Politik | 09.08.2017

Das Programm der Freiheitswochen des Jahres 2018 wurde vorgestellt

Henning Scherf wird zum Freiheiter

Das Miteinander der Generationen steht im Mittelpunkt

Gemeinsam mit dem Schirmherren Dr. Henning Scherf (3.v.r.) stellten die Freiheiter Stephan Maria Glöckner (1.v.l.) Projektleiter Wolfgang Grams (2.v.l.) Pressesprecherin Elisabeth Prange ( 3.v.l.) Christians Lindner ( 2.v.r.) und die Stellvertretende Vorsitzende Ghazel Wahisi ( 1.v.r.) das Programm der Freiheitswochen 2018 vorFix

Kreis Ahrweiler. Die Freiheitswochen, die im kommenden Jahr zum dritten Mal im Kreis Ahrweiler veranstaltet werden, nehmen allmählich Gestalt an. Das Motto steht fest, ein Schirmherr wurde gefunden, das Konzept und die Termine der Veranstaltungen sind schon fixiert. So konnte die Stellvertretende Vorsitzende der Freiheiter, Ghazel Wahisi, bei einer Pressekonferenz wichtige Eckpunkte der kommenden Freiheitswochen, die mit einer Vielzahl von Veranstaltungen Ahrweiler vom 7. bis 18. März im Kreis begangen werden, der Öffentlichkeit präsentieren. Sie erläuterte das Progrqamm der Freiheitswochen, die im nächsten Jahr im Zeichen des demografischen Wandels und des Mottos „Miteinander der Generationen“ stehen werden. Ghazel Wahisi wies auf die großen Herausforderungen hin, vor der unsere Gesellschaft durch die sich verändernde Altersstruktur und die sich dadurch ändernden Beziehungen zwischen den Generationen steht. Dies Thema habe in vielen Aspekten einen Bezug zu dem dominierenden Leitthema „Freiheit und Toleranz“ und so sei es nicht schwergefallen, ein Konzept mit diesem Themenschwerpunkt zu erarbeiten. Dass man als Schirmherr Dr. Henning Scherf für diese Freiheitswochen gewinnen konnte, betrachtet sie als gutes Vorzeichen für den Erfolg der Freiheitswochen des nächsten Jahres. Vorstandsmitglied Christian Lindner stellte Dr. Hennig Scherf vor, der in Bremen eine lange Jahre in zahlreichen politischen Ämtern Verantwortung getragen hat und von 1995 bis 2005 Bürgermeister und Präsident des Senates der Freien Hansestadt Bremen war. Scherf hat sich zudem in mehreren Büchern mit dem Leben im Alter, dem Verhältnis der Generationen zueinander und mit neuen Zusammenlebensformen auseinandergesetzt. Dr. Hennig Scherf erläuterte, warum er die Schirmherrschaft der 3. Freiheitswochen im Ahrkreis übernommen hat. Obwohl Scherf aus dem hohen Norden Deutschlands kommt, kennt er das Kreisgebiet sehr gut, da er in den vergangenen Jahren mit Bekannten in der Eifelgemeinde Cassel unbeschwerte Ferientage verbracht hat und mit dem Fahrrad viele Regionen des Kreises erkundete. Land und Leute der Region sind dem Hanseaten also nicht fremd. Die Freiheiter sind für ihn eine „liebenswerte Initiative, die in die Zeit passt“. „Wir müssen lernen unsere Unterschiedlichkeit als Chance und Reichtum zu begreifen,“ erklärte Scherf mit Blick auf die Generationsproblematik und die allgemeinen Integrationsaufgaben unserer Gesellschaft. Die Freiheiter sind für ihn auch deshalb so interessant, weil sich ihr Name für ihn wie eine gelungene Verbindung von Freiheit und Heiterkeit deuten lässt. Scherf zeigte sich als unverwüstlicher Optimist, der das „Seniorenthema“ und den Dialog zwischen den Generationen positiv angeht. Der Bezug zum Thema „Freiheit“ ist für ihn offensichtlich. „Die ältere Generation von heute hat durch die längere Lebenserwartung und durch ihre Lebenssituation viele neue Freiheiten und Möglichkeiten gewonnen, von denen man vor einigen Jahrzehnten nicht zu träumen gewagt hätte,“ erklärte er. Für ihn ist das Leben als Senior vor allem eine Lebensphase, die die Chance bietet, befreit von den Zwängen des Berufsalltags neue kreative Wege zu gehen. „Wir müssen jedoch lernen, diese Möglichkeiten aktiv zu nutzen“, betont Dr. Scherf, der darauf hinwies, dass dies jedoch nur ein einem produktiven gesellschaftlichen Diskurs unter den Senioren und mit den anderen Generationen zu verwirklichen sei. „Die Botschaft der Senioren an die anderen Generationen sollte lauten: Wir wollen mit Euch leben. Wir sind aber ein Teil der Lösung jedoch nicht ein Teil des Problems“, betonte der Schirmherr der Freiheitswochen 2018. Dass Scherf solche Einsichten auch für seine private Lebensgestaltung fruchtbar macht, zeigt sich daran, dass er in Bremen in einer generationsgemischten Wohngemeinschaft mit 10 anderen Bewohnern lebt. Der Kontakt zu jüngeren Generationen ist für ihn ein entscheidender Faktor in seinem Alltag. Die Maxime müsse heißen: „Gemeinsam statt einsam und bunt statt grau“. Es sei ein fataler Fehler, wenn sich ältere Leute selbst isolieren und sich in „ihrem Loch verkriechen“. Scherf selber sucht in Bremen ganz gezielt den Kontakt zu Grundschülern im Rahmen seines ehrenamtlichen Engagements als Lesepate. Diese Begegnung geben ihm viel und die Grundschüler, die oft migrationsbedingte Defizite bei der Sprachkompetenz haben, profitieren ebenfalls von diesem Engagement des aktiven Seniors. Stefan-Maria Glöckner, der als Künstler und Grafiker die Freiheitswoche unterstützt, betonte, dass die Stärkung des Freiheitsgedankens gerade heute eine äußerst aktuelle Aufgabe sei.

„Leider gibt es zu viele Menschen, die Angst vor der Freiheit haben, obwohl das Miteinander der Kulturen und Generationen, also Freiheit und Toleranz, unglaublich wichtig ist“, erklärte Glöckner.

In der Pressekonferenz konnten die Freiheiter zwar einen neuen Schirmherrn präsentieren, der Name des Preisträgers der kommenden Freiheitswochen wurde jedoch noch nicht genannt. Hennig Scherf äußerte eine Vorliebe für das Profil des neuen Preisträgers, der nach Dietrich Genscher und Kardinal Lehmann mit dem Preis ausgezeichnet werden soll. Seine Präferenz wäre eine Frau aus der jüngeren Generation als Preisträgerin. Ob es eine solche Preisvergabe eine Chance hat, werden wir im nächsten Jahr sehen.

Feierliche Eröffnung im Arp-Museum

Der Projektleiter der Freiheitswochen, Wolfgang Grams, erläuterte das Rahmenprogramm, das am 7. März mit einer feierlichen Eröffnung mit dem Schirmherrn im Arp Museum in Rolandseck beginnt. Es folgt dann am 9.3. die Pflanzung eines weiteren Freiheitsbaumes vor der Dokumentationsstätte Regierungsbunker in Ahrweiler. Der „Abend der Freiheiter“ ist dann am 17. März ein weiterer Höhepunkt der Freiheitswochen, der im Dorint Parkhotel in Bad Neuenahr stattfinden wird. Bei dieser Veranstaltung wird der Kabarettist, Musiker und Autor Konrad Beikircher für einen unterhaltsamen Rahmen sorgen. Geplant ist zudem am 18. März eine „Matinee der Jugend“ in der Konzerthalle im Kurpark von Bad Neuenahr, bei der die Ergebnisse der Workshops des Freiheits-Camps und der Schülerwettbewerbe präsentiert und die Preisträger ausgezeichnet werden. Die „Aktionstage“ zum Thema „Demografischer Wandel und das Miteinander der Generationen“ werden im gesamten Kreisgebiet stattfinden. Zusagen für eine Beteiligung liegen bisher aus der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, aus der Gemeinde Grafschaft und aus den Verbandsgemeinden Adenau und Brohltal vor. Auf dem Programm der kommenden Freiheitswochen stehen Jugendprojekte, Diskussionsveranstaltungen, Kunst, Kultur und Konzerte, die von der Generationsthematik geprägt sind. Im Freiheits-Camp sollen Jugendlichen und Senioren die Möglichkeit für gemeinsame Erlebnisse geboten werden.

Ein Freiheits-Camp für Jung und Alt

Der Schirmherr wird gemeinsam mit Referenten das Gespräch mit Schülern suchen. Die Schülerwettbewerbe der Freiheiter stehen im Zeichen generationsübergreifenden Lernens und des Zusammenlebens in einer zunehmend pluralistischen und individualisierten Gesellschaft. Kabarettabende mit Martin Schopps und HG Butzko sollen ebenso kulturelle Akzente setzen wie Ausstellungen der Are-Künstlergilde und der Künstlerin Anne Beikircher. Die Künstler Stefan Maria Glöckner, Kolja Senteur und Ulrich Schmidt-Contoli beteiligen sich mit einer Ausstellung in der Dokumentationsstätte Regierungsbunker unter dem Titel „Spion Age“ . Musik wird auch zu einem wichtigen Element der Freiheitswochen. Das gemeinsame Singen von Alt und Jung steht bei Abendveranstaltungen mit Chören im Mittelpunkt, die unter dem Leitgedanken „Singen die Muttersprache der Menschheit“ an verschiedenen Orten im Kreis stattfinden werden. Ein „Villa Musica“- Konzert in der Ehemaligen Synagoge in Ahrweiler und Konzerte des Kammerchores Bad Neuenahr und der Musikschule des Kreises runden das musikalische Programm ab.

Dr. Henning Scherf ist der Schirmherr der Freiheitswochen des kommenden Jahres

Dr. Henning Scherf ist der Schirmherr der Freiheitswochen des kommenden Jahres

Gemeinsam mit dem Schirmherren Dr. Henning Scherf (3.v.r.) stellten die Freiheiter Stephan Maria Glöckner (1.v.l.) Projektleiter Wolfgang Grams (2.v.l.) Pressesprecherin Elisabeth Prange ( 3.v.l.) Christians Lindner ( 2.v.r.) und die Stellvertretende Vorsitzende Ghazel Wahisi ( 1.v.r.) das Programm der Freiheitswochen 2018 vor Fotos: Fix

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