BLICKwinkel – Pro und Contra im Fokus
„Hundeführerschein“: Müssen Hundehalter genauer geprüft werden?
Region. Unter der Rubrik „BLICKwinkel – Pro und Contra im Fokus“ betrachten wir regelmäßig das Für und Wider von Themen, die uns alle bewegen. Dieses Mal geht es um den „Hundeführerschein“.
Die Tierheime in Deutschland schlagen Alarm: In einem Brandbrief, den auch das Tierheim Koblenz auf seiner Website veröffentlicht hat, heißt es, die Tierheime brächen „unter der Last der in Not geratenen Tiere zusammen“. Wegen des unüberwachten „Konsums“ von Hunden und fehlender oder falscher Erziehung gebe es immer häufiger kranke oder verhaltensauffällige Hunde, die oftmals jahre- oder lebenslang im Tierheim verblieben. Als Gegenmaßnahme fordern die Tierschützer unter anderem „einen Befähigungsnachweis für Neuhundehalter“.
Eine solche Forderung nach einem „Hundeführerschein“ ist durchaus nicht neu. Schon länger gibt es Stimmen, die sich wünschen, dass Hundehalter ihre Sachkunde bei der Hundehaltung und -erziehung nachweisen müssen. Was ist von dieser Idee zu halten?
Pro: Pflichtbewusstsein stärken
Mit einem „Hundeführerschein“ können wir sicherstellen, dass Hundebesitzer über die notwendigen Grundkenntnisse in puncto Hundehaltung und -erziehung verfügen. Dadurch wird ein sicheres Miteinander von Mensch und Tier garantiert, indem der Hund eine artgerechte Haltung und Erziehung erfährt und dadurch nicht aggressiv gegenüber seinen Artgenossen oder fremden Menschen auftritt.
Muss man bei der Anschaffung eines Hundes einen Sachkundenachweis vor- bzw. ablegen, schärft dies zudem das Bewusstsein dafür, dass die Hundehaltung eine langfristige Verpflichtung ist, die nicht leichtfertig eingegangen werden sollte. Fälle, in denen ein Hund erst als Geschenk unter dem Weihnachtsbaum und ein halbes Jahr später anlässlich des Sommerurlaubs dann im Tierheim landet, werden so vermieden.
Contra: Keine Garantie für korrektes Verhalten
Das Konzept des „Hundeführerscheins“ hat einige Schwächen: Wer soll die Prüfungen tausender Hundehalter abnehmen? Und nach welchen Kriterien? Schließlich gibt es bei den unterschiedlichen Hunderassen im Verhalten und den daraus resultierenden Anforderungen an die Hundehaltung mitunter riesige Unterschiede!
Und selbst wenn jemand den „Hundeführerschein“ besteht, gibt es noch lange keine Garantie dafür, dass er oder sie tatsächlich auch immer verantwortungsbewusst handelt. Es ist doch wie mit dem richtigen Führerschein im Straßenverkehr: Nur weil ich die Regeln theoretisch kenne, heißt es noch lange nicht, dass ich mich in der Praxis dann auch daran halte.
Wie ist Euer BLICKwinkel?
Und nun sind unsere BLICK aktuell-Leser gefragt: Wie ist Euer BLICKwinkel auf den Hundeführerschein? Haltet Ihr es für sinnvoll, wenn Hundehalter ihre Sachkenntnis nachweisen müssen?
Lasst uns Eure Meinung wissen – auf unseren Social Media-Kanälen, unserem Webportal www.blick-aktuell.de oder mit einem Leserbrief unter Nennung des vollen Namens und Wohnorts per E-Mail an blickwinkel@kruppverlag.de. BA

Ein Sachkundenachweis finde ich sollte jeder VOR der Anschaffung eines Hundes machen.