FDP will Batteriezug für Ahrtalbahn
Gut für Klima, Pendler und Touristen
Liberale tauschen sich mit Fachmann aus und fordern, dass sich der Bund einbringt
Kreis Ahrweiler. Die Ahrtalbahn ist eine Lebensader für den Tourismus an der Ahr. Viele Gäste von außerhalb, aber auch Einheimische, die zu Weinfesten und anderen Events anreisen, nutzen sie. Durch den Anschluss an die Rheinstrecke ermöglicht sie Berufspendlern den Verzicht auf das Auto. Nach Ansicht der Liberalen gilt es, die Stärken der Ahrtalbahn auszubauen und ihre Schwächen zu beseitigen. In einem Gespräch haben sich die FDP-Politiker dazu mit Thomas Müller, dem Geschäftsführer des Zweckverbands SPNV Nord (Schienenpersonennahverkehr) ausgetauscht. Der Fachmann, der in seinem Berufsleben schon an diversen Orten für den Bahn-Konzern gearbeitet hat und in der Szene bestens vernetzt ist, machte den Liberalen klar: „Sie müssen beim Thema Bahn immer in Strecken denken.“ Seine Aussage bezog er auf die Frage der Liberalen, für wie sinnvoll er die Wasserstofftechnologie als Antrieb für die Ahrtalbahn hält. Theoertisch sehr gut, praktisch aber nicht tauglich, denn die Rheinstrecke werde künftig definitiv elektrisch betrieben werden. Um dann die durchgehenden Züge und Anschlüsse (Ahrbrück-Köln-Bonn und umgekehrt) nicht zu verlieren, hält er es für geboten und sinnvoll, die Ahrtalbahn zu elektrifizieren. Ergänzend (etwa wegen der Tunnel an der Ahrstrecke) wäre ein Batteriebetrieb sinnvoll, vor allem auf dem Stück Dernau bis Ahrbrück. Für Pendler und Touristen soll so möglich gemacht werden, ab ca. 2032 stündlich elektrisch von Ahrbrück bis Wuppertal (und umgekehrt) reisen zu können. Müller und die FDP kämpfen dafür, dass zur Landesgartenschau ein erster Pilotzug (Batterie-Elektrisch) tatsächlich auf der Ahrstrecke im Einsatz ist. Für die Lahnstrecke hält der Fachmann hingegen die Wasserstoff- oder Brennstoffzellen-Technologie für sinnvoll. Gemeinsam wollen sich der Verband und die FDP-Politiker dafür einsetzen, dass der Bund als Eigentümer der Strecken seiner Pflicht nachkommt, die Strecken, auch wenn es Regionalstrecken sind, auf Vordermann zu bringen. „Der Bund muss sich bei der Elektrifizierung der Ahrtalbahn einbringen“, fordert Müller. Die Liberalen teilen seine Auffassung und bestätigen, dass man sich in der Kommunalpolitik mit dem Thema in quasi allen Parteien sowie auf Kreis- und Ortsebene allein gelassen fühlt. „Das darf nicht sein“, findet die stellvertretende FDP-Kreisvorsitzende Christina Steinhausen. „Eigentum verpflichtet.“ Und der FDP-Kreisvorsitzende Ulrich van Bebber bekräftigt: „Wir bleiben an dem Thema dran, denn die Ahrtalbahn ist und bleibt ein wesentlicher Bestandteil eines übergreifenden Mobilitätskonzeptes.“ „Wir müssen vernetzt und technologieoffen denken, nicht auf einzelne Verkehrsträger begrenzt,“ bestätigt auch Matthias Bertram, der federführend ein Mobilitätskonzept für die Liberalen erarbeitet hatte. Pressemitteilung
FDP Kreis Ahrweiler
Kreis-FDP informiert sich über Antriebstechnologien für die Ahrtalbahn (v.li.): Brigitte Schmickler (Sinzig), Ralf Kössendrup, Hellmut Meinhof, Matthias Bertram, David Jacobs (alle Kreisstadt), Christina Steinhausen (Remagen), Wolfgang Reuß (Grafschaft), Ulrich van Bebber, Dirk und Doris Herminghaus (Bad Breisig).Foto: FDP AW
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