Politik | 20.09.2016, 09:59 Uhr

CDU im Landtag

Kritische Bilanz in Sachen Ehrenamtskarte

Sinzig/Bad Breisig/Remagen. Die Landesregierung hat ihre Hausaufgaben in Sachen Ehrenamtskarte nicht gut gemacht. Der CDU-Landtagsabgeordnete Guido Ernst ist mit der geplanten Art Umsetzung alles andere als zufrieden und übte bei einer Fragestunde im Landesparlament scharfe Kritik: „Die Tatsache, dass man sie erst ab dem Alter von 16 Jahren erhalten kann, schließt jüngere ehrenamtlich Engagierte aus“, sagte er. Außerdem müsse man 250 ehrenamtliche Arbeitsstunden im Jahr aufweisen, um diese Karte für zwei Jahre zu bekommen. Kürzeres, aber dafür intensiveres ehrenamtliches Engagement werde also nicht berücksichtigt. Guido Ernst wörtlich.: „So bleiben die vielen Vereinsmitglieder außen vor, die vielleicht nur auf eine geringere Stundenzahl kommen, deren Arbeit für das Vereinsleben aber eine enorme Bedeutung hat.“ Dem Erhalt der Karte stehen laut Ernst zudem unnötige bürokratische Hürden entgegen. „Der oder die Ehrenamtliche muss einen Antrag stellen, dann muss der Verein die Berechtigung bestätigen, die Kommunalverwaltung muss den Antrag überprüfen und an die Leitstelle Ehrenamt der Staatskanzlei weiterleiten.

Dort wird die Karte dann ausgestellt an die Kommune geschickt, die sie an den Ehrenamtlichen oder die Ehrenamtliche ausgeben soll. Das ist viel, sehr viel Aufwand“, kritisierte der Christdemokrat. Dabei gehe es viel einfacher, führte Ernst am Beispiel des Landkreises Ahrweiler aus: „Der Kreistag hat einstimmig beschlossen, dass Vereine, je nach Größe, eine bestimmte Zahl von Ehrenamtskarten erhalten, die sie an engagierte Mitglieder tageweise, oder auch für einen längeren Zeitraum weitergeben können. Auf diese Weise haben es die Vereine selbst in der Hand, ihren Mitgliedern eine Anerkennung zukommen zu lassen.“ So, wie die Landesregierung die Ehrenamtskarte ausgestaltet habe, sei sie alles andere als ein Zugpferd für mehr ehrenamtliches Engagement.

Laut Guido Ernst darf es zudem nicht bei der Ehrenamtskarten allein bleiben. Der Abgeordnete erinnerte an ein Wahlhearing des Landessportbundes Ende Januar: „Der Tenor der Vereine war damals eindeutig. Sie wollen neben der Ehrenamtskarte vor allem eine bessere finanzielle Unterstützung.“

Getan habe sich, so Ernst, nichts: „Seit mehr als zehn Jahren ist die Landesregierung beispielsweise den Inflationsausgleich für die Sportbünde schuldig, geschweige denn, dass es mehr gibt. Die Arbeit müsse auch Spaß machen, mahnte der Landtagsabgeordnete, doch Fakt sei „dass immer mehr Vorstände nicht mehr komplett besetzt werden können. Und viele Vorstandsmitglieder beklagen zurecht die ständig anwachsende Belastung durch bürokratische Hürden und Hemmnisse. Es ist eine Gemeinschaftsaufgabe für uns alle, hier schnell Abhilfe zu schaffen“, forderte Ernst jetzt Tempo.

Pressemitteilung

Büro Guido Ernst, MdL, CDU

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