Politik | 13.07.2017

CDU-Ratsfraktion stellt Antrag zu Koblenzer Festungsanlagen

Heiraten vor historischer Kulisse

Gemeinsam mit dem Baudezernenten der Stadt Koblenz und Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters, Bert Flöck, wurde das Fort Konstantin und Fort Asterstein besucht, um sich gemeinsam mit den Vorsitzenden der beiden Fördervereine der Anlagen vor Ort zu informieren.privat

Koblenz. Unmittelbar nachdem Koblenz infolge des Wiener Kongresses 1815 preußisch wurde, begannen die Bauarbeiten zur Errichtung der hiesigen Festungsanlagen. Nach deren Abschluss 1834 war an Rhein und Mosel eine der bedeutendsten und größten Verteidigungsanlagen Europas entstanden. Das Land Preußen wurde 1947 aufgelöst, die Überreste des ausgeklügelten Systems von Befestigungen, Fleschen, Schanzen und Forts sind jedoch geblieben. „Sie sind ein bedeutendes kulturelles Erbe, das wir erhalten und pflegen müssen“, findet die Vorsitzende der CDU-Stadtratsfraktion, Anne Schumann-Dreyer. Ihre Fraktion beteilige sich daher aktiv an den aktuellen Diskussionen über künftige Nutzungskonzepte. So habe man gemeinsam mit dem Baudezernenten der Stadt Koblenz und Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters, Bert Flöck, kürzlich Fort Konstantin und Fort Asterstein besucht, um sich gemeinsam mit den Vorsitzenden der beiden Fördervereine der Anlagen vor Ort zu informieren. Hierbei sei noch einmal deutlich geworden, welch großes Potenzial in den Bauwerken stecke. „Um dieses auszuschöpfen und die Befestigungen verstärkt in das kulturelle Leben der Stadt einzubinden, nimmt Koblenz am Förderprogramm des Bundes zur Freimachung der städtischen Festungsanlagen teil. Dadurch wird unsere ohnehin bei Besuchern aus aller Welt sehr beliebte Stadt noch einmal zusätzlich aufgewertet“, so Ratsmitglied Karl-Heinz Rosenbaum. Auch die Koblenzer selbst könnten ihm zufolge hiervon direkt profitieren: „So laden die einzigartigen historischen Kulissen geradezu dazu ein, hier Trauungen zu vollziehen. Wir haben daher einen Antrag in den Stadtrat eingebracht, die Verwaltung mit der Prüfung zu beauftragen, ob zukünftig das Angebot des Standesamtes entsprechend erweitert werden könnte.“ Da zu erwarten sei, dass hiervon auch die bestehenden Fördervereine der jeweiligen Festungsanlagen profitierten, käme dies letztlich auch deren Erhalt und ihrer Restaurierung zugute, bekräftigt Ratsmitglied Stephan Otto. In ihrer Stellungnahme in der öffentlichen Ratssitzung am 29. Juni zeigte sich die Verwaltung demgegenüber aufgeschlossen. Auch das Standesamt Koblenz habe ein Bedürfnis nach besonderen „Trauorten“ erkannt. Bereits in der Vergangenheit sei man dort den Wünschen der Bürgerinnen und Bürger nachgekommen und habe entsprechende Anpassungen – wie beispielsweise die Möglichkeit, samstags zu heiraten, die Ausweitung der Trauzeiten in der Woche, oder das Angebot, einmal im Monat im Historischen Rathaussaal zu heiraten – vorgenommen. Die Verwaltung empfahl daher, seitens des Standesamtes bis Ende des Jahres zu prüfen, welche städtischen Festungsanlagen aus Sicht des Fachamtes für die ordnungsgemäße Durchführung von Eheschließungen geeignet sind. Ferner sei zu klären, unter welchen rechtlichen und organisatorischen Bedingungen es möglich ist, im Rahmen der personellen Ressourcen des Standesamtes Koblenz, die städtischen Festungsanlagen für standesamtliche Eheschließungen zu nutzen. „Die entgegenkommende Haltung der Verwaltung ist aus Sicht der CDU-Fraktion sehr zu begrüßen. Wir hoffen, dass ein solches zusätzliches Serviceangebot zeitnah realisiert werden kann“, so Anne Schumann-Dreyer, Karl-Heinz Rosenbaum und Stephan Otto abschließend.

Gemeinsam mit dem Baudezernenten der Stadt Koblenz und Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters, Bert Flöck, wurde das Fort Konstantin und Fort Asterstein besucht, um sich gemeinsam mit den Vorsitzenden der beiden Fördervereine der Anlagen vor Ort zu informieren.Foto: privat

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