Politik | 07.04.2017

Erstmals regionale Zahlen für den Kreis Ahrweiler vorgestellt

ISB förderte mit 12,4 Millionen Euro

Steigerung um 106 Prozent im vergangenen Jahr - 14 Förderzusagen im ersten Quartal 2017

Stellten die regionalen Förderzahlen der ISB vor: Vorstandssprecher Ulrich Dexheimer (l.) und Landrat Dr. Jürgen Pföhler.  DU

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Es war nicht nur für die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) eine Premiere, sondern auch für den Landkreis Ahrweiler. In der Regel präsentiert die ISB ihre Zahlen und Fakten ausschließlich in der Landeshauptstadt Mainz, jetzt wurden von Vorstandssprecher Ulrich Dexheimer und Landrat Dr. Jürgen Pföhler im Rahmen einer Pressekonferenz in der Kreisverwaltung erstmals auch regionale Zahlen für den Kreis Ahrweiler dargestellt. Als zentrales Wirtschaftsförderungsinstitut des Landes Rheinland-Pfalz bietet die Bank Wirtschafts- und Wohnraumförderung aus einer Hand. Aus einer Kombination von zinsgünstigen Darlehen, Bürgschaften, Beteiligungen und Zuschüssen werden individuelle Finanzierungspakete geschnürt. Das Förderspektrum ist breit gefächert und reicht von der Förderung mittelständischer Unternehmen bis hin zur Wohnraumförderung von jungen Familien mit Kindern sowie der sozialen Wohnraumförderung. Dabei werden nicht nur eigene Programme angeboten, sondern auch auf Mittel des Bundes und der EU zurückgegriffen. Die ISB ist zwar eine Bank, sie steht aber nicht im Wettbewerb mit den „normalen“ Banken. Monopolist und einziger Gesellschafter der ISB ist das Land Rheinland-Pfalz. Als einzige Bank bietet die ISB eine Zinsfestschreibung von 30 Jahren. Insgesamt hat die ISB im vergangenen Jahr ein Fördervolumen von 1,9 Milliarden Euro mit 3.123 Zusagen ausgesprochen (plus neun Prozent).

Bestmögliche Förderung für Bürger und Betriebe

Im Kreis Ahrweiler ist die 2013 gegründete „Abteilung Förderprogramme“ die Verbindung zur ISB. Hier werden nach eingehender Beratung die Anträge an die ISB zur Bewilligung weitergeleitet. So wird, gemeinsam mit dem Bürger und den Betrieben, die bestmögliche Förderung ermittelt. Allein in den ersten drei Monaten des Jahres 2017 erfolgten insgesamt 14 Förderzusagen. Seit Abteilungsgründung gab es bislang 130 Beratungsgepräche, einmal im Quartal findet ein Beratertag mit großem Zuspruch statt, das nächste Mal am 3. Mai. Im Jahr 2016 hat die ISB mit 12,4 Millionen Euro gewerbliche, kommunale und private Kunden im Landkreis Ahrweiler gefördert – 106 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahlen beweisen nach den Worten von Landrat Dr. Jürgen Pföhler, „dass der Kreis Ahrweiler als Wirtschaftsstandort und als Wohnregion sehr attraktiv ist.“ Die Wirtschaft zeichne sich durch einen gesunden, breiten, mittelständischen Branchenmix aus. Bei den Gewerbeanmeldungen rangiere Ahrweiler seit Jahren auf einem Spitzenplatz in Rheinland-Pfalz. Die Wohnraumförderung wiederum verhelfe vor allem jungen Familien zu eigenen Immobilien. Im Bereich der Wirtschaftsförderung verzeichnet die ISB im Jahr 2016 im Landkreis Ahrweiler einen Anstieg der Fördervolumina um 163 Prozent auf 9,2 Millionen Euro (Vorjahr 3,5 Millionen Euro) bei 74 Förderzusagen (Vorjahr 37, plus 100 Prozent) und hat damit neun Arbeitsplätze geschaffen und 419 gesichert. „Trotz der Investitionszurückhaltung und des niedrigen Zinsniveaus ein stabiles Ergebnis, das zeigt, dass die Wirtschaftsförderinstrumente der ISB die Bedarfe der Kunden erfassen und wir zusätzliche Wachstumsimpulse für die Wirtschaft im Landkreis geben“, erläuterte Dexheimer.

Zuwachs bei Existenzgründern und Mittelstand

Einen kräftigen Zuwachs erzielte die Förderbank bei den Investitions- und Betriebsmitteldarlehen für Existenzgründungen und Mittelstand: Mit einem Volumen in Höhe von 7,1 Millionen Euro (plus 108 Prozent) sagte die ISB im Landkreis Ahrweiler 34 Darlehen (Vorjahr: 13, plus 161 Prozent) zu. Davon entfallen acht Zusagen in Höhe 1,9 Millionen Euro (plus 111 Prozent) auf die Finanzierung von Start-ups und 23 Zusagen in Höhe von 4,6 Millionen Euro (plus 83 Prozent) auf den MFP Unternehmerkredit für mittelständische Unternehmen. In der Summe ebenfalls enthalten sind rund 0,6 Millionen Euro, die bei der Europäischen Investitionsbank (EIB) refinanziert wurden. Die ISB arbeitet verstärkt mit der EIB zusammen, um Freiberufler, kleine und mittlere Unternehmen, Midcap-Unternehmen mit sehr günstigen Refinanzierungen flexibel zu unterstützen, Investitionen in Infrastruktur möglich zu machen und eine nachhaltige Kommunalentwicklung zu fördern. Im Rahmen der Beratungsförderung für Start-ups, der Messe- und Marketingförderung und der Ausbildungsplatzförderung gewährte die ISB im Landkreis Ahrweiler 35 Zuschüsse in Höhe von rund 82.000 Euro (Vorjahr rund 62.000 Euro, plus 33 Prozent).

Investitionen in den sozialen Wohnungsbau

Im Bereich der Finanzierung von Wohnraum stieg das Förderergebnis im Landkreis Ahrweiler um 28 Prozent. Die ISB förderte im Jahr 2016 38 Wohneinheiten mit einem Volumen von 3,2 Millionen Euro. „Für Wohnungsbaugesellschaften und private Investoren sind die Rahmenbedingungen für Investitionen in den sozialen Wohnungsbau deutlich verbessert worden. Die hohe Nachfrage zeigt, dass im vergangenen Jahr die richtigen Förderanreize gesetzt wurden“, so Dexheimer. Im Rahmen der ISB-eigenen Darlehen Wohneigentum hat die Förderbank im Landkreis Ahrweiler Zusagen in Höhe von 2,6 Millionen Euro ausgesprochen (plus 13 Prozent) für 32 Wohneinheiten. Das Fördervolumen für bezahlbaren Mietwohnraum im Landkreis stieg im Geschäftsjahr 2016 um 200 Prozent. Mit 0,6 Millionen Euro realisierte die ISB die Schaffung und Modernisierung von sechs Wohnungen. Im Jahr 2016 wurden Tilgungszuschüsse für den Neubau von Mietwohnungen in Höhe von 72.000 Euro gewährt.

Stellten die regionalen Förderzahlen der ISB vor: Vorstandssprecher Ulrich Dexheimer (l.) und Landrat Dr. Jürgen Pföhler. Foto: DU

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Kommentare
09.04.201714:29 Uhr
Armin Linden

Seit 40 bald schaue ich mir diese künstlichen Deutschen Statisten an. KfW - RP Bank - ISB. . Die IHKs vorne weg. Ok. Man hätte die Förderung der ISO zertifizierten damals nicht großflächig vernachlässigen dürfen. Dies passierte. Die machten Arbeitsplätze. Incl. Steuern. Stattdessen wurde jede kleine Klitsche forciert. Ein grosser Fehler.

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