, dass die Erschließung des Gebietes im Trennsystem erfolgt. Dabei werden Schmutz- und Niederschlagswasser getrennt gesammelt und abgeleitet. Das Schmutzwasser wird über eine Pumpstation an den Kanal Grimmersdorfer Straße angeschlossen. Das Niederschlagswasser wird über ein Regenrückhaltebecken mit einem Volumen von 390 Kubikmeter geleitet und so auf eine Menge von 16 Liter pro Sekunde gedrosselt, bevor es in das angrenzende Gewässer gepumpt wird. Die Untersuchungen hätten ergeben, dass selbst ein 100-jähriges Hochwasser kein Überflutungsrisiko darstelle. Zudem werde auch die vorhandene Mischwasserkanalisation im Grimmersdorfer Weg nicht durch Niederschlagswasser belastet. Der Gemeinderat soll jetzt in seiner nächsten Sitzung den Bebauungsplan endgültig beschließen.
JOST
