ARGE Nette, BUND Koblenz, und der NaturFreunde Kettig
In der Nette in Plaidt - schwere Gewässerverunreinigung
Plaidt. Am 11. März wurde in Plaidt, vom Gelände eines ehemaligen Mineralwasserbetriebes, eine große Menge Natronlauge in die Nette geleitet. Die Firma dort ist stillgelegt und allem Anschein nach werden die vorhandenen Altlasten nicht ordnungsgemäß entsorgt. Eine „Entsorgungsfirma“ sollte einen großen Stahltank verschrotten, den Inhalt, nämlich circa 15-20 m3 der gefährlichen Chemikalie Natronlauge „entsorgte“ man kurzerhand in einen Hofgulli, der direkt in die nebenan verlaufende Nette führte.
Der Schaden den diese ungeheuerliche Gewässerverunreinigung an der Flora und Fauna der Nette verursacht ist noch nicht absehbar. Zufällig wurde ein Spaziergänger auf die Vorgänge dort aufmerksam und informierte die Arge- Nette, in Person Elmar Weinand, der sofort im Rahmen des erst kürzlich von der Arge entwickelten Alarmplanes alle zuständigen Stellen bei Verbandsgemeinde, Kreisverwaltung, Polizei und Feuerwehr alarmierte. Es zeigte sich, dass dieser Alarmplan gut funktionierte und die Koordination aller Stellen, besser als in der Vergangenheit geschehen, durchaus beschleunigte.
Die Feuerwehr konnte zwar nicht mehr den großen Eintrag in die Nette stoppen, zumindest jedoch mehrere Kubikmeter Schlamm, der sich als Bodensatz in dem Tank befand, auffangen und somit verhindern, dass auch dieser in die Nette gelangte. In den letzten Jahren sind an der Nette viele Millionen Euro investiert worden in Form von Klärwerksausbauten zur Verbesserung der Wasserqualität, Renaturierungsmaßnahmen und Wehrrückbauten zur Verbesserung der Gewässerstruktur – das sind alles Steuergelder.
Die Nette ist im größten Artenschutzprogramm des Landes Lachs 2020 als Monitoringgewässer für die „natürliche“ Wiederbesiedlung durch den atlantischen Lachs. Man stelle sich vor es würde für mehrere Millionen Euro ein Fußballstadion gebaut und anschließend kommen alle möglichen Leute und laden ihre Abfälle auf dem Rasen ab?? Die Nette ist kein Abwasserkanal oder eine Mülldeponie! Das gilt selbstverständlich auch für jeden anderen Bach!
Der Schadstoff und die mögliche Folgen
Die Natronlauge hatte einen PH-Wert von 10,77, ist also eine Lauge mit der die Flaschen im ehemaligen Mineralwasserbetrieb gereinigt wurden. Es wird darauf vertraut das die zuständigen Behörden, alle weiteren Altlasten die sich noch auf dem Gelände befinden ordnungsgemäß behandeln und entsorgen werden und der Betreiber und Verursacher im Rahmen der Gesetzgebung zur Verantwortung gezogen wird.
Es handelt sich hier nicht um einen Unfall, sondern um eine absichtliche Gewässerverunreinigung - § 324 Strafgesetzbuch! Fische werden beim Kontakt mit der Lauge stark geschädigt, sodass über die Kiemen kein Sauerstoff mehr aufgenommen werden kann was letztendlich zum Tode führt. Die Arge – Nette hat inoffiziell an die Betroffenen eine Verzehrwarnung für Fische aus der Nette ausgesprochen. Verschiedene Bachpächter und Angelvereine die in den letzten Jahren hier an der Nette durch kluge Besatzmaßnahmen und schonenden Fang einen großen Beitrag zur natürlichen Entwicklung des Fischbestandes im Gewässer erbrachten haben bereits erklärt, dass sie Strafanzeigen gegen die Verursacher stellen werden und wenn möglich auch Schadensersatzforderungen geltend machen.
Pressemitteilung Arge Nette,
BundKoblenz,
NaturFreunde Kettig
