Politik | 02.11.2016

CDU-Delegiertenversammlung in Horhausen

Kämpferischer Erwin Rüddel wurde mit 97 Prozent für die Bundestagswahl nominiert

CDU-Politiker aus Windhagen kandidiert zum dritten Mal für den Wahlkreis 197 Neuwied/Altenkirchen - Für eine starke Justiz, gegen Vollverschleierung

Mit stehendem Applaus quittierten die über 100 Delegierten der CDU-Ortsverbände die kämpferische Rede ihres erneuten Direktkandidaten für den Bundestagswahlkreis 197 Neuwied/Altenkirchen. KER

Horhausen. Eine Kandidatur für eine Bundestagswahl ist keine leichte Sache. Ein langer, manchmal steiniger Weg bis dahin ist zu gehen. Oft beginnt es schon damit, die eigenen Parteimitglieder zu überzeugen, dass man die richtige Person für den Wahlkampf und das angestrebte Mandat ist. Da tut es gut, wenn man als Kandidat eine starke Mehrheit der eigenen Partei hinter sich weiß. So gestärkt geht der CDU-Bundestagskandidat für den Wahlkreis Neuwied/Altenkirchen, Erwin Rüddel (60), in das Rennen um einen der 598 Sitze im Berliner Bundestag. 2017 im Herbst wird gewählt. Ein Jahr vorher sagten 100 von 104 CDU-Delegierten aus den Kreisen Neuwied und Altenkirchen im Bürgerhaus von Horhausen, dem Kaplan-Dasbach-Haus, „Ja“ zu Erwin Rüddel.

Der Mann aus Windhagen war an diesem Abend der einzige Kandidat, der um die Zustimmung der CDU für die Bundestagswahl bat. Einen Gegenkandidaten aus der eigenen Partei für das Rennen um das Direktmandat im Wahlkreis für den Bundestag gab es nicht. Erwin Rüddel vertritt den Wahlkreis 198 Neuwied, der sich aus den Landkreisen Neuwied und Altenkirchen zusammensetzt, bereits seit 2009. Bei der Bundestagswahl damals gewann er als Direktkandidat der CDU die Wahl gegen seine aussichtsreichste Mitbewerberin um das Direktmandat, Sabine Bätzing-Lichtenthäler von der SPD. Dasselbe gelang ihm erneut bei der Bundestagswahl 2013. Nächstes Jahr stellt er sich also zum dritten Mal der Direktabstimmung durch die Wähler. Eine kleine Sicherheit für ihn hat seine Partei dadurch eingebaut, dass Erwin Rüddel von den Delegierten des Wahlkreises Neuwied gleichzeitig auch als erster von vier Vorschlägen für die Landesliste Rheinland-Pfalz vorgeschlagen wurde. Ein vorderer Platz auf der Landesliste garantiert in der Regel und bei den bisher gewählten Ergebnissen einen Sitz im Berliner Parlament.

Seine Rede vor den über 100 CDU-Mitgliedern teilte Erwin Rüddel in zwei Teile, eine Auflistung der Erfolge seiner bisherigen Bundestagsarbeit und einen Katalog der Grundsätze, für die er in den kommenden Jahren steht. Als Erfolge nannte der Kandidat „die umfassendsten Leistungsverbesserungen seit Einführung der staatlichen Pflegeversicherung vor über 20 Jahren“, Verbesserungen der Infrastruktur im Wahlkreis, konkret im Straßenbau, im Breitbandausbau und in der Städtebauförderung. Sein Engagement zur Verbesserung der Situation der Menschen im vom Bahnlärm geplagten Rheintal will Erwin Rüddel mit der gleichen Energie wie bisher fortsetzen. Er setzt sich für den Titel „Unesco-Weltkulturerbe“ des unteren Mittelrheintals ein, will den Tourismus dort ankurbeln und die Bundesgartenschau 2031 dorthin holen.

Im Schlussteil seiner Rede ging Erwin Rüddel auf die konservativen Grundsätze seiner politischen Einstellung und der seiner Partei ein. Konservativ, liberal und sozial versteht er als gleichwertig. Das Konservative dürfe nicht vernachlässigt werden. Rüddel: „Wir müssen verhindern, dass sich immer mehr konservative Wählerinnen und Wähler in der Union heimatlos fühlen und sich von uns abwenden.“ Er fordert eine stärkere Haltung bei der inneren Sicherheit, mehr Polizei, mehr Beachtung der Opfer-Positionen durch die Justiz anstatt einer „Kuscheljustiz“. Dies gelte für Deutsche wie für Migranten gleichermaßen. Für die Letztgenannten gelte aber in besonderer Weise: „Wer hier leben möchte, hat unsere Hausordnung einzuhalten!“ Wo das nicht funktioniere, müsse konsequenter als bisher abgeschoben werden. Bundesländer, die das nicht täten, sollten weniger Zuwendungen für Flüchtlingskosten erhalten. Zuletzt begründete Erwin Rüddel seine Ablehnung der Vollverschleierung von muslimischen Frauen. Dies habe nichts mit religiösen Pflichten zu tun, sondern unterdrücke Frauen und dokumentiere eine „ablehnende Haltung gegenüber zentralen Werten unserer Gesellschaft“.

Insgesamt waren an dem Abend 107 wahlberechtigte Delegierte der CDU-Ortsverbände vertreten, 66 aus dem Kreis Neuwied und 41 aus dem Kreis Altenkirchen. Die Stimmzählkommission hatte am Ende der geheimen Wahl 104 abgegebene gültige Stimmzettel vorliegen, 100 Delegierte hatten für Erwin Rüddel gestimmt. Das entspricht einer Quote von 97,1 Prozent.

JU-Vorsitzender Simon Solbach überreichte Erwin Rüddel ein paar Laufschuhe im Orange der Partei. Das Rennen um die Bundestagsmandate kann beginnen.

JU-Vorsitzender Simon Solbach überreichte Erwin Rüddel ein paar Laufschuhe im Orange der Partei. Das Rennen um die Bundestagsmandate kann beginnen.

Besonders von der Jungen Union verspricht sich Erwin Rüddel Unterstützung im Bundestagswahlkampf 2017. Mit ihrem zahlenmäßig starken Auftreten bei der Kandidatennominierung in Horhausen demonstrierte die Jugendorganisation der Partei, dass sich der Bewerber in dieser Hinsicht keine Sorgen machen muss.

Besonders von der Jungen Union verspricht sich Erwin Rüddel Unterstützung im Bundestagswahlkampf 2017. Mit ihrem zahlenmäßig starken Auftreten bei der Kandidatennominierung in Horhausen demonstrierte die Jugendorganisation der Partei, dass sich der Bewerber in dieser Hinsicht keine Sorgen machen muss.

Mit stehendem Applaus quittierten die über 100 Delegierten der CDU-Ortsverbände die kämpferische Rede ihres erneuten Direktkandidaten für den Bundestagswahlkreis 197 Neuwied/Altenkirchen. Fotos: KER

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