Wärmeplanung Rheinbach
Kritische Bewertung der kommunalen Wärmeplanung Rheinbach 2026
aus Rheinbach
Rheinbach. Bereits im Frühjahr wurde die kommunale Wärmeplanung den Rheinbacher Bürger*innen vorgestellt und im Ausschuss für Umwelt und Mobilität behandelt. Am vergangenen Montag den 08.06., lag sie dann dem Rat vor.
Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat die Wärmeplanung in der vorliegenden Form abgelehnt. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Die Planung sieht vor, dass Biomasse als Energieträger in einem Maße Verwendung finden soll, in dem sie nicht lokal produziert werden kann. Die dazu erforderliche Fläche ist nach Ansicht der GRÜNEN sinnvoller für die Erzeugung von Lebensmitteln zu nutzen.
Zur Nutzung von Wasserstoff als Energieträger kann aktuell keine verlässliche Aussage getroffen werden, da es an geeigneter Infrastruktur fehlt. Außerdem ist aufgrund des geringen Wirkungsgrades die Verwendung von Wasserstoff als Wärmeenergieträger unwirtschaftlich. Das wird selbst in der Wärmeplanung eingeräumt. Nach Auffassung der GRÜNEN wäre es also nur folgerichtig, Wasserstoff nicht als einen Energieträger anzusehen, auf den man sich zukünftig stützen will. Im Zielszenario der Wärmeplanung ist Wasserstoff jedoch für einige Gebäudeblöcke als Energieträger ausgewiesen.
Für eine größere Zahl an Gebäudeblöcken in Rheinbach sind Wärmenetze ausgewiesen, was grundsätzlich sinnvoll sein kann. Jedoch ist hier noch völlig unklar, woher die Wärme kommen soll und die Einrichtung eines Wärmenetzes bedarf einiger Zeit, selbst wenn es sich als umsetzbar erweisen sollte.
In den Sitzungen des Ausschusses für Umwelt und Mobilität wurde wiederholt betont, dass das Zielszenario der Wärmeplanung keineswegs eine verlässliche Auskunft über zukünftige Möglichkeiten der Wärmeversorgung darstelle – aus Sicht der GRÜNEN sollte eine Wärmeplanung jedoch ausweisen, was verlässlich erreichbar ist. Sollte sich im Laufe der Zeit ergeben, dass die Anwendung weiterer Energieträger realistisch möglich und sinnvoll wird, können diese natürlich in die Wärmeplanung eingepflegt werden. Allerdings ist aus Sicht der GRÜNEN nichts gewonnen, wenn Hausbesitzer*innen beispielsweise auf ein für ihren Gebäudeblock ausgewiesenes Wärmenetz warten, was möglicherweise niemals umgesetzt wird.
Wer sich also Gedanken darüber macht, wie die eigene Immobilie zukünftig beheizt werden kann, sollte besser nicht die kommunale Wärmeplanung als belastbaren Wegweiser zu Rate ziehen, sondern sich anderweitig beraten lassen.