Politik | 29.09.2020

Verein „Politik Aktiv!“ diskutierte mit dem Bonner Kommunalpolitiker Dr. Gilles

Haben Sie Mut zu Visionen!

Die Teilnehmer an der Diskussionsveranstaltung. In der Mitte Dr. Gilles. Foto: Hans-J. Unger

Rheinbach. Die Mitglieder und Gäste des Vereins „Politik Aktiv!“ freuten sich diesmal, den Fraktionschef der Bonner CDU im Stadtrat, Dr. Klaus-Peter Gilles, beim monatlichen Stammtisch begrüßen zu dürfen. „Wer hat denn heute noch die Courage, große Themen aufzugreifen? Es fehlt uns in der Kommunalpolitik die Bereitschaft, Großes anzufassen. Wir getrauen uns zu wenig. Haben Sie Mut zu Visionen!“ Diesen Rat gab Dr. Gilles gleich zu Beginn der Veranstaltung. Der promovierte Ingenieur und Unternehmer weiß, wovon er redet, er führte die zurückliegenden zehn Jahre erfolgreich die Bonner CDU Ratsfraktion. Seine siebzig Jahre sieht man dem drahtigen eloquenten Politiker nicht an. Redegewandt - ohne zu schwätzen - zog er die Zuhörer in seinen Bann. Was er sagte, hatte Hand und Fuß. Jeder spürte seine naturwissenschaftliche Kompetenz, seine Fähigkeiten zur Analyse. Mit seiner authentischen Art des Auftretens vermag er aber auch zu überzeugen. Dr. Klaus-Peter Gilles ist ein politischer Kümmerer. „Wenn es nicht offensichtlicher Nonsens ist, dann nehme ich mich jeden Problems an, das an mich herangetragen wird. Jeden Tag sollte sich auch ein Kommunalpolitiker deutlich machen, sich stets bewusst sein, wofür und in wessen Auftrag er Politik macht. „Ich habe mein Mandat von den Wählern, ihnen muss ich jeden Tag in die Augen schauen können. Jedes Mal, wenn ich eine Hand im Stadtparlament hebe, muss ich mir dessen bewusst sein.“ Seine wertvolle Erfahrungen sammelte er schon in seiner beruflichen Tätigkeit. Überwiegend in Entwicklungsländern tätig, konzipierte und überwachte er große internationale Projekte, vorrangig in der Wasserwirtschaft. Er st ein ausgewiesener Kenner der Logistik, sowohl im fachlichen als auch im übertragenen Sinne, machte er deutlich, dass man ohne Netzwerke nicht weit kommt. Gerade in Entwicklungsländern gelten andere Maßstäbe. Was in Deutschland selbstverständlich ist, funktioniert anderenorts manchmal gar nicht. Das sind aber auch die Fähigkeiten, die ein Stadtrat in der Politik braucht. Nicht alles nach Schema „F“ abarbeiten, sondern sich immer wieder auf neue Situationen einstellen. Zu diesem Thema gab es eine intensive Diskussion, haben doch auch einige unserer Diskutanten langjährige Auslanderfahrungen. Die Meckenheimer interessierten sich unter anderem über die Erfahrungen der Bonner in Sachen „Klimanotstand“, steht doch auch in Meckenheim eine schwarz-grüne Koalition zur Diskussion. Problem sei nicht die Klimapolitik als Ganzes, so Gilles, sondern das ausgewogene, funktionierende Zusammenspiel der Komponenten. „Wenn wir über Klimapolitik sprechen, dann gehören die beiden Faktoren Wirtschaft und Soziales zwingend dazu.“ Er veranschaulichte diese drei Faktoren an Hand eines Dreiecks. Wenn die Schenkel nicht gleichlang sind, dann gerät die Klimapolitik insgesamt in Schieflage. Klimapolitik darf weder die Menschen noch die Wirtschaft über Gebühr belasten. Ein weiteres Thema war die hohe Siedlungsdichte in Bonn und der Region. Bedingt dadurch entsteht ein hoher Druck, Wohnraum in den umliegenden Gemeinden schaffen zu müssen. So sind Verkehrsprobleme vorprogrammiert.. Hier waren deshalb auch die Entwicklungschancen durch eine Stärkung der Achse B56 – Odendorf-Buschhoven- Bonn durch einen BAB Vollanschluss und der Ortsumgehung Miel kurz Thema.

Interessant waren auch die Bonner Erfahrungen zur aktuellen Situation bei den Kommunen zur Aufnahme von Flüchtlingen der griechischen Inseln. Dr. Gilles machte deutlich, dass die Stadt Bonn bereits 160 Prozent ihres Solls bei der Aufnahme von Migranten erfüllen würde. Die Teilnehmer waren sich einig, es darf keinen Wettstreit der Kommunen geben, wer bereit ist, die meisten Asylbewerber aufzunehmen.

Pressemitteilung

Verein „Politik Aktiv!“

Die Teilnehmer an der Diskussionsveranstaltung. In der Mitte Dr. Gilles. Foto: Hans-J. Unger

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