Gut zur Umwelt, gesund für alle
Leserbrief zur Stellungnahme der MdLs Horst Gies und Guido Ernst in der Ausgabe des Blick Aktuell 07/2017 zur Kampagne „Neue Bauernregel“
Über die „neuen Bauernregeln“ mag man durchaus unterschiedlicher Meinung sein. Fest steht jedoch, Frau Ministerin Hendricks hat erfolgreich ins Wespennest gestochen. Ein Weckruf hallt damit durch’s Land. Dafür bin ich gerne bereit, meinen Anteil als Steuerzahler zu leisten. Das Bundeslandwirtschaftsministerium, seit vielen Legislaturperioden fest in CSU Hand, hat erfolgreich mit Hilfe der Agrarlobby dringend erforderliche Reformen des Düngerechts verhindert. Erst jetzt nach der Klage der EU Kommission gegen Deutschland wegen zu hoher Nitratbelastung des Grundwassers, hat er handeln müssen. Dabei herausgekommen ist leider nur ein fauler Kompromiss –so die Experten-, der der Umwelt zu wenig Erholung und Regeneration verschafft. Jahrelange Warnungen der Sachverständigen wurden ignoriert. Unter der Peitsche der Medien gegen die Landwirtschaft geraten leider die Landwirte in Misskredit, die sich mit ihrer Arbeit ehrlich und verantwortlich um die Erzeugung von Lebensmitteln bemühen. Diese verdienen unsere Anerkennung. Scheinbar schon im Vorwahlkampfmodus glauben die beiden MdLs mit einem Allgemeinstatement für die Landwirtschaft nach dem Motto „Nur weiter so“ auf Stimmenfang zu gehen und begreifen dabei nicht, dass sie in der Einbahnstraße des alten Denkens verharren. Mit keinem Wort werden die dringenden Aufgaben unserer Umweltprobleme erwähnt, die durch die industrialisierte Landwirtschaft über Jahrzehnte herangewachsen sind. Frau Hendricks „Halbwahrheiten“, wie die beiden Herren meinen, werden von aufgeklärten und kritischen Bürgern nicht als „verzerrtes Bild der Wirklichkeit“ erkannt, sondern als große Aufgabe der Gesellschaft. Frau Hendricks hat das verstanden, die beiden MdLs offenbar nicht. Wer als Bürger versteht, wählt altes Denken ab!
Landwirte, die bereit sind, mit ökologischer Arbeitsweise unsere Kulturlandschaft zu pflegen und zu erhalten, sind unverzichtbar. Genau das sollten die Herren im Landtag thematisieren und sich öffentlich zu einer dringend erforderlichen Reform für die Landwirtschaft bekennen.
Ulrich Hermanns,
1. Vorsitzender Bürgerinitiative Gülle-Stopp, Grafschaft
