Kreuzberger wehren sich gegen den Motorradlärm
Kontrollen und Lärmschutz werden gefordert
Kreuzberg. In diesen Tagen erreicht der „Lärm-Terror“ wieder seinen Höhepunkt. Autos und Motorräder, oft mit manipulierten Auspuffanlagen, rasen über die Bundesstraße 257 Richtung Nürburgring und über die Münstereifeler Straße ins Sahrtal. Das Tempolimit wird ignoriert. Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen. Der Lärm ist für Kreuzberger Bürger unerträglich. Sie können sich an den Wochenenden nicht mehr im Garten aufhalten. Touristen überlegen, ob sie Kreuzberg und seine Campingplätze in Zukunft meiden. Dabei ist der Fremdenverkehr für viele Kreuzberger die Existenzgrundlage.
Der Ortsbeirat setzt sich nun dafür ein, „dass unverzüglich entscheidende Schritte unternommen werden, diese Lärmbelästigung einzudämmen.“ Eine Unterschriftenaktion soll dem Anliegen Nachdruck verleihen. „Nur gemeinsam können wir gegen die Lärmbelästigung angehen“, heißt es in dem Aufruf zur Aktion.
Unverzüglich notwendig seien Lärm- und Geschwindigkeitsmessungen an den Wochenenden sowie technische Kontrollen der Motorräder. In anderen Regionen werde dieses Problem entschlossen angegangen: In Baden-Württemberg wurden „Horchpfosten“ entwickelt, die, für den Biker unsichtbar, den Lärm messen. Polizisten kontrollieren auffallend laute Motorräder auf technische Manipulationen. Diese „Horchpfosten“ kommen jetzt auch im Bergischen Land zum Einsatz. „Wir erwarten, dass diese Lösung auch für Kreuzberg geprüft wird.“
Darüber hinaus fordert der Ortsbeirat einen nachhaltigen Lärmschutz. Da die Straßentunnel den Motorrad-Krach massiv verstärken, müssten sie so nachgerüstet werden, dass der Schall gedämmt wird. Eine solche Ausstattung sei beim Bau aus Kostengründen unterlassen worden.
