Politik | 25.11.2016

Sitzung des Kreistages Mayen-Koblenz am 21. November

Kreistag ändert Abfallwirtschaftskonzept für Rasenbesitzer

100-Tage-Feststellungen durch verlässlichere Zahlen untermauert

Koblenz. Über das zum Jahresbeginn im Kreis in Kraft getretene neue Abfallwirtschaftskonzept erstattete der zentral für die Umsetzung des Konzeptes in der Kreisverwaltung verantwortliche Erste Kreisbeigeordnete Burkhard Nauroth auch als Verbandsvorsteher des Abfallzweckverbandes Rhein-Mosel-Eifel den Kreistagsmitgliedern in ihrer Aprilsitzung die 100-Tage-Bilanz mit ersten Zahlen und zog dabei bereits ein positives Resümee. Verlässlichere Zahlen avisierte Burkhard Nauroth seinerzeit für die Novembersitzung. Das Abfallwirtschaftskonzept verfolgt im Wesentlichen drei Ziele. Das erste ist ein qualitatives. Dabei geht es um die Vermeidung und Verwertung der Abfälle, eine Verbesserung der Trennung und verursachergerechtere Gebühren. Das zweite Ziel verfolgt die Abfallmengen. Gegenüber dem ersten Quartal 2015 war die Restabfallmenge um 51 Prozent zurückgegangen und die des Bioabfalls um 53 Prozent gestiegen. „Soviel Restmüll kann auf keinen Fall in Natur und Landschaft entsorgt worden sein“, war sich der Erste Kreisbeigeordnete sicher. Jetzt, nach zehn Monaten, liegen die Zahlen bei 46 Prozent Rückgang beim Restmüll und 66 Prozent Steigerung des Bioabfalls bei weiter verbessertem Trennverhalten, das dennoch weiterhin „Luft nach oben“ bietet. Die Mengensteigerung bei Papier betrug 15 Prozent und liegt heute bei 20 Prozent. Die Steigerung stimmte im April nicht mit den von den Bürgern geforderten Behältergrößen überein, weshalb im zweiten Halbjahr über mögliche finanzielle Konsequenzen nachzudenken sei. Über die Entwicklung hierzu machte der Verbandsvorsteher keine Aussage. Drittens werden auch die Kostenziele erreicht, war die seinerzeitige Einschätzung. Auch wenn die Aussage aufgrund der Kürze der Zeit noch nicht wirklich belastbar war, so konnte Burkhard Nauroth sie jetzt bestätigen. Inzwischen wurden auch 70.000 Gebührenbescheide versandt für „das komplett umgekrempelte System“. Dabei sei es lediglich zu zehn „echten“ Widersprüchen gekommen, mit denen sich der Kreisrechtsausschuss befassen müsse. Auch wenn alle Vorhersagen zum neuen Konzept stimmten und alle angestrebten Ziele erreicht werden, dominierten im Frühjahr Bürger die allgemeine Diskussion mit dem Thema Rasenschnitt, das durch Bestellung von vielfach zu kleinen weil preisgünstigeren Biotonnen schnell eskalierte. Zügig eingeführte Übergangslösungen mit 660-Liter-Behältern verliefen eher suboptimal.

Die neue Rasenschnittregelung

In Absprache mit dem Abfallzweckverband schlug die Verwaltung jetzt vor, die bestehenden und altbekannten acht Containerinseln bis zum März 2017 zu ertüchtigen und um zwei zu erweitern, an Standorten in Mayen und der Verbandsgemeinde Vordereifel. Dort könnten die Abfallfraktionen Bauschutt, Erdaushub, Laub sowie Rasenschnitt und krautartige Grünabfälle im Rahmen eines zweijährigen Modellversuchs entsorgt werden. Der Erste Kreisbeigeordnete Burkhard Nauroth sagte vor dem Kreistag, diese Lösung sei „keine Rolle rückwärts“ beim neuen Konzept sondern eine Fortentwicklung. Für die christdemokratische Fraktion begrüßte der Bürgermeister Klaus Bell die Möglichkeit der flexiblen Reaktion durch die Rekommunalisierung der Abfallwirtschaft, dankte der Verwaltung für die jetzt gefundene Lösung und signalisierte Zustimmung. Anders sah dies für die SPD-Fraktion der Maifelder Bürgermeister Maximilian Mumm. Das über Jahre entwickelte Konzept verfolge nach Mumms Aussage den ausdrücklich von den Bürgern gewünschten Grundsatz: Wer mehr Müll macht, soll mehr zahlen. Dieses Prinzip werde jetzt mit kostenlos abzugebenden Rasenschnitt teilweise ausgesetzt und zusätzlich zum Rücktausch größerer Biotonnen führen. „Irgendwer“ müsse die zweifellos anfallenden Kosten jedoch bezahlen. Zudem seien die Sozialdemokraten überzeugt, dass der zweijährige Testbetrieb künftig nicht mehr änderbar sei. Die SPD stünde weiter hinter dem Konzept. Ausgenommen davon sei lediglich dieser Teilbereich mit dem Rasenschnitt so Mumm und kündigte eine Enthaltung seiner Fraktion an. Bei der Abstimmung konnte Landrat Dr. Alexander Saftig noch 42 Stimmen zählen, nachdem er eingangs der Sitzung nur drei der 50 Kreistagsmitglieder als fehlend nannte. 31 Ja-Stimmen erhielt die von der Verwaltung vorgeschlagene Änderung des Konzeptes bei neun Enthaltungen. WEC

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Sandra Sattler: Der Zustand der L330 zwischen. Nassau und Zimmerschied ist eine absolute Katastrophe- und das nicht erst seit gestern! Wir sind wohnhaft in Hömberg und werden seit vielen Jahren mit diversen Ausreden vom LBM vertröstet.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
  • Beatrix Biskup: Ich habe Bibliotheken immer geliebt und ich freue mich über jeden Schritt den die Stadtbibliothek in Richtung Zukunft geht und über jede Veranstaltung die diese durchführen würde.
Dauerauftrag
Image Anzeige
Werbeplan 2026
Rund ums Haus
Kleinanzeigen
Doppelseite PR/Anzeigen
Titel
Maschinenbediener, Staplerfahrer
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Aushilfskraft (w/m/d)
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Expertenwissen aus erster Hand: Im Rahmen eines Infoabends gibt Dr. Tim Mödder (Chefarzt Kardiologie, internistische Intensivmedizin und Schlaganfalleinheit) Einblicke in Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten bei Herzklappenerkrankungen.  Foto: Joachim Gies | Marienhaus
2

-Anzeige-Infoabend im Krankenhaus Maria Hilf Bad Neuenahr-Ahrweiler:

Herzklappenerkrankungen früh erkennen und gezielt behandeln

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Viele Menschen kennen das Gefühl: Die Luft wird knapp, die Belastbarkeit lässt nach, vielleicht kommen Schwindel oder Unsicherheit beim Gehen hinzu. Nicht selten werden solche Beschwerden zunächst als „Alterserscheinung“ abgetan. Doch in einigen Fällen steckt eine Erkrankung der Herzklappen dahinter – eine Diagnose, die ernst genommen werden sollte. Um für das wichtige Thema...

Weiterlesen

Der Hauptbahnhof in Koblenz.  Foto:ROB
26

Aus dem Polizeibericht

Festnahme am Hauptbahnhof

Koblenz. In der Nacht zu Ostersonntag nahmen Einsatzkräfte der Bundespolizei Trier im Bereich des Bahnbetriebsgeländes am Hauptbahnhof Koblenz einen 23-jährigen deutschen Tatverdächtigen auf frischer Tat fest, als dieser Graffiti anbrachte.

Weiterlesen

Symbolbild.  Foto: ROB
23

Aus dem Polizeibericht

Hotelbrand in Cochem

Cochem. Am 08.04.2026 wurde um 13:03 Uhr ein Brand in einem Hotel in Cochem, In der Endert 2, gemeldet. Nach derzeitigem Erkenntnisstand erlitten drei Personen leichte Rauchvergiftungen. Weitere Personen befanden sich nicht mehr im Gebäude. Die Löscharbeiten dauern an und konzentrieren sich auf das Dachgeschoss des Hotels. Aufgrund der Lage am Stadtrand, in unmittelbarer Nähe zu einem Wanderweg, besteht keine Gefahr eines Übergreifens auf benachbarte Gebäude.

Weiterlesen

Dauerauftrag 2025
Hausmeister, bis auf Widerruf
Stellenanzeige
Stellenanzeige Kita
Werksverkauf Anhausen
Wohnträume - Wohnen & Garten im Blick
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
SO 2 - Wohnträume Sonderseiten, Wohnen
SO 2 - Wohnträume Sonderseiten- Modernisieren
Veranstaltung 15.April
Wohnträume
Wohnträume - Wohnen & Garten im Blick
Stellenausschreibung Hausmeister/in
Leiter/in (w/m/d)
Sonderseite Geschäftsführungswechsel