Politik | 20.12.2017

Gesellschafterversammlung des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein

Grünes Licht für die Ein-Standort-Lösung

Die sechs Gesellschafter befürworten, dass die Pläne zum Großklinikum in Moselweiß weiterverfolgt werden

Die Gesellschafterversammlung des GK-Mittelrhein gibt grünes Licht für die Ein-Standort-Lösung.  GK-Mittelrhein

Koblenz. Eine der wichtigsten Hürden zur Zukunftssicherung des Gemeinschaftklinikums (GK) Mittelrhein ist genommen. Die Gesellschafterversammlung des GK-Mittelrhein hat der sogenannten Ein-Standort-Lösung vom Grundsatz her einstimmig zugestimmt. „Für uns heißt das, dass wir die Pläne zur baulichen Zusammenlegung der beiden Koblenzer Betriebsstätten – Evangelisches Stift St. Martin und Kemperhof – auf unserem Gelände in Moselweiß mit Hochdruck vorantreiben“, sagt Martin Stein, Kaufmännischer Geschäftsführer des GK-Mittelrhein, das rund 4000 Mitarbeiter beschäftigt.

Endgültige Entscheidung soll bis April getroffen werden

Die sechs Gesellschafter des Unternehmens – das sind die Stiftung Evangelisches Stift St. Martin, die Stadt Koblenz, der Landkreis Koblenz-Mayen, die Stiftung Hospital zum Heiligen Geist Boppard, die Stiftung Seniorenhaus zum Heiligen Geist Boppard und die Diakoniegemeinschaft Paulinenstift Wiesbaden – wollen in den kommenden Monaten die vertraglichen Grundlagen zur Umsetzung der Ein-Standort-Lösung schaffen. „Die daraus resultierenden, neuen Verträge sind dann die Grundlage für die endgültige Entscheidung, die spätestens bis April 2018 getroffen werden soll“, erläutert Hans-Jürgen Gutenberger, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung, den weiteren Fahrplan.

Fachabteilungen arbeiten künftig unter einem Dach

Zum Hintergrund: Im Rahmen der zum 1. Januar 2014 durchgeführten Fusion hatte man sich auf Basis eines medizinischen Konzeptes aus verschiedenen Gründen für die Zwei-Standort-Lösung, das heißt den Erhalt und die Sanierung beider Koblenzer Betriebsstätten (Kemperhof und Evangelisches Stift St. Martin), entschieden. Ende 2016 wurde diese Entscheidung noch einmal überprüft. „Im Ergebnis überwiegen sowohl medizinische als auch ökonomische Synergien bei einer Ein-Standort-Lösung deutlich“, berichtet Dr. Moritz Hemicker, der Medizinische Geschäftsführer des GK-Mittelrhein, und ergänzt: „Medizinisch spricht insbesondere dafür, dass dann das vorhandene Fachabteilungsspektrum unter einem Dach vorgehalten werden kann, was dazu führt, dass zum Wohle des Patienten jederzeit auf entsprechende medizinische Kompetenz zurückgegriffen werden kann. Zudem werden die Möglichkeiten der medizinischen Kompetenzbildung in Form von interdisziplinären Zentren erhöht.“

Die Tatsache, dass der nun anvisierte Standort in Moselweiß mehr darstellen wird als die Summe seiner beiden Teile, hat auch die Gremien überzeugt. „Wir gehen auch fest davon aus, dass wir dann mehr Patienten aus einem größeren Einzugsgebiet versorgen. Und eben das sichert langfristig Arbeitsplätze“, so Gutenberger. „Ökonomisch liegen die Vorteile ebenfalls auf der Hand. Als Beispiele sind geringere Unterhaltskosten, reduzierte Logistikkosten und Einsparungen bei Energiekosten zu nennen“, so Stein.

Land sagt Förderung für Baumaßnahmen zu

Bereits früh zeigte sich auch das Land Rheinland-Pfalz prinzipiell davon überzeugt, dass eine Ein-Standort-Lösung zu bevorzugen sei, und unterstützte bzw. forcierte eine dementsprechende Prüfung. Die Geschäftsführung hat die Machbarkeit in Form einer Bauzielplanung für die Realisierung einer möglichen Ein-Standort-Lösung auf dem Grundstück des heutigen Kemperhofs (Standort Moselweiß) überprüft und bezüglich der Baukosten bewerten lassen. Die entwickelte Bauzielplanung beschreibt eine Lösung, die die kompletten medizinischen Inhalte der beiden heutigen Standorte auf dem Gelände des Standortes Moselweiß zusammenführt. „Das ist ein eindeutiges Signal an die Mitarbeiter im Evangelischen Stift, dass genau ihr Know-how und Engagement auch zukünftig gefragt ist und bleibt“, so Hemicker.

Zur Ermittlung des tatsächlichen Flächenbedarfs wurde in den vergangenen Monaten mit der Erstellung eines Raum- und Funktionsprogramms begonnen. „Dieses Programm wird in Abstimmung mit den Nutzern und nach methodischer Vorgabe des Landes erarbeitet. Auf dieser Basis wird die Bauzielplanung überprüft bzw. angepasst. Die mit dem Land abgestimmte Planung stellt dann die Grundlage zur Ermittlung der förderfähigen Kosten dar“, sagt Stein und verweist auf ein Gespräch mit der Landesgesundheitsministerin: „Frau Ministerin Bätzing-Lichtenthäler hat zugesagt, dass sich das Land mit einer Förderquote zwischen 60 und 90 Prozent an den förderfähigen Kosten der Bauabschnitte für die Ein-Standort-Lösung beteiligen wird.“

Auch in Mayen und Boppard sind Investitionen geplant

Es darf nicht unerwähnt bleiben, dass das Unternehmen insgesamt auch an anderen Standorten noch größere Investitionen vornehmen wird. „Während in Nastätten bereits ein Neubau existiert, werden sowohl in Mayen als auch in Boppard derzeit Bauzielplanungen entworfen, die Standorte noch zukunftssicherer aufzustellen“, betont Hemicker.

„Wir sind uns im Klaren darüber, dass all diese baulichen Entscheidungen von hoher Wichtigkeit für unsere Mitarbeiter sind und Veränderungen mitunter mit Ängsten und Sorgen begleitet werden“, sagt Stein. „Wir können aber auch versichern, dass eben diese Maßnahmen die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens untermauern. Das Ziel, die Qualität der medizinischen Versorgung in Koblenz und in der Region weiter zu verbessern und nachhaltig zu gestalten, ist ein gemeinsames.“ Und Hemicker ergänzt: „Der Umfang und die Qualität des medizinischen und pflegerischen Leistungsangebots des Evangelischen Stifts St. Martin bleiben von der Grundsatzentscheidung Ein-Standort-Lösung unberührt. Das belegen unter anderem die Etablierung der Akutgeriatrie und die Ausweitung unserer Belegklinik für Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie in eine Hauptfachabteilung. Zumal der Umzug vom Evangelischen Stift St. Martin frühestens 2023 beginnen wird.“

Standort in der Südlichen Vorstadt bleibt erhalten

Und auch danach wird der Standort in der Südlichen Vorstadt seinem Anspruch an einen Gesundheitscampus gerecht: Ein bereits jetzt in der Planung befindliches Nachnutzungskonzept sieht vor, die Vielfalt der ambulanten Angebote aus den Bereichen ambulante Medizin, Prävention und Rehabilitation und Seniorenwohnen und -pflege auszuweiten und zu ergänzen.

Pressemitteilung

des GK-Mittelrhein

Die Gesellschafterversammlung des GK-Mittelrhein gibt grünes Licht für die Ein-Standort-Lösung. Foto: GK-Mittelrhein

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