Leserbrief zum Thema „Klimawandel“
Klimawandel mal musikalisch
Komm lieber Mai und mache...- Kinderlied, Text: Christian Adolph Overbeck und vertont von Wolfgang Amadeus Mozart 1791 - die Bäume wieder grün, und lass uns an dem Bache die kleinen Veilchen blühn. Das war ca. 60 Jahre vor den Hungerwintern im Westerwald und dem Wirken von Friedrich Wilhelm Raiffeisen. An unseren Volksliedern erkennt man auch, wie sich das Wetter oder das Klima verändert hat. Die Winter waren wesentlich kälter, schneereicher und länger anhaltend. Die Nahrungsmittel waren knapp, denn die heute oft in der Diskussion stehende landwirtschaftliche Kulturtechnik steckte noch in den Kinderschuhen und die Kühe gaben weniger Milch. Mit der Entdeckung des Mineraldüngers durch Justus Liebig, wurden die Erträge dann wesentlich gesteigert, und der Hunger nahm ein Ende.- Zurück zum Kinderlied, wir schreiben heute den 20. April: Die Veilchenblüte ist schon längst vorbei und auch die Bäume schon seit ca.14 Tagen grün. Die Forsythie blühte heuer wieder, durch den extrem milden Winter schon wieder am 20. März, dem Geburtstag meiner Frau und ca. drei Wochen früher, als zu Zeiten meines Vaters. Das kann ich an unseren betrieblichen Daten und Aufzeichnungen ablesen.
Ulrich Müller, Neuwied

Das Kinderlied und die Volkslieder allgemein aus dieser Zeit beschreiben anschaulich die Auswirkungen der sogenannten „Kleinen Eiszeit“ (Little Ice Age, LIA), die von etwa 1300 bis 1850 andauerte!