Konstituierende Sitzung des Rheinbacher Stadtrates
Kalle Kerstholt und Markus Pütz stehen Ludger Banken zur Seite
Alle Fraktionen hatten sich vorab auf gemeinsame Wahlvorschläge zu allen Punkten geeinigt –
Ortsvorsteher und Ausschussvorsitzende wurden benannt
Rheinbach. In der beginnenden Wahlperiode stehen Karl Heinrich „Kalle“ Kerstholt (SPD) als 1. und Markus Pütz (CDU) als 2. stellvertretender Bürgermeister dem neuen Rheinbacher Stadtoberhaupt Ludger Banken (parteilos) zur Seite. Das entschied der nun 40-köpfige Stadtrat einstimmig in seiner konstituierenden Sitzung, die coronabedingt in der Stadthalle stattfand. In einer von Einmütigkeit und Harmonie geprägten Veranstaltung waren unzählige Personalentscheidungen zu treffen, doch die Fraktionen hatten sich vorab auf gemeinsame Wahlvorschläge zu allen Punkten geeinigt, sodass sämtliche Abstimmungen einstimmig erfolgten.
Dr. Reinhard Ganten (UWG) hatte als Alterspräsident die Ehre, die konstituierende Sitzung zu eröffnen und Bürgermeister Ludger Banken (parteilos) in sein Amt einzuführen und zu vereidigen, was dieser mit religiöser Beteuerung tat. Ganten wies darauf hin, dass die neue Ratsperiode unter besonderen Vorzeichen stehe. Die Zusammensetzung des Rates habe sich ebenso geändert wie die Mehrheitsverhältnisse, „und wir sind jünger geworden, das wird sich vielleicht in unsere Arbeit bemerkbar machen.“
Klimaschutz nichtmit einer Impfung zu lösen
Die Corona-Pandemie sei die wohl größte Herausforderung, deren Bewältigung könne nur als gesamtgesellschaftliche Aufgabe angesehen werden. Auch der Stadtrat sei dabei gefordert, schädliche Auswirkungen auf die Bürger, die Wirtschaft, den Sozialbereich und das Zusammenleben insgesamt nach Möglichkeit zu minimieren. Auch die Bemühungen um den Haushalts-Ausgleich werde den Rat in Zukunft noch sehr beschäftigen, sagte er voraus, und er hoffe, dass man am Ende sagen können: „Wir waren erfolgreich!“ Dabei dürfe man aber nicht vergessen, den Klimaschutz weiterzuführen. „Dieses Problem ist nicht mit einer Impfung zu lösen, sondern kann nur geschafft werden, wenn wir alle unser Handeln an den Erfordernissen des Klimaschutzes ausrichten.“
Banken freute sich in seiner kurzen Antrittsrede, dass seine erste Ratssitzung in Rheinbach zugleich seine 100. Ratssitzung insgesamt sei, denn an seiner vorherigen Wirkungsstätte als Bürgermeister der Gemeinde Everswinkel im Münsterland sei er mit der 99. Sitzung ausgeschieden. Er dankte besonders seinem Vorgänger Stefan Raetz (CDU), der in mehr als zwei Jahrzehnten unendlich viel für Rheinbach geleistet habe. Die heutige Sitzung sei zwar schon seine vierte konstituierende Sitzung, und man könnte meinen, deshalb würde sich eine gewisse Routine einstellen. „Weit gefehlt. Es ist etwas ganz Besonderes, so einer Sitzung zu erleben, sie geht ein bisschen an den Nerven, kann ich da nur sagen!“
Rheinbach durchdie schwierige Zeit bringen
„Aber ich freue mich auf die Tätigkeit in und für Rheinbach, das wird eine wunderschöne Aufgabe sein“, blickte Banken zuversichtlich in die Zukunft. „Rheinbach ist eine wunderschöne Stadt, die auf einem sehr guten Wege ist – und das soll sie auch bleiben. Wir wollen Rheinbach weiterentwickeln und gut durch diese schwierigen Zeiten bringen, das kann nur gemeinsam gelingen.“ Er habe allerdings auch gehörigen Respekt vor der Aufgabe, gerade in diesen ungewöhnlichen und stürmischen Zeiten, die nicht nur durch die Corona-Pandemie, sondern auch durch den Klimawandel und die schwierige Finanzlage gekennzeichnet sei. Weitere Aufgaben seien das Themenfeld „Wohnen“ und der Verkehr in der Hauptstraße, die man in den kommenden Jahren anpacken müsse.
„Wir befinden uns in der zweiten Welle der Pandemie, die erneut harte Einschnitte in unser tägliches Leben mit sich bringt“, wagte er auch einen Blick auf Corona. Keiner könne die Frage mit Gewissheit beantworten, ob es die richtigen Maßnahmen seien, die nun beschlossen würden. „Wie gut die Maßnahmen sind, wird erst die Zukunft zeigen.“ Man könne nur nach bestem Wissen und Gewissen handeln und müsse abwarten, welche Nebenwirkungen diese Maßnahmen nach sich zögen. Dennoch müsse man all dies umsetzen, um aus dem exponentiellen Wachstum der Infizierung herauszukommen und zu verhindern, dass das Gesundheitssystem überlastet werde. „Jetzt heißt es: Achtsam sein, aufeinander achtgeben und bestmöglich und hoffentlich gesund durch diese Zeit zu kommen. Das muss unser vorrangiges Ziel sein.“
Zehn Ausschüssewurden gebildet
Nachdem die Hauptsatzung der Stadt und die Betriebssatzung für den Eigenbetrieb Wasserwerk auf den neuesten Stand gebracht worden waren, wurden zehn Ausschüsse gebildet und deren Vorsitzende und Stellvertreter bestimmt. Den Haupt- und Finanzausschuss sowie den Wahlausschuss leitet Bürgermeister Ludger Banken (parteilos) selbst, sein Stellvertreter ist der Erste Beigeordnete Dr. Raffael Knauber. Den Betriebsausschuss leitet weiterhin Ilka Rick (CDU), ihr Stellvertreter ist nun Ferdinand Pfahl (CDU). Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses ist Lorenz Euskirchen (FDP), sein Stellvertreter Dr. Georg Wilmers (SPD). Der Wahlprüfungsausschuss steht unter der Leitung von Markus Pütz (CDU) und seines Stellvertreters Bruno Weber (CDU). Vorsitzende des Ausschusses für Generationen, Integration und Soziales ist Martina Koch (SPD), ihre Stellvertreterin ist Urte Seiffert-Schollmeyer (Grüne). Den Ausschuss für Schule, Bildung und Sport führt Joachim Schneider (CDU) mit seinem Stellvertreter Ulrich Sander (CDU). Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Bauen wird geleitet von Dr. Georg Wilmers (SPD), sein Stellvertreter ist Dr. Nils Lenke (Grüne). Neuer Chef des Ausschusses für Standortförderung und Feuerwehr ist Hinrich Kramme (UWG), vertreten von Jürgen Lüdemann (SPD). Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt und Mobilität schließlich wurde Heribert Schiebener (Grüne) mit seiner Stellvertreterin Ute Krupp (SPD).
Ortsvorsteher wurden gewählt
Schließlich wurden auch noch die Ortsvorsteher gewählt, auch hier gibt es einige neue Gesichter. Das Vorschlagsrecht hatte jeweils die Fraktion, die bei der Kommunalwahl im jeweiligen Ort die meisten Stimmen erhielt. So ist Ellen Schüller (UWG) neue Ortsvorsteherin von Flerzheim, Thomas Bayer (CDU) neuer Ortsvorsteher von Ramershoven, Monika Kerstholt (SPD) neue Ortsvorsteherin von Neukirchen/Merzbach, Erich Mosblech (UWG) neuer Ortsvorsteher von Hilberath und Ralf Münch (CDU) neuer Ortsvorsteher von Wormersdorf. Ihre Ämter als Ortsvorsteher behalten Kurt Brozio (CDU) in Oberdrees, Holger Klöß (SPD) in Niederdrees, Ilka Rick (CDU) in Queckenberg und Dr. Reinhard Ganten (UWG) in Todenfeld.
JOST
Bei der konstituierenden Sitzung des Rheinbacher Stadtrates wurde Bürgermeister Ludger Banken vereidigt und in sein Amt eingeführt. Darüber freute sich auch seine Lebensgefährtin Katrin Lewit. Foto: Matthias Kehrein
