Politik | 29.02.2016

Ministerpräsidentin Malu Dreyer stattete den Genossen der Mayener SPD einen Besuch ab

„Ich will es nicht erleben, dass die AfD in den Landtag einzieht“

Dreyer betonte die Wichtigkeit einer gemeinsamen - auch europäischen - Haltung in der Flüchtlingskrise

„Ich will es nicht erleben, dass die AfD in den Landtag einzieht“

Mayen. Eine engagiert und kämpferisch aufgelegte Ministerpräsidentin Malu Dreyer konnten die Mayener Genossen am vergangenen Montag im Hausener Bürgerhaus empfangen. Das war nicht „die liebe Malu“, sondern eine Ministerpräsidentin, die mit Leidenschaft um ihr Amt kämpft bei der Landtagswahl am 13. März und sich kritisch mit dem politischen Gegner auseinandersetzte.

Die Zeit bis zur Ankunft des Gastes verkürzten der SPD-Vorsitzende Dirk Meid, Wahlkreiskandidatin Martina Luig-Kaspari und Bundesministerin Andrea Nahles mit kurzen Ansprachen an die dicht gedrängten Mitglieder und Gäste im Saal. „Es ist schlimm, was sich rechts außen tut“, beklagte Dirk Meid die täglichen Nachrichten und forderte dringend zur Wahl auf, weil Nichtwählen die Parteien ohne Lösungen stärke. Die ausgewiesene Sozialpolitikerin und Wahlkreiskandidatin Martina Luig-Kaspari verwies auf das erfolgreiche Bildungsland Rheinland-Pfalz, in dem durchgehend alle Kitas und Schulen gebührenfrei sind. Neu im Wahlprogramm als weiteres familienfreundliches Element sei die Betreuungsgarantie während der Schulferien sowie der Pflegemanager. Auch für Andrea Nahles ist es entscheidend, wer in Mainz die Weichen stellt. „Rhens ist ziemlich weit weg“, so die Bundesministerin, „diese Region muss durch Martina Luig-Kaspari vertreten werden.“

Und dann kam der Ehrengast des Abends, Ministerpräsidentin und SPD-Spitzenkandidatin Malu Dreyer. Nach einer kurzen freundschaftlichen Begrüßung trat Malu Dreyer ans Mikrofon und kam dann sehr schnell zur Sache. Der wirtschaftliche Erfolg von Rheinland-Pfalz liege vor allem in Europa begründet und da schade es dem Land sehr, wenn Julia Klöckner in Sachen Flüchtlingskrise der Kanzlerin mit „ihren Plänen A1 bis A30“ in den Rücken falle und österreichische Verhältnisse wünscht. Menschen ohne Anrecht auf Asyl würden zurückgeführt, „aber Freiwilligkeit ist dabei das bessere Rezept“, versicherte Malu Dreyer, die während des Jugoslawienkrieges Sozialdezernentin war und daher noch genau weiß, wovon sie redet. Es grenze an Wählertäuschung, so die SPD-Spitzenkandidatin, wenn die CDU der Landesregierung ankreide, was Innenminister Thomas de Maizière und das ihm unterstellte Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zu erledigen hätten. Wenn nicht über die Asylanträge entschieden werde, könne weder zurückgeführt noch abgeschoben werden.

Kein „Zurück zum Betreuungsgeld“

Die gebührenfreie Bildung ist ein weiteres TOP-Thema des SPD-Wahlkampfes. Im von den Christdemokraten vorgelegten Haushaltsentwurf würden künftig 48 Millionen Euro von Familien gefordert, was besonders junge Familien treffen würde. Wenn in 16 Grundschulen von über 960 im Land das von Eltern und Lehrern gemeinsam gewünschte „Schreiben nach Gehör“ zusätzlich unterrichtet wird, so sei es der Christdemokratin Julia Klöckner eine ganze Wahlkampagne wert. Die SPD hat in ihr Wahlprogramm eine Betreuungsgarantie in den Schulferien aufgenommen und sei damit besonders nah an den Bedürfnissen junger Familien. Mit ihr in der Regierungsverantwortung, betonte Malu Dreyer, werde es auch ein „Zurück zum Betreuungsgeld“ nicht geben, das die CDU für Rheinland-Pfalz vorsieht - als einzigem Bundesland neben Bayern. „Meister sind so wichtig wie Master“, versicherte die SPD-Spitzenkandidatin Dreyer, und auch, dass die SPD eine Gebührenfreiheit für diese Ausbildung anstrebe. Leider befassen sich lediglich drei Seiten des 100 Seiten umfassenden Wahlprogramms mit den Zukunftsthemen Pflege und Gesundheit. Die SPD setzt nach ihrer Wahl auf den familienfreundlichen Pflegemanager.

Einen breiten Raum nahm die „ganz klare Haltung gegen Rechts“ in Malu Dreyers Rede ein. Für sie ist die frühere Professorenpartei AfD seit der Wahl von Frauke Petry zur Vorsitzenden eine rechte Partei mit ebensolchen Funktionären und stünde nicht mehr auf dem Boden des Grundgesetzes. „Ich will es nicht erleben, dass die AfD in den Landtag einzieht“, rief die Ministerpräsidentin den Gästen enthusiastisch zu und bekam dafür heftigen Beifall, wie auch für viele andere deutliche Standpunkte.

Fernsehgesprächsrunde mit der AfD wird weiterhin abgelehnt

Deutlich mehr als eine Stunde referierte die Ministerpräsidentin bei den Mayener Genossinnen und Genossen, die auch Oberbürgermeister Wolfgang Treis zu Gast hatten. Bei Themen wie dem Mindestlohn, nicht durch Arbeitgeber mitfinanzierte Krankenkassenbeiträge, die Digitalisierung und zu vielen weiteren machte Malu Dreyer ihre Ansichten unmissverständlich deutlich, bevor sie auf Fragen der Gäste antwortete. Dabei unterstrich sie auch wieder ihre deutliche Einstellung gegen rechte Parteien und ihrer Ablehnung einer Fernsehgesprächsrunde mit Teilnahme der AfD. „Ich gebe ihnen keine Bühne“, so Malu Dreyer, weil jeder öffentliche Auftritt die Partei unverhältnismäßig fördere.

Blumen und ein Herz auf Mayener Schiefer war neben lang anhaltendem Applaus der Dank für die Ministerpräsidentin und SPD-Spitzenkandidatin Malu Dreyer, die von ihrem Personenschutz dann sanft aus einem Seitenausgang zum nächsten Auftritt gedrängt wurde.

„Ich will es nicht erleben, dass die AfD in den Landtag einzieht“
„Ich will es nicht erleben, dass die AfD in den Landtag einzieht“

„Ich will es nicht erleben, dass die AfD in den Landtag einzieht“

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
04.03.201615:52 Uhr
Helmut Gelhardt

Ministerpräsidentin Malu Dreyer, SPD, gibt der AfD keine Bühne.
Diese Haltung von Frau Dreyer ist die einzig richtige! Die offen rechtsreaktionäre bis rechtsradikale, völkische, antidemokratische und antisolidarische politische Gruppierung, die sich Alternative für Deutschland nennt, aber nur Scheinalternativen bietet, Fremdenhass schürt und politisch zündelt, darf keinen Quadratzentimeter gesell schaftspolitisches Forum erhalten. Rechtsreaktionäre politische Gruppierungen haben schon die Weimarer Republik zum Einsturz gebracht. Einer derartigen Wiederholung von Geschichte darf deshalb keine Chance gegeben werden. Ministerpräsidentin Malu Dreyer zeigt
glasklare Kante. Sie besitzt hervorragende fachliche und gesellschaft
liche Kompetenz, Stetigkeit, große Erfahrung, viel Menschlichkeit. Sie führt zusammen und spaltet nicht. Sie sucht immer den gesellschaftlichen Konsens zum Wohle des Ganzen. Sie ist die überzeugende und beste Wahl für Rheinland-Pfalz! Kein Zweifel: Malu Dreyer wählen!

02.03.201609:15 Uhr
Johannes

Da hätte die SPD früher "aufstehen" müssen, um den Einzug der AfD in den Landtag zu verhindern. So etwa vor 10 bis 15 Jahren; die Anbiederung der SPD an die Regierungsmacht im Bund und in den Ländern um nahezu jeden Preis sind ein Teil der Ursache für das Erstarken der AfD.

Der SPD ist die politische Kontur verloren gegangen.




01.03.201619:05 Uhr
Armin Linden

Dieser Wunsch ist lange vorbei. Vor Wochen gab ich meine Tendenz für RP. AfD - denke 10- 15 %. Je weniger von den etablierten auch v. d. Grünen an Realismus kam - je stärker wurde die AfD. Alles andere ist fernab jeglicher Realität. Auch gerade von den Organisationen - egal ob Senioren - Frauen - oder Kinderfestival oder Manifest der CDU. SPD - das gleiche. Grüne sind gerade im Hallo Wach Stadium angekommen. Die Linke - mal wieder 5.Rad am Wagen. FDP zieht nur Dank Wissmann. Das wunderte mich nicht. Ein Pragmatiker. Das fehlte. Allerdings die soziale Schere ist in RP weit aufgegangen die letzten Jahre. Die Banken - die öffentlichen - gepampert ohne Ende. Dank ZDF u. Zoom wird es mittlerweile bundesweit aufgedeckt. Die Lebenslügen werden offenbart -

29.02.201616:21 Uhr
Dupont

Ich will die AfD auch nicht im Landtag erleben!!!

Doch vor der Wahl sie zu entzaubern,zu entlarven als plumpe,platte,dumpfe, Angst vor Fremden schürenden Partei, geht nur im Disput.
Wie schwach in Inhalt,Sprache,Wissen,Wesen war doch der Junge aus Mertloch im Vergleich zu Ihnen -Frau Dreyer -etwa im SWR !

In der Elefantenrunde mit größerer Zuschauerzahl hätte der sich blamiert bis über beide Ohren.
So bleibt uns Wähler diese Erkenntnis leider erspart!

Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare

BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 3

  • Carmen Busch: Das Foto wurde am Linzer Fähranleger aufgenommen. Die Fähre liegt gerade in Kripp
  • Claus Wiest: Das Foto zeigt die Rheinfähre Linz-Remagen, aufgenommen von der Anfahrt auf der Linzer Seite mit Blick auf den Ort Kripp.
  • Julia Doll : Lieber Roman, ja absolut, sehe ich ganz genauso
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
  • Ignaz Wrobel: Bedauerlich und fragwürdig finde ich, dass offenbar nicht die konstruktive Mitarbeit (!!!) in kommunalen Gremien zur grundlegenden Mitwirkung bei solchen Entscheidungen gesucht wird. Ich würde mich...
  • W. Harkort: Danke für diesen Kommentar. Gab es auch Einwendungen wegen seltener Ameisen? Irgendwann in naher Zukunft werden diese Leute ihre Entscheidung bereuen. Dann ist es aber zu spät.
Dauerauftrag
Kreishandwerkerschaft
Dachdecker (m/w/d)
Innovatives rund um Andernach
10 Jahre NoWi Bau
Heizöl/Diesel/Holzpellets
Zukunft trifft Tradition KW 18
Anzeige KW 18
Empfohlene Artikel
Blick auf die Grundschule Weststraße in Bad Neuenahr mit den Klassencontainern, in denen während der Bauzeit der neuen Grundschule unterrichtet wird. Foto: GS
58

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler hat beschlossen, die Elternbeiträge für die Betreuende Grundschule an den drei städtischen Grundschulen für das Schuljahr 2026/2027 von bislang jährlich 450 Euro auf 500 Euro je fünf Betreuungsstunden pro Woche und Kind festzulegen. Die Erhöhung wurde von allen Fraktionen als „moderat“ bezeichnet, Kritik gab es indes daran, dass „das...

Weiterlesen

Die Atemschutzwerkstatt der Feuerwehr Ahrweiler ist seit der Flut in Containern am Bad Neuenahrer Feuerwehrhaus untergebracht.  Fotos: GS
210

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Kreisstadt investiert in ihre Feuerwehr. Während an der Ramersbacher Straße in Ahrweiler die Arbeiten für das neue Feuerwehrhaus begonnen haben, standen zwei weitere Maßnahmen auf der Tagesordnung der letzten Stadtratssitzung unter Leitung von Bürgermeister Guido Orthen. Orthen wurde am 22. März als Direktkandidat der CDU in den neuen Landtag von Rheinland-Pfalz gewählt, der sich am 18. Mai konstituiert.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Auch ein historisches Feuerwehrfahrzeug konnte besichtigt werden. Foto: DU
27

Feuerwehr Bad Bodendorf öffnete ihre Türen

Beliebtes Familienfest bot Einblicke in Technik und Einsatz

Bad Bodendorf. So, wie die Menschen froh sind, wenn sie von der Feuerwehr Hilfe in den unterschiedlichsten Notsituationen erfahren, freut sich die Feuerwehr – sozusagen im „Gegenzug“ - über regen Besuch ihrer Veranstaltungen. Das früher oft gehörte Motto „Wir kommen zu ihnen, wenn es brennt, kommen sie zu uns, wenn wir feiern“, nahmen sich am Maifeiertag zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aus Bad Bodendorf,...

Weiterlesen

Foto: Kaikoro – Adobe Stock
643

Boppard/Emmelshausen. Auf der A61 zwischen Emmelshausen und Boppard befinden sich zwei Hunde auf der Fahrbahn. Dies meldet der ADAC. Verkehrsteilnehmende in beiden Fahrtrichtungen sollten also vorsichtig fahren. BA

Weiterlesen

Imageanzeige
Dauerauftrag 2025
Holz Loth-Entsorgung
Rund ums Haus
Schulze Klima -Image
Dauerauftrag 2026
Innovatives rund um Andernach
Tag der offenen Tür FFW Königsfeld
10 Jahre NoWi
10 Jahre NoWi
Azubispots Bad Neuenahr 2026
Anzeige "Rund ums Haus"
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Anzeige Show Alive
Grünpflegedienst
Outdoormöbel
Zukunft trifft Tradition KW 18
Titelanzeige
Azubispots Bad Neuenahr 2026