Politik | 19.12.2017

FDP unterstützt Gemeinschaft Pro Umwelt in Oberdürenbach

Kampf gegen Wildwuchs von Windrädern

Rentabilität wird angezweifelt

FDP-Vertreter und die Mitglieder der Bürgerinitiative Gemeinschaft Pro Umwelt diskutieren über die geplanten Windkraftanlagen.privat

Oberdürenbach. Nicht zum ersten Mal trafen sich Vertreter der FDP mit der Gemeinschaft Pro Umwelt in Oberdürenbach. Bereits in den vergangenen Jahren hat die FDP die Initiative von Bürgerinnen und Bürgern unterstützt, die sich gegen die in der Nachbargemeinde Dedenbach und Königsfeld geplanten Windkraftanlagen wendet. Im Auftrag der Initiative konnte Ortsbürgermeister a. D. Wolfgang Hurth diesmal neben den Vertretern der FDP im Kreistag, Ulrich van Bebber und Christina Steinhausen, auch den parlamentarischen Geschäftsführer und Landtagsabgeordneten Marco Weber, der auch Vorsitzender des Umweltausschusses im Landtag ist, begrüßen.

Eröffnung des Raumordnungsverfahrens

In seiner Begrüßung erläuterte Hurth den langen Kampf der Initiative gegen die Windräder und seine Zweifel an der Sinnhaftigkeit dieser als einzelne Anlagen geplanten Windräder. Konkreter und dringender Anlass für das Treffen aber war die Eröffnung des Raumordnungsverfahrens durch die Kreisverwaltung Ahrweiler. Hier werden die Planungen offengelegt und alle betroffenen Behörden und Bürgerinnen und Bürger haben das Recht, ihre Stellungnahmen und Bedenken einzubringen. MdL Weber machte seine grundsätzliche Unterstützung der Initiative deutlich und wies darauf hin, dass die FDP in den Koalitionsvertrag für die Ampel-Regierung bereits eine erhebliche Eingrenzung des vorher ungesteuerten Wildwuchses bei der Windkraft erreicht hätte: „Jetzt müssen Anlagen ein Mindestabstand von 1.000 m, bei mir als 200 m Höhe einen Mindestabstand zur Ortsbebauung von 1.100 m einhalten, und es müssen mindestens drei Windräder im Verbund aufgestellt werden,“ erläuterte der Landtagsabgeordnete. Diese neue Politik habe jetzt dazu geführt, dass die Windkraft Investoren ihre ursprünglichen Planungen ändern mussten. Die Standorte und die Höhe von zwei Anlagen mussten geändert werden, damit die neuen Abstandsregelungen eingehalten werden können.

Windräder auf wenige Flächen konzentrieren

Weber erklärte, dass angesichts geänderter Rahmenbedingungen nach seiner Erfahrung die Rentabilität vieler Windkraftanlagen sehr genau überprüft werden sollte. „Oft werden von den Investoren Erwartungen geweckt und Berechnungen vorgelegt, die später der Realität nicht standhalten. Daher rate ich dringend, sich die Berechnungsgrundlagen genau anzuschauen und noch einmal genau nachzurechnen, ob die versprochenen Erträge tatsächlich realistisch sind,“ so der Vorsitzende des Umweltausschusses im rheinland-pfälzischen Landtag. „Neben den Zweifeln an der Rentabilität der Anlagen teilen wir die Befürchtungen, dass hier das Landschaftsbild unwiederbringlich zerstört wird,“ erklärte van Bebber. Zu ihren stärksten Argumenten gegen die Errichtung solcher Anlagen zählt die Gemeinschaft „Pro Umwelt“ Vorkommen von Rotmilanen, Schwarzstorch, Fledermäusen und diversen anderen seltenen Tieren und Pflanzen, zudem einen großen 100 bis 150 Jahre alten Buchenbestand sowie die Entfernung einer geplanten Anlage von nur 750 m bis zum Waldgut Schirmau, das als Sondergebiet mit besonderer Schutzfunktion ausgewiesen ist. Darüber hinaus wäre es absurd die Blickachsen auf die Burg Olbrück derart zu beeinträchtigen. Negative Auswirkungen befürchten die Gemeinschaftsmitglieder nicht nur für die Natur und die Gesundheit der Menschen zum Beispiel durch Infraschall, sondern auch auf den Tourismus. Der Schönheit der Landschaft und damit der Erholungswert werde erheblich beeinträchtigt.

Alle Beteiligten legten bei der Diskussion aber auch Wert auf die Feststellung, nicht grundsätzlich gegen Windkraft und erneuerbare Energien zu sein. „Aber auch die Energiewende rechtfertigt keine großflächige Landschafts- und Naturzerstörung. Sinnvoll ist es, die Windräder auf wenige Flächen zu konzentrieren, und nicht willkürlich über die Landschaft zu verteilen“, so Steinhausen.

Termine

Die Unterlagen zur vereinfachten raumordnerischen Prüfung zum Bau von Windkraftanlagen liegen in der Kreisverwaltung und der Verbandsgemeindeverwaltung Niederzissen vor. Jeder Bürger hat bis Donnerstag, 11. Januar 2018 die Möglichkeit, diese dort einzusehen und seine Anregungen bis Freitag, 26. Januar 2018 vorzubringen. Die Gemeinschaft Pro Umwelt führt zusammen mit der Gemeinde am Mittwoch, 20. Dezember, um 19.30 Uhr in der Königsseehalle eine Infoveranstaltung durch.

Pressemitteilung

Ulrich van Bebber, FDP

FDP-Vertreter und die Mitglieder der Bürgerinitiative Gemeinschaft Pro Umwelt diskutieren über die geplanten Windkraftanlagen.Foto: privat

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