Politik | 27.09.2017

Projektgruppe Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Klimaschutz der Region Rhein-Voreifel

Hermann Schlagheck zum Klimapaten des Jahrzehnts ernannt

Auszeichnung anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Projektgruppe – Kritische Stellungnahme zum „Masterplan Energiewende“ des Kreises abgegeben

Die Mitglieder der Projektgruppe Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Klimaschutz in der Region Rhein-Voreifel feierte das zehnjährige Bestehen im Rathaus Ludendorf. JOST

Swisttal. Damit hatte Prof. Dr. Hermann Schlagheck nicht gerechnet: Anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Projektgruppe „Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Klimaschutz“ der Region Rhein-Voreifel verliehen ihm Swisttals Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner und der Leiter des Bornheimer Grünflächenamtes, Dr. Wolfgang Paulus, den Titel „Klimapate des Jahrzehnts“ für seine Verdienste und um den Klimaschutz und die Förderung Erneuerbarer Energien im linksrheinischen Teil des Rhein-Sieg-Kreises. Schließlich habe sich in dem Jahrzehnt seit der Gründung 2007 jede Menge getan, und das sei vor allem ihm zu verdanken, begründete Kalkbrenner die Auszeichnung.

2005 bereits hätten sich die sechs linksreichen Kommunen als ILEK-Region zusammengeschlossen, um über die kommunalen Grenzen hinweg zentrale Zukunftsaufgaben gemeinsam anzugehen. Zu den Schwerpunkten zählten von Anfang an zukunftsorientierte Energiethemen, um die sich ab Mai 2007 die Projektgruppe gekümmert habe. Die Nutzung Erneuerbarer Energien und die Steigerung der Energieeffizienz habe man in den zurückliegenden Jahren durch eine ganze Reihe von Maßnahmen vorangebracht, erinnerte sich Kalkbrenner. „Das Ziel war damals so aktuell wie heute“, so Kalkbrenner, „es ist ein Thema, für das alle Beteiligten brennen.“ Von Informationsveranstaltungen über Beratungen und die Entwicklung von Leitfäden und Broschüren bis hin zu Seminaren und Workshops zu den unterschiedlichsten Themen gebe es eine ganze Bandbreite von Aktivitäten. Herausragend aber sei der Aufbau eines Netzwerkes von Klimapaten seit dem Jahr 2011 mit der Wahl des „Klimapaten des Jahres“ gewesen. Damit würden gute Beispiele aus der Praxis den Bürgern nähergebracht.

Klimaschutzmanager als zentrales Bindeglied

Als zentrales Bindeglied zwischen den verschiedenen Aktivitäten der Kommunen und Bürger fungiere seit 2005 der interkommunale Klimaschutzmanager Tobias Gethke, der einerseits die Umsetzung des 2011 beschlossenen Integrierten Klimaschutzkonzeptes in den Kommunen voranbringen, andererseits zum guten Informationsfluss zwischen allen Beteiligten beitragen solle. An ihn übergab Schlagheck im Verlauf der Sitzung offiziell die Geschäftsführung der Projektgruppe, dessen Leiter er aber weiterhin bleibt – „und zugleich Motor, Moderator, Innovator und Galionsfigur“, schmunzelte Kalkbrenner. Wobei Schlagheck gleich deutlich machte: „Das alles kann keiner allein schaffen, das geht nur mit Teamwork.“

Zurzeit seien die Zeiten allerdings schwierig für Klimaschützer, so Paulus in seinem Ausblick. Nicht nur, weil der amerikanische Präsident Donald Trump das Pariser Klimaschutzabkommen kündigen wolle, sondern auch, weil die neue Nordrhein-Westfälische Landesregierung „die Windkraft als Feindbild entdeckt hat“. Doch auch in Zukunft sei der Klimaschutz ein gutes Feld für die interkommunale Zusammenarbeit, „denn das Klima macht nicht vor Gemeindegrenzen halt“, ergänzte Meckenheims Bürgermeister Bert Spilles. Schon jetzt sei vieles umgesetzt worden, und das Ideenreservoir einfach unerschöpflich, bemerkte auch Wachtberg Bürgermeisterin Renate Offergeld.

Nicht zufrieden mit dem Masterplan Energiewende

Nicht zufrieden allerdings ist die Projektgruppe mit dem „Masterplan Energiewende“ des Rhein-Sieg-Kreises, zu dem bei der Sitzung eine gemeinsame Erklärung mit Kritik und Empfehlungen abgegeben wurde. Vor allem der Wunsch der Kreisverwaltung, möglichst schnell eine „Energieagentur Rhein-Sieg-Kreis“ zu gründen mit anfänglichen Kosten von rund eine halbe Million Euro pro Jahr stößt auf Unverständnis bei der Projektgruppe. Der Masterplan erwecke den Eindruck, als ginge es darum, „keine Energiewende-Maßnahme auszulassen, für die sich der Kreis irgendwie kompetent und zuständig erklären könnte, unabhängig von finanziellen und arbeitsteiligen Erwägungen.“ Immerhin gebe es zahlreiche Akteure, die in dieser Angelegenheit bereits seit Jahren unterwegs seien.

Leider werde die Projektgruppe kaum erwähnt, dabei könnte deren Erfahrung für das gesamte Kreisgebiet interessant sein. So lasse der Kreis die linksrheinischen Strukturen und langjährigen Erfahrungen bei Energie- und Klimaaktivitäten einfach links liegen, „um so schnell wie möglich einzelne rechtsrheinischen Kommunen in die Gründung einer teuren, über Jahre bindenden Energieagentur für den Rhein-Sieg Justin einzudrängen, in der Hoffnung, dass die linksrheinischen irgendwann schon folgen werden.“

Projektgruppe will sich in das Thema einbringen

Die Projektgruppe plädiert deshalb dafür, dass der Kreis sich mit seinen Kommunen auf eine begrenzte, finanziell tragbare Aufgabendefinition zur Unterstützung der Energiewende im Rhein-Sieg-Kreis verständige. Diese solle sich am Subsidiaritätsprinzip orientieren und der Kreis sich somit auf die Aufgaben konzentrieren, die die Kommunen überfordern und andere Akteure im Markt nicht ausreichend erbringen. Ganz vorne stehe dabei die Aufgabe einer verstärkten E-Mobilität im Kreis und eines attraktiven ÖPNV-Tarifs. Die Projektgruppe werde jedenfalls gerne bei den anstehenden Aufgaben mitwirken und bot daher den Kreis ihre Unterstützung an. JOST

Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner (links) und Amtsleiter Dr. Wolfgang Paulus (rechts) ernannten Professor Dr. Hermann Schlagheck zum „Klimapaten des Jahrzehnts“.

Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner (links) und Amtsleiter Dr. Wolfgang Paulus (rechts) ernannten Professor Dr. Hermann Schlagheck zum „Klimapaten des Jahrzehnts“. Foto: Volker Jost

Die Mitglieder der Projektgruppe Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Klimaschutz in der Region Rhein-Voreifel feierte das zehnjährige Bestehen im Rathaus Ludendorf. Fotos: JOST Foto: Volker Jost

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