Politik | 23.03.2016

Jungenförderung im Rhein-Sieg-Kreis

Kreisjugendamt stellt Ergebnisse eines Modellprojektes vor

v.l. Kai Sager, Kreisjugendamt, Jugenddezernent Thomas Wagner, Volker Neuhaus, Erziehungsberatungsstelle Rhein-Sieg-Kreis, und Stefan Weidmann, Landesarbeitsgemeinschaft Jungenarbeit NRW e.V.Axel Vogel

Rhein-Sieg-Kreis. „Jungen müssen als Jungen wahr- und ernst genommen werden!“ So beschreibt es der Geschlechterforscher Dr. Reinhard Winter in seinem Vorwort in der Broschüre des Rhein-Sieg-Kreises „Jungenförderung im Rhein-Sieg-Kreis“. Das ist aber leider vielfach nicht der Fall. „Jungen sind in den vergangenen Jahren vermehrt in die fachliche und öffentliche Diskussion geraten, weil sie in vielen Bereichen mit negativen Entwicklungen auffallen“, erläuterte Kreisjugenddezernent Thomas Wagner anlässlich eines Pressegespräches. „Viele Jungen sind Bildungsverlierer, sind überproportional in der Jugendhilfe vertreten, zum Beispiel bei den Heimunterbringungen, der Jugendgerichtshilfe und anderen Hilfeleistungen. Sie sind öfter mit Gewaltdelikten in Kontakt und nachlässig in der Gesundheitsfürsorge.“

Also: Anlass genug, Jungen stärker zu fördern. Aber, was gehört denn dazu? Was macht Jungen zu etwas Besonderem? Wie muss ihre Förderung aussehen? Wie kann man ihren Bedürfnissen gerecht werden? Diesen und anderen Fragen rund um das Thema „Jungenförderung“ ist das Kreisjugendamt in Kooperation mit vielen Beteiligten vor Ort im linksrheinischen Kreisgebiet nachgegangen und hat das Modellprojekt „Jungenförderung“ vor einigen Jahren gestartet. Im Rahmen des Pressegespräches hat Kreisjugenddezernent Thomas Wagner gemeinsam mit seiner Jugendamtsleiterin, Ulla Schrödl, und Vertreterinnen und Vertretern des Jugendhilfezentrums Alfter, Swisttal und Wachtberg, der Erziehungsberatungsstelle unter fachlicher Begleitung der Landesarbeitsgemeinschaft für Jungenarbeit die Ergebnisse und Erfahrungen vorgestellt, daraus abgeleitete fachliche Empfehlungen benannt und Möglichkeiten der Übertragung angestoßen.

Angelehnt an die unterschiedlichen Lebensphasen der Jungen wurden die Modellprojekte in einer Kindertagesstätte (KiTa) in Swisttal, einer Grundschule in Alfter und einem Fußballverein in Wachtberg durchgeführt. Ist in der KiTa und der Grundschule die Betreuung stark weiblich dominiert, treffen Jungen im Fußballverein häufig auf männliche Trainer. Welche Rolle sie einnehmen, wie sie mit ihren männlichen Schützlingen umgehen sollten und was sie selbst dazu tun können, um einen Ausgleich für Jungen zu schaffen, wurde in Fortbildungen und Coachings herausgearbeitet. Ebenfalls konnten Antworten gegeben werden auf spezielle Angebote, die Jungen benötigen; das fängt an bei eigenen Materialien zum Basteln und Malen, geht über zu speziellen Rollenspielen und endet in der Schule bei eigenen Leseinteressen und fachlichen Interessen.

Die Ergebnisse und die mit allen Beteiligten erarbeiteten Handlungsempfehlungen haben die beteiligten Einrichtungen nun in ihren Arbeitsalltag integriert. Die vom Kreisjugendamt dazu veröffentlichte Broschüre soll Kommunen, Einrichtungen und Vereinen die Möglichkeit geben, die Erkenntnisse für ihre eigenen Zwecke zu nutzen und zu adaptieren. Das Kreisjugendamt ist hier gerne behilflich und steht als Ansprechpartner zur Verfügung (Elisabeth Wilhelmi-Dietrich, Leiterin Jugendhilfezentrum Alfter, Swisttal und Wachtberg, Tel. (0 22 25) 91 36 51 10, und Kai Sager, Jugendpflege, Tel. (0 22 25) 91 36-51 19).

Pressemitteilung

Rhein-Sieg-Kreis

v.l. Kai Sager, Kreisjugendamt, Jugenddezernent Thomas Wagner, Volker Neuhaus, Erziehungsberatungsstelle Rhein-Sieg-Kreis, und Stefan Weidmann, Landesarbeitsgemeinschaft Jungenarbeit NRW e.V.Foto: Axel Vogel

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