VG-Rat stellt Seniorenarbeit in der Verbandsgemeinde Mendig vor
Hürde zur Inanspruchnahme von Hilfe bei vielen hoch
Projekt des Landkreises Mayen-Koblenz und der Hochschule Koblenz wird als Modellprojekt in der VG Mendig etabliert
Mendig. Einer der vielen Tagesordnungspunkte in der Sitzung des Verbandsgemeinderates Mendig war auch die Seniorenarbeit in der VG. Aufgrund der demografischen Entwicklung rückt die Fürsorge und Versorgung älterer Menschen zunehmend in den Fokus von Politik und Vorsorgesystemen. In den letzten Jahren ist ein erheblicher Ausbau von Versorgungsnetzwerken realisiert worden, zuletzt wurden gesetzliche Grundlagen im Rahmen des Pflegestärkungsgesetzes II zum 1. Januar 2017 realisiert.
Die geringe Inanspruchnahme von Leistungen, wie des Pflegestärkungsgesetzes I, ist angesichts des stetig steigenden Bedarfs auffällig. Nach den Worten von VG-Bürgermeister Jörg Lempertz geben jüngste Studien Anlass zu der Vermutung, dass nicht der fehlende Bedarf ein Grund dafür zu sein scheint, sondern vielmehr die Haltung von betroffenen Personen zu ihren gesetzlichen Ansprüchen. Denn die Hürde zur Inanspruchnahme von staatlicher und institutioneller Hilfe ist bei vielen älteren Menschen hoch.
Staatliche Hilfen werden als „Luxus“ bezeichnet und betroffene Personen sehen ihre Hilfsbedürftigkeit in erster Linie als „Privatangelegenheit“. Insofern erscheint es angezeigt, die Hürden zur Inanspruchnahme von Hilfen abzubauen.
Um dazu vorhandene Strukturen zu nutzen, bietet sich das Ehrenamt an. Ein Projekt des Landkreises Mayen-Koblenz und der Hochschule Koblenz, welches in der Verbandsgemeinde Mendig als Modellprojekt etabliert werden soll, setzt genau an dieser Stelle an. Ziel ist dabei, die bereits mit Familien und Senioren in Kontakt stehenden Ehrenamtlichen bei der Inanspruchnahme von weiteren kleinen Hilfen oder professionellen Dienstleistungen zu unterstützen.
Die Innovation des Projektes liegt darin, dass unter Nutzung ehrenamtlicher Strukturen Hürden zur Inanspruchnahme von professioneller Hilfe und Beratung gesenkt werden; die professionelle Dienstleistung verbleibt dabei bei den zuständigen Stellen. Das Projekt „Seniorenfürsorge“ wird inhaltlich von der Hochschule Koblenz, Herrn Dr. Julian Löhe, und dem Landkreis Mayen-Koblenz, Frau Lea Bales, begleitet und unterstützt. Durch die Arbeit in den Modellkommunen sollen Erkenntnisse für die Weiterführung des Projektes auf Kreisebene gewonnen werden. Zunächst soll eine Analyse der Ehrenamtsstrukturen in der Verbandsgemeinde Mendig erfolgen.
Hierzu sollen Gespräche mit den Bürgermeistern geführt-, ehrenamtliche Helfer gefunden und aktiviert- und dabei durch regelmäßige Treffen eine Vernetzung der Ehrenamtler erreicht werden.
Die ehrenamtlichen Helfer sollen das persönliche Gespräch mit den Senioren suchen um zu erfahren, wo Hilfe benötigt wird. Gleichzeitig werden Helfer gesucht, die den Senioren bei Bedarf Hilfestellung geben können. Beispiel: Eine 75-jährige Witwe teilt dem ehrenamtlichen Helfer mit, dass sie nicht mehr in der Lage ist, ihre Einkäufe und tägliche Besorgungen zu erledigen.
Der ehrenamtliche Helfer nimmt dieses Anliegen wahr und teilt es den zuständigen Kollegen im Rathaus der Verbandsgemeinde mit. Diese kennen einen freiwilligen Helfer aus dem Ort, der die Rentnerin bei ihren Anliegen unterstützt. Die Verwaltung der VG-Mendig hofft auf eine rege und vollständige Beteiligung sowie die Unterstützung aller Ortsgemeinden, der Stadt Mendig sowie des Verbandsgemeinderates bei der Projektumsetzung, da der Erfolg des Projektes von der Beteiligung und dem Einsatz der Bürgerinnen und Bürger abhängt. Als Ansprechpartnerinnen stehen in der VG-Verwaltung für die Koordinierungsstelle Frau Jennifer Kaschner als Seniorenbeauftragte und Frau Anne Facsar für die Projektleitung zur Verfügung.
Die Finanzierung des Mendiger Projektes Seniorenfürsorge erfolgt durch den Landkreis Mayen-Koblenz in Höhe von 10.000 Euro. Der Verbandsgemeinderat Mendig sprach sich einstimmig für die Umsetzung des Projektes „Seniorenfürsorge“ in der Verbandsgemeinde Mendig aus und beauftragte die Verwaltung mit der Umsetzung und Durchführung.
Die Verwaltung wurde außerdem beauftragt, weitere Projekte und Initiativen für Senioren zu entwickeln und dem Verbandsgemeinderat zur Beschlussfassung vorzulegen.
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