Politik | 27.04.2016

Der Rhein-Sieg-Kreis informiert

Grundstücksmarktbericht 2015 – Ergebnisse und Folgen

Rhein-Sieg-Kreis. Er ist gespickt voll mit Informationen rund um die Preisentwicklung von Grundstücken, Häusern und Wohnungen im Rhein-Sieg-Kreis – der Grundstücksmarktbericht 2015. Auf 108 Seiten finden Leserinnen und Leser Wissenswertes über den Immobilienmarkt im Rhein-Sieg-Kreis und seine Entwicklung in den letzten Jahren. Vorgestellt wurde er jetzt im Siegburger Kreishaus.

Und was sagt er aus, der Grundstücksmarktbericht, der vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Rhein-Sieg-Kreis und der Stadt Troisdorf herausgegeben wird? Im Jahr 2015 sind im Kreisgebiet 7.700 Immobilien im Wert von insgesamt 1,35 Milliarden Euro verkauft worden – das höchste Investitionsvolumen seit Einführung der Statistik im Jahr 1990. „Immobilien stellen im Rhein-Sieg-Kreis insgesamt eine gute Investition dar – ihre Durchschnittspreise variieren jedoch sehr stark je nach Kommune“, erläutert Martin Kütt, Vorsitzender des Gutachterausschusses. Zahlt man für ein freistehendes Einfamilienhaus in Eitorf oder Windeck durchschnittlich weniger als 160.000 Euro, so muss ein Käufer in Sankt Augustin oder Bornheim mit durchschnittlich mehr als 300.000 Euro rechnen. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Doppelhäusern oder Reihenmittelhäusern: In Städten wie Bad Honnef, Niederkassel oder Siegburg muss weitaus tiefer in die Tasche gegriffen werden als im ländlichen Raum.

Kreiswirtschaftsförderer Dr. Hermann Tengler und Kreisplanungsdezernent Michael Jaeger stellten darauf zu Recht die Frage, ob die Preisunterschiede auch tatsächlich die Standortqualitäten realistisch widerspiegeln. „Das ist sicher nicht der Fall und wird in der Art auch keinen Bestand haben“, sind sich beide einig. „Denn Wohnraum ist nur begrenzt vermehrbar und deshalb werden die Menschen ins Umland ziehen müssen.“ Aber auch das bedeutet keine immensen qualitativen Einbußen, denn der ländliche Raum verfügt über eine sehr gute Infrastruktur: ob bei Verkehrsanbindungen, Bildung, allgemeiner Daseinsvorsorge oder Kultur.

„Manchmal muss man seinen Blickwinkel einfach etwas erweitern“, so die beiden Experten aus dem Siegburger Kreishaus.

Ergebnisse des Grund- stücksmarktberichtes

Basis für die Auswertungen sind die Kaufverträge. Ob Übertragung von Grundeigentum, von Lasten und Rechten oder die Begründung von Erbbaurechten - das Baugesetzbuch regelt, dass Kaufverträge und Ähnliches, aber auch Enteignungsbeschlüsse und so weiter in Abschrift an den Gutachterausschuss gehen. Die in den Verträgen enthaltenen Grundstückstransaktionen werden anonymisiert in einer Datenbank erfasst. Diese „Kaufpreissammlung“ bildet die Basis für die Auswertungen des Gutachterausschusses und seiner Geschäftsstelle.

Neben den allgemeinen Statistischen Auswertungen kann der am Grundstücksmarkt Interessierte weitere Daten erhalten. So führt der Grundstücksmarktbericht zum Beispiel auf, wie hoch die Durchschnittspreise für Ein- und Zweifamilienhäuser sind, beziehungsweise was durchschnittlich für Eigentumswohnungen - sortiert nach Baujahr und Wohnungsgröße - in den einzelnen Städten und Gemeinden des Rhein-Sieg-Kreises gezahlt wird. Der mittlere Kaufpreis für ein freistehendes Einfamilienhaus beträgt zum Beispiel rund 250.000 Euro mit einer mittleren Spanne von 120.000 Euro in den ländlichen und über 300.000 Euro in den städtischen Bereichen. Eine Eigentumswohnung mit einer Größe von 70 bis 90 m² und einem Baujahr ab 2010 ist beispielsweise im Rhein-Sieg-Kreis durchschnittlich für 2.700 Euro/m² Wohnfläche zu haben, maximal werden in diesem Marktsegment über 4.200 Euro/m² Wohnfläche gezahlt.

Der Grundstücksmarktbericht enthält auch die jährlich neu ermittelten Bodenrichtwertübersichten für alle 19 kreisangehörigen Städte und Gemeinden, diesmal zum Stichtag 1. Januar 2016. Das Fazit: Am günstigen kann in Windeck Grund und Boden erworben werden, am tiefsten müssen Interessentinnen und Interessenten in Bad Honnef, Siegburg und Niederkassel „in die Tasche greifen“. Landwirtschaftliche Flächen sind in Niederkassel beziehungsweise Troisdorf sowie im gesamten linksrheinischen Kreisgebiet am teuersten.

Auch die Preise für unbebaute Baulandgrundstücke steigen weiter. Im Berichtsjahr 2015 ergab sich bezogen auf den gesamten Rhein-Sieg-Kreis erneut eine Preissteigerung gegenüber 2014 von circa 1,7 Prozent, wobei es regional gesehen Unterschiede gibt. Durchschnittliche Steigerungsraten von null Prozent bis über fünf Prozent sind in den einzelnen Regionen des Rhein-Sieg-Kreises festzustellen. Auch bei den land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken konnten (teilweise deutliche) Steigerungsraten - insbesondere im linksrheinischen Kreisgebiet - gegenüber dem Vorjahr festgestellt werden.

Der Grundstücksmarktbericht und die aktuellen Bodenrichtwerte können unter www.boris.nrw.de eingesehen und abgerufen werden – über eine App auch optimiert für Smartphones & Co. Der Grundstücksmarktbericht ist ab sofort für jedermann auf der oben genannten Homepage kostenfrei als Vollversion zugänglich. Zudem können dort auch Grundstücksmarktberichte vergangener Jahre eingesehen werden.

Die neuen Bodenrichtwertkarten liegen außerdem ab Mitte April in den Rathäusern der Städte und Gemeinden zur Einsichtnahme aus.

Fragen rund um den Grundstücksmarktbericht und den Gutachterausschuss beantwortet die Geschäftsstelle unter Tel. (0 22 41) 13 27 94 oder per E-Mail an gutachterausschuss@rhein-sieg-kreis.de. Weitere Informationen gibt es auch unter www.rhein-sieg-kreis.de/gutachterausschuss.

Pressemitteilung des

Rhein-Sieg-Kreises

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