Politik | 29.09.2020

Stichwahl um das Amt des Bürgermeisters der Gemeinde Wachtberg

Jörg Schmidt (CDU) löst Amtsinhaberin Renate Offergeld (SPD) ab

Christdemokrat vereinigte mit 62 Prozent fast zwei Drittel der Wählerstimmen auf sich

Amtsinhaberin Renate Offergeld (re.) gratulierte ihrem Nachfolger Jörg Schmidt. Der Christdemokrat konnte bei der Stichwahl um das Amt des Bürgermeisters der Gemeinde Wachtberg 62 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinigen, Offergeld kam auf lediglich 38 Prozent. Foto: Jost

Wachtberg. Die Wachtberger Wähler haben die amtierende Bürgermeisterin Renate Offergeld (SPD) mit großer Mehrheit abgewählt. Bei der Stichwahl um das Amt des Bürgermeisters erreichte sie lediglich 38 Prozent der gültigen Stimmen, während ihr Kontrahent Jörg Schmidt (CDU) mit 62 Prozent fast zwei Drittel der Wählerstimmen auf sich vereinigen konnte und nun demnächst ihre Nachfolge antritt. Die Wahlbeteiligung lag bei 49,3 Prozent.

Großer Jubel bei der CDU

Groß war der Jubel bei den zwei Dutzend Christdemokraten, die in der Aula des Schulzentrums Berkum die zügig nacheinander eintrudelnden Wahlergebnisse aus den einzelnen Stimmbezirken verfolgten. Genugtuung zeigte auch Jörg Schmidt, der darauf hinwies, dass die Christdemokraten seit Gründung der Gemeinde Wachtberg im Jahr 1969 den Chefposten im Rathaus besetzt hätten und es daher 2014 ein großer Schlag gewesen sei, das Bürgermeisteramt an die SPD abgeben zu müssen.

„Jetzt sind wir aber sehr froh, dass Rathaus zurückerobert zu haben.“ Er selbst sei nach dem langen Wahlkampf froh, dass die Anspannung endlich von ihm abfalle. Wobei er den Wahlkampf insgesamt als fair und sachlich empfunden hatte. Allerdings war ihm auch bewusst: „Die eigentliche Arbeit steht mir erst bevor, jetzt muss ich abliefern.“

Sein Amt als stellvertretender Leiter des Kassenamtes der Stadt Bonn legte er bereits am Tag nach der Wahl bisher nieder und informierte die Stadt Bonn darüber, dass er demnächst andernorts tätig sein wird.

Offergeld geht erhobenen Hauptes

Amtsinhaberin Renate Offergeld (SPD), die 2014 in der Stichwahl gegen ihren damaligen Mitbewerber Hartmut Beckschäfer (CDU) gewonnen hatte, zeigte sich enttäuscht von dem Ergebnis, fasste sich aber schnell. Sie akzeptiere das Ergebnis und gehe erhobenen Hauptes, denn es sei eine gewisse Grundstimmung in der Bevölkerung zu verzeichnen gewesen. Vor allem habe ihr die Unterstützung der anderen Parteien gefehlt, denn sowohl die Wählervereinigung „Unser Wachtberg“ wie auch die Grünen hatten sich für ihren Gegenkandidaten Jörg Schmidt ausgesprochen.

Als faire Verliererin wolle sie ihren Nachfolger in der aktuellen Krisenzeit nach Kräften unterstützen. „Die Jahre im Amt habe ich gerne gemacht“, versicherte die 69-jährige, freute sich andererseits aber auch schon, dass nun ein neues Kapitel anfange. Es gebe viele Dinge, die sie gerne mache, vor allem wolle sie ihre zahlreichen Ehrenämter behalten und mit Leben füllen. Und nun habe sie auch mehr Zeit für die Familie, die ihr immer sehr wichtig sei. JOST

Amtsinhaberin Renate Offergeld (re.) gratulierte ihrem Nachfolger Jörg Schmidt. Der Christdemokrat konnte bei der Stichwahl um das Amt des Bürgermeisters der Gemeinde Wachtberg 62 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinigen, Offergeld kam auf lediglich 38 Prozent. Foto: Jost

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag 2026
Stellenanzeige
Yoga und Pilates Kurse
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0491#
Infoveranstaltung Reizdarmsyndrom
Fit für`s Alter? / -
Gebrauchtwagenanzeige
Empfohlene Artikel
Vor dem „Rodderhof“: Die Mitglieder des Landeskabinetts mit den kommunalpolitisch Verantwortlichen.
294

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Landesregierung hat gewechselt. Doch eine nach der Flut eingeführte Tradition bleibt. Die neue rheinland-pfälzische Landesregierung um Ministerpräsident Gordon Schnieder hat sich im Ahrtal mit der Landrätin des Kreises Ahrweiler, Cornelia Weigand, sowie haupt- und ehrenamtlichen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern getroffen. Nach dem internen Austausch zu den aktuellsten...

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Sinziger Stadtfahne wehte während der Kirmes an zahlreichen Häusern und setzte ein eindrucksvolles Zeichen für die Verbundenheit der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Heimatstadt.
712

Sinziger Stadtfahne beliebt

Nachbestellung aufgrund großer Nachfrage

Sinzig. Zur Sinziger Kirmes zeigte sich die Kernstadt vielerorts in den Farben Rot, Gelb und Schwarz. Zahlreiche Häuser, Balkone und Fassaden waren mit der Sinziger Stadtfahne geschmückt und verliehen dem Stadtbild einen besonders festlichen und heimatverbundenen Charakter.

Von Reiner Friedsam aus Sinzig

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: pixabay.com
2012

Ein grausamer Akt der Gewalt sorgt für große Betroffenheit im Ahrtal:

22.08.: Tötungsdelikt in Ahrweiler: Das ist bislang bekannt

Ahrweiler. Nach dem gewaltsamen Tod eines Ehepaares in Bad Neuenahr-Ahrweiler laufen die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei weiter. Der 26-jährige Sohn der beiden Opfer steht unter dringendem Tatverdacht. Gegen ihn wurde inzwischen Haftbefehl wegen des Verdachts des Totschlags in zwei Fällen erlassen.

Weiterlesen

In diesem Haus an der Ramersbacher Straße hat sich das Tötungsdelikt ereignet. Foto: GS
2326

Reaktionen auf das Tötungsdelikt in Ahrweiler zwischen Trauer, Entsetzen und Sprachlosigkeit

„Eine schreckliche Tat … und es war nebenan“

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Erst war es ein Gerücht, seit Freitag ist es bittere Wahrheit. In einem Haus an der Ramersbacher Straße in Ahrweiler ist ein Ehepaar (55 und 52 Jahre alt) Opfer eines Tötungsdeliktes geworden. Tatverdächtig ist der 26-jährige Sohn, der ebenfalls in der Wohnung lebte. Gegen ihn hat die Ermittlungsrichterin des Amtsgerichts Koblenz auf Antrag der Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl wegen des dringenden Verdachts des Totschlags in zwei Fällen erlassen.

Weiterlesen