Politik | 08.07.2015, 11:31 Uhr

FDP Rhein-Sieg

Inklusion nicht mit der Brechstange umsetzen

Weiterhin sind gute Förderschulen nötig

Siegburg. Bei der Umsetzung der Inklusion in den Schulen des Rhein-Sieg-Kreises fordert die FDP-Kreistagsfraktion ein behutsameres Vorgehen und weniger Druck vonseiten des Landes: „Wenn Inklusion gelingen soll, darf sie aus Düsseldorf nicht mit der Brechstange umgesetzt werden. Wir erleben derzeit, dass erfolgreiche Förderschulen zum Beispiel in Niederkassel oder Rheinbach gegen den Widerstand von Eltern, Lehrern und Kommunen dichtgemacht werden müssen, da das Land sie trotz bisher hervorragender Arbeit als zu klein definiert. Diese kompromisslose Haltung des Landes tut dem Inklusionsprozess und vor allem den Schülern mit Förderbedarf keinen Gefallen“, kritisiert Nicole Westig, Kreistagsabgeordnete und schulpolitische Sprecherin der Freien Demokraten. Aktuelle Zahlen der Kreisverwaltung Rhein-Sieg zeigen, dass im ersten Inklusionsschuljahr insgesamt 1944 Kinder mit Förderbedarf statt der Förderschule eine Regelschule besucht haben. 129 dieser Kinder sind jedoch nach Auskunft des Kreises während des laufenden Schuljahrs wieder auf eine Förderschule gewechselt. „Diese Zahlen unterstreichen, dass weiterhin gute Förderschulen nötig sind, die sich um die Kinder kümmern, die mehr Zeit und Geduld sowie kleinere Klassen und intensivere Betreuung brauchen. Eine weitere Zerschlagung von Förderschulen, die genau diese Intensiv-Betreuung bieten, dürfen wir nicht hinnehmen“, so Westig. Nicht umsonst betonen Experten immer wieder, dass zahlreiche Kinder mit Förderbedarf die Förderschule auch als einen Schutzraum benötigen, den ihnen eine reguläre Schule nicht bieten kann. Neben den Rückkehrern von der Regelschule gebe es trotz oder wegen der Inklusion weiterhin auch Kinder, deren Eltern die Förderschule ohnehin für ihr Kind vorziehen und denen man mit Schulschließungen wie in Rheinbach und Niederkassel vor Ort die Wahlfreiheit nehme. „Neben dem Rechtsanspruch auf Inklusion muss es auch den Rechtsanspruch auf eine Förderschule in erreichbarer Nähe geben“, fordert Westig. „Wir wollen ein differenziertes und leistungsorientiertes Schulsystem, das die individuellen Bedürfnisse aller Kinder – ob mit oder ohne Förderbedarf – weitestgehend berücksichtigt. Gerade im Rhein-Sieg-Kreis hat sich dies bislang bewährt“, so Westig weiter. Damit dies auch künftig so bleibe, müsse das Tempo der Inklusion dringend der Qualität angepasst werden. Inklusion dürfe nicht zulasten der Kinder und des Lernerfolgs gehen. Die FDP fordert vor Ort wie auch im Landtag NRW, den Inklusionsprozess zu entschleunigen, damit die grundsätzlich breite Unterstützung für die Inklusion nicht aufs Spiel gesetzt wird. Zudem sind nach Ansicht der Freidemokraten die vom Land bereitgestellten Ressourcen völlig unzureichend, um die Ziele des Schulministeriums zu erreichen. Es fehle an Lehrpersonal, Sachmitteln und baulichen Voraussetzungen für die rot-grüne Turbo-Inklusion. Die derzeitige Schulpolitik des Landes ziehe außerdem bestens ausgebildete Sonderpädagogen von den Förder- in die Regelschulen ab. „Diese Lehrer sind Spezialisten für Förderunterricht, werden vom Land jedoch in den Regelschulen als bessere Nachhilfelehrer eingesetzt“, so Westig abschließend.

Pressemitteilung FDP Rhein-Sieg

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Rund ums Haus
Imageanzeige - Dauerauftrag
Stellenanzeige - Dauerauftrag 2026
Imageanzeige "Der nächste Sommer kann kommen"
Innovatives aus Weißenthurm
Hochzeitsmesse Mayen-Hausen 2026
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Die B267 in Altenahr.  Foto: ROB
2185

Die Sperrung bedeutet Einschränkungen im ÖPNV

Altenahr: Vollsperrung der B 267 ab 19. Oktober

Altenahr. Ab Montag, 19. Oktober 2026, muss die B 267 in Altenahr auf Höhe des Bahnübergangs an der Altenburger Straße voll gesperrt werden. Grund hierfür ist die Herstellung einer Außenanlage. Die Sperrung wird voraussichtlich bis einschließlich 6. November dauern. Die Umleitung erfolgt aus Fahrtrichtung Altenburg kommend über die B 257 und den Roßberg, aus Fahrtrichtung Altenahr kommend erfolgt die Umleitung entgegengesetzt, das heißt über den Roßberg und die B 257.

Weiterlesen