Politik | 24.02.2016

Unabhängige Wählervereinigung Bürger für Swisttal

In Swisttal kommt die Natur unter die Räder

Die Windräder bei Odendorf. Bürger für Swisttal

Odendorf. Das mögliche Grauammervorkommen bei Odendorf wird zur Windparkverhinderung nur instrumentalisiert! Den Schaden trägt die Allgemeinheit und Enercon. Die Grauammer hat jedenfalls nichts davon! Das die ehemals ausgewiesenen Flächen für den „Windpark Swisttal“ bei Odendorf aus Artenschutzgründen gestrichen wurden, war sicherlich konsequent und richtig. Schließlich ist die Grauammer ernsthaft vom Aussterben bedroht. Das bedeutet aber eindeutig nicht, dass die Windkraftentwicklung für ihren Rückgang verantwortlich ist! Gemäß dem Landesamt für Natur und Verbraucherschutz liegen die Gründe in der intensiven Landwirtschaft und dem Rückgang von Strukturelementen in der Agrarlandschaft wie Grasfeldwege, Brachen und Heckenstrukturen. Enge Pflanzreihen, Einsatz von Pestiziden, und frühe Getreideernten lassen die Bruterfolge der spät brütenden Grauammer landesweit einbrechen, stellte das Landesamt nach einer aktuellen Projektstudie fest. Den im harten Wettbewerb stehenden Landwirten, ist diese gesellschaftliche Folge kaum anzulasten - den Windrädern aber genauso wenig! Nur umfassende Schutzmaßnahmen könnten demnach die Grauammer überhaupt noch in ihren Bestandsgebieten erhalten. Dabei sind kreisübergreifende Maßnahmen erforderlich, welche über die Betrachtung einzelner Eingriffe, wie Gewerbegebiete oder Windenergieanlagen, hinausgeht. Gerade der Bezirksregierung wird dabei die bündelnde Funktion zugeordnet! Wie inkonsequent ist es jetzt, den Abriss der nur 75 Meter hohen Windräder bei Odendorf zu fordern, ohne gleichzeitig artgerechte Schutzmaßnahmen für die Grauammer zu wollen? Diese waren auch bisher nicht vorgesehen und spielten auch bei der Ausweisung der Odendorfer Bau- und Gewerbegebiete keine Rolle! Man hätte, wie von der BfS beantragt, den Ausgang der Windkraftmisere bei Odendorf abwarten müssen, bevor man zwischen Heimerzheim, Ollheim und Dünstekoven neue Abenteuer eingeht und möglicherweise andere planungsrelevante Arten gefährdet. Gleichzeitig sind in diesen Gebieten, gewichtige Einwände von Trägern öffentlicher Belange, in der Planung der dann sieben je 150 Meter hohen Windräder weiterhin ungeklärt. Jetzt könnte es sein, dass die Steuerzahler und der Investor die Kosten für die nicht optimale Kommunikation zwischen den Entscheidungsträgern und für die Planungen zu tragen haben - ein Scherbenhaufen!

Pressemitteilung der

Bürger für Swisttal

Die Windräder bei Odendorf.Foto: Bürger für Swisttal

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Kommentare
25.02.201618:18 Uhr
Anonym

Herr Osten Sie haben völlig Recht dies als unredlich zu bezeichnen. Aber hier geht es sicherlich nicht um ehrliche, naturschützende Politik sondern um einen her untauglichen Versuch gegen etwas zu sein und möglichst viel Zustimmung zu erhaschen. Ich habe andere Kommentare der BfS und Ihre unsachlichen Angriffe gelesen, daher ziehe ich es vor meinen Namen nicht zu nennen.

24.02.201616:14 Uhr
Pierre Oster

Ihre Überschrift kann ich ohne Umschweife anerkennen. Es sind aber nicht die Räder der Windkraftanlagen, sondern die der landwirtschaftlichen Geräte sowie der vielen Autos auf den Straßen, unter denen die Natur zu leiden hat. Die Windkraft wäre selbst bei einer Verdreifachung der Anlagen nicht in der Lage, die Zahl der durch Autos und Landwirtschaft getöteten und verdrängten Tiere jemals zu erreichen.
Wenn die Empörung über diese Zusammenhänge genau so groß wäre, wie sie bei der Windkraft entsteht, würde ich Ihre Ansicht unterstützen. Die Landwirtschaft rauszunehmen und die Mobilität gar nicht erst zu erwähnen, ist einfach nur unredlich. Wir alle wissen, dass wir zur Erhaltung der Natur gar nicht anders können, als regenerative Energien zu bevorzugen und zu fördern. Eine vernünftige und ehrliche Politik sagt das den Wählern und lässt vor allem wichtige Zusammenhänge nicht unerwähnt.

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