Freie Wählergruppe Weißenthurm
Ist der Zug abgefahren?
Barrierefreiheit für den Weißenthurmer Bahnhof
Weißenthurm. Die FWG Weißenthurm führte im Januar eine Begehung des Weißenthurmer Bahnhofs durch. Hierzu waren auch der in Bahnbaufragen erfahrene Dipl. Ing. Josef Helf und Vertreter der Bürgerinitiative „WIR gegen Bahnlärm in der VG Weißenthurm e.V.“ eingeladen. Anlass war eine Pressemitteilung der Landesregierung vom 28. Dezember 2015, wonach kleinere Bahnhöfe barrierefrei für 100 Millionen Euro saniert werden sollen.
Im Rahmen der Begehung wurde festgestellt, dass sich der Bahnhof in einem schlechten Zustand befindet. In der Unterführung roch es penetrant nach Urin.
Es lag auch Müll verstreut im gesamten Bahnhofsbereich. Insbesondere vor dem Bahnhof war seit Längerem keine Pflege mehr vorgenommen worden. Zum Thema Barrierefreiheit fiel auf, dass der Bahnhof Weißenthurm in keiner Weise behindertengerecht ist. Am Gleis 1 (Richtung Bonn) liegt der komplette Bahnsteig viel zu tief. Die Möglichkeit, mit einem Rollstuhl oder Kinderwagen zu Gleis 2 (Richtung Koblenz) zu kommen, besteht überhaupt nicht.
Josef Helf erläuterte technische Möglichkeiten zur Herstellung der Barrierefreiheit auch am Weißenthurmer Bahnhof. Der Bahnsteig sollte im Bereich Vorderkante Bahnsteig bis zu den Dachstützen über die gesamte Länge auf die vorgeschriebene Höhe angehoben werden. Gleis 2/3 könnte nur über eine teure Kombination aus Aufzug und Rampe barrierefrei erreicht werden. Beides wäre mit hohem Kostenaufwand verbunden und ohne Fördergelder nicht umsetzbar. Eine entsprechende Anfrage an den Bürgermeister nach dem Sachstand soll im Stadtrat gestellt werden.
Im Betrieb fiel auf, dass Güterzüge mit Geschwindigkeiten von 120 km/h durch den Bahnhof donnern, Personenzüge mit bis zu 160 km/h. Dies ist in Anbetracht der vielen Kinder, die den Bahnhof im Rahmen ihres Schulweges nutzen, inakzeptabel.
Auch aus diesem Grund ist die Einführung von deutlich niedrigeren Durchfahrtsgeschwindigkeiten bei Orts- und Bahnhofsdurchfahrten nachhaltig zu fordern.
Pressemitteilung der
FWG Weißenthurm

Verspäteter Aprilscherz?
Bereits im Jahre 2011 hat der Stadtrat von Weißenthurm eine Machbarkeitsstudie zum barrierefreien Bahnhof in Auftrag gegeben. Diese kam zu dem Ergebnis, das die Umsetzung aller Verbesserungen die Stadt Weißenthurm 1,8 Millionen Euro kosten würde. Auch mit eventuellen Zuschüssen des Landes kann die Stadt bei ihrer dauernd angespannten Haushaltslage dies nicht leisten, obwohl die Umsetzung aller bereits seit Jahren bekannten Erkenntnisse wünschenswert wäre. Das die FWG Weißenthurm nun den Eindruck erwecken möchte, sie allein würde sich um solche zugegeben wünschenswerte Verbesserungen kümmern, ist für jeden politisch Interessierten mehr als durchschaubar. Rolltreppen, Aufzüge oder Untertunnelung für einen Bahnhof der Weißenthurmer Größenordnung medienwirksam zu fordern und im Stadtrat bei anderen Entscheidungen die Sparfraktion zu spielen ist mehr als unseriös und zu kritisieren.