Langner, Mohrs und Flöck erhalten beim Forum Ehrenamt wichtige Einblicke in die ehrenamtliche Arbeit vor Ort
Knapp 100 Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler diskutieren mit Stadtvorstand
Güls. Rund um das Thema Ehrenamt war und ist in den letzten Monaten viel in Bewegung in Güls und Bisholder. Was mit einer Veranstaltung der Gülser SPD begann und durch den von Christopher Bündgen initiierten und hundertfach unterschriebenen Offenen Brief an die Stadtspitze weiterging, fand nun beim Forum Ehrenamt im Gülser Bühnenhaus seinen vorläufigen Höhepunkt. Eingeladen hatten der Ortsring und die Gülser Parteien – gekommen waren knapp 100 Ehrenamtliche aus zahlreichen Gülser und Koblenzer Vereinen. Ob es die Brisanz des Themas, die Geschlossenheit der Gülser und Bisholderer Dorfgemeinschaft oder die Hartnäckigkeit der Organisatoren war: mit Oberbürgermeister David Langner, Bürgermeisterin Ulrike Mohrs und Baudezernent Bert Flöck war fast der gesamte Stadtvorstand anwesend – sicher nicht üblich für eine derartige Veranstaltung. Auch weitere prominente Vertreterinnen und Vertreter der Koblenzer Kommunalpolitik fanden sich im Bühnenhaus ein: Der Stadtverbandsvorsitzende der Koblenzer SPD, Detlev Pilger, die Kreisvorsitzende der Koblenzer Grünen, Kim Theisen genauso wie der künftige Baudezernent Dr. Andreas Lukas, der Gülser Ortsvorsteher Hans-Peter Ackermann und zahlreiche Stadträte. Es war also alles angerichtet für eine spannende Diskussion der anwesenden Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtlern mit den Verantwortlichen der Stadt. Nach der Begrüßung durch den Ortsringvorsitzenden Franz-Josef Möhlich führte der Organisator des Abends, der Vorsitzende der Koblenzer Grünen, Christopher Bündgen durchs Programm.
Als erstes Thema wurde das Stadtdörferprojekt und damit zusammenhängend der Zustand des Bühnenhauses aufgerufen. Baudezernent Flöck berichtete, dass mit den Mitteln des Stadtdörferprojektes, welche von der Stadt auf insgesamt 1,2 Mio Euro vervierfacht wurden, vor allem das Bühnenhaus saniert werde. Hierfür müssen insgesamt acht Aufträge ausgeschrieben und anschließend vergeben werden. Dies koste alles seine Zeit, so Flöck. Gleichzeitig stellte er heraus, dass Ortsvorsteher Ackermann, der sich seit seinem Amtsantritt mit verantwortlich für das Projekt fühle, sehr konsequent und engagiert an dessen sinnvoller Umsetzung mitwirke. Dies habe zu einigen Veränderungen der zwischenzeitlichen Pläne geführt. Die Gülser und Bisholderer können sich damit künftig über eine neue Heizung, neue Toiletten und eine Teeküche im Bühnenhaus freuen, was für die dort beheimateten Vereine sicher eine Verbesserung darstellt. Kritische Töne kamen jedoch aus dem Plenum, welche anmerkten, dass das Stadtdörferprojekt, welches als Mitmach-Aktion angelegt und in welches viel Arbeit von Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtlern geflossen sei, insgesamt enttäuscht habe. Aus den zahlreichen Vorschlägen, wie man Güls als Stadtdorf weiter aufwerten könnte, sei letztlich nichts geworden. Nun hoffen die Gülser und Bisholderer, dass die Arbeiten im und um das Bühnenhaus zeitnah beginnen können. Zumindest beim Außengelände sprach Baudezernent Flöck von einem Baubeginn im Frühjahr. Die entsprechende Nachfrage aus dem Plenum, in welchem Frühjahr, zeigt, wie die Stimmung vieler Gülser bei diesem Thema aussieht.
Im zweiten Themenblock, der Zukunft des Ehrenamts im Hinblick auf Genehmigungsverfahren und entsprechender Unterstützung durch die Stadt, machte Bürgermeisterin Ulrike Mohrs deutlich, dass es bei all der Zugewandtheit und bei jedem Willen zur Ermöglichung und Vereinfachung ehrenamtlicher Arbeit immer vor allem auch darum gehen müsse, die Sicherheit für alle zu gewährleisten. Das brauche manchmal einfach mehr Zeit, ist dann aber auch wirklich gut, so Ulrike Mohrs. Moderator Toni Bündgen wies die Stadtspitze darauf hin, dass es für Vereine notwendig sei, klare Ansprechpartner und transparente Vorgänge in der Verwaltung zu gewährleisten. Dies sei durch vier ansprechbare Damen im Ordnungsamt bereits geregelt, so Langner und Mohrs. Ortsbeirat Hans Ternes warf indessen ein, dass es gut und wichtig wäre, wenn man als Bürger auch mal eine Antwort aus der Verwaltung bekäme, wenn man eine Anfrage stelle oder ein Anliegen vorbrächte. Dies habe etwas mit Wertschätzung dem Ehrenamt gegenüber zu tun. Die Stadtspitze sicherte zu, dass dies vollkommen richtig sei und sie prüfen würde, wie dies verbessert werden könne. Jeder Bürger habe ein Recht auf eine Antwort aus der Verwaltung, so Langner. Im Hinblick auf langwierige Genehmigungsverfahren und spät eintreffende Genehmigungen war es Bürgermeisterin Mohrs wichtig zu betonen, dass direkte Kommunikation immer helfe. Je mehr man miteinander spreche, desto besser fände man gemeinsame Lösungen.
Nachbesserungsbedarf in den Abläufen der Verwaltung tat sich auch bei der Bearbeitung der Anträge der Ortsbeiräte auf. So kritisierte Moderator August Hollmann, dass zahlreiche beschlossene Anträge aus Güls in irgendeiner Schublade verschwänden und nie wieder gesehen würden. Als Nachweis legte er der Stadtspitze einige Anträge aus den Jahren 2020-2022 vor, die bis heute keinerlei Aufmerksamkeit aus der Verwaltung erfahren hatten. Sowohl Bert Flöck, der versicherte, seine Amtsleiter hätten den klaren Auftrag, diese Anträge zu bearbeiten, als auch Oberbürgermeister Langner konnten dieses Problem nur an- und mitnehmen und versprachen, sich mit der Lösung auseinanderzusetzen.
Den letzten thematischen Schwerpunkt bildete das Thema Räume für Vereine. Moderator Christopher Bündgen stellte die von vielen Vereinen in Güls in den letzten Jahren und Jahrzehnten wohl am häufigsten gestellte Frage an die Stadt: Wann bekommt Güls seine Vereinshalle? Er machte es noch konkreter, indem er nachhakte, inwieweit die Überlegungen vorangeschritten seien, im Zuge des KiTa-Neubaus ein Bühnenhaus an die Schulsporthalle anzubauen. Oberbürgermeister Langner betonte, man lege Wert darauf, sich mit dem KiTaNeubau nichts zu verbauen. Gleichzeitig würde man prüfen, was theoretisch möglich sei – es fehle aber weiterhin schlicht das Geld für ein solches Projekt. Aus dem Plenum wurde angeregt, die Belegung der Gülser Hallen zu prüfen und neu zu justieren. Es könne nicht sein, dass Gülser Vereine in Horchheim, Horchheimer Vereine in Lützel und Lützeler Vereine dann wieder in Güls trainierten – das geht sicher besser, so die Meinung. Eine Digitalisierung der Buchung der verfügbaren Räume in Güls könne zudem helfen, freie Kapazitäten sichtbar zu machen und Doppelbelegungen zu vermeiden.
Am Ende des Abends zeigten sich Ehrenamtliche, Stadtvorstand und Organisatoren sichtlich zufrieden. „Jeder geht heute klüger nach Hause. Ob Ehrenamtliche oder Hauptamtliche – jeder nimmt etwas für seine künftige Arbeit mit. So verbessern wir Stück für Stück die Kommunikation und damit auch die Gegebenheiten für das Ehrenamt in Güls, Bisholder und ganz Koblenz,“ hielt Organisator Christopher Bündgen am Ende des Tages fest.
Pressemitteilung
Ortsring und die Gülser Parteien
