Politik | 08.06.2022

Große Anfrage der Grünen Stadtratsfraktion ergibt:

Koblenz verfehlt Klimaziele im Wärmebereich deutlich

Ulrike Bourry. Fotos: privat

Koblenz. Vor dem Hintergrund der fortschreitenden Klimakrise und den Einschränkungen bei fossilen Energieimporten, ausgelöst durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine, hat die Grüne Ratsfraktion zur Stadtratssitzung eine Große Anfrage zum Thema Wärmenahversorgung gestellt. Die Antwort der Verwaltung macht deutlich: Koblenz hat die Klimaziele im Wärmebereich nicht im Blick und heizt nach wie vor fast ausschließlich mit fossilen Brennstoffen.

Hierzu erklärt Ulrike Bourry, Vorsitzende der Grünen Ratsfraktion: „Das Heizen mit Öl, Erdgas und Kohle verursacht rund ein Viertel der globalen Treibhausgasemissionen. Die Bilanz im vermeintlichen Energiewendeland Deutschland sieht hier ebenfalls düster aus: Noch immer werden 70 Prozent aller Heizungsanlagen mit Erdgas oder Öl befeuert. Um die Klimaziele für 2030 einzuhalten, muss der CO2-Ausstoß beim Heizen jedoch halbiert werden. Es ist daher vollkommen klar, dass wir uns auch in Koblenz ehrgeizigere Ziele setzen und vermehrt auf Fernwärme, Wärmepumpen und energetische Gebäudesanierungen setzen müssen, um schnell den Verbrauch fossiler Brennstoffe zu reduzieren.“ Die Antwort der Verwaltung macht deutlich, dass Koblenz weit von einer fossilfreien und zukunftssicheren Wärmenahversorgung entfernt ist. So heizen derzeit 92 Prozent aller privaten Haushalte mit Gas oder Öl. In der Stadt gibt es lediglich ein Fernwärmenetz im Verwaltungszentrum Koblenz II, weitere Fernwärmenetze sind nicht vorgesehen, obwohl derzeit neue Quartiere in Planung sind. Ferner ergab die Anfrage, dass in einer von der evm im Jahr 2016 entwickelten Studie dargelegt wird, wie die Stadt bis 2050 54 Prozent der CO2-Emissionen im Wärmebereich reduzieren kann. Die Studie stellt dabei insbesondere auf den Umstieg von Öl- auf Erdgasbrennwertheizungen und auf Nahwärmekonzepte ab. Dazu Dr. Ulrich Kleemann, stellvertretender Vorsitzender der Grünen Ratsfraktion: „Die Antwort der Verwaltung auf unsere Anfrage ist ziemlich ernüchternd. Wir hinken in Koblenz den Klimazielen im Wärmebereich offensichtlich meilenweit hinterher und eine Trendwende ist überhaupt nicht in Sicht. Stattdessen wird weiterhin bei Neubauprojekten mit Gasheizungen geplant. Geradezu skandalös ist, dass bis 2050 lediglich mit einer Reduktion von 54 Prozent bei den CO2-Emissionen geplant wird – da müssen wir jedoch längst auf Null sein, wenn wir die Klimaziele einhalten wollen. Wir erwarten von Stadt und evm, dass hier schnellstmöglich nachgebessert und ein neues, ambitioniertes Wärmekonzept erstellt wird.“

Pressemitteilung der

Stadtratsfraktion

Bündnis 90/Die Grünen Koblenz

Dr. Ulrich Kleemann.

Dr. Ulrich Kleemann.

Ulrike Bourry. Fotos: privat

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