Politik | 29.04.2015

Freie und unabhängige Wähler Rhein-Sieg-Kreis

Kühn und kein Ende Der Innenminister kneift

Rhein-Sieg-Kreis. Wozu braucht es noch eine „oberste kommunale Rechtsaufsicht“, wenn sie nicht ausgeübt wird. Wozu braucht es noch einen Innenminister, der seine gesetzlichen Pflichten nicht wahrnimmt?

Diesen Eindruck vermittelt der aktuelle Bericht des Innenministers für den Kommunalausschuss des Landtages in der Causa Kühn. Dieser wurde 2010 in den Aufsichtsrat der RWE berufen und hat bisher - für jeweils vier Aufsichtsratssitzungen im Jahr - über 530.000 EURO als Aufsichtsratsvergütung erhalten. Die Frage, ob ihm oder dem Kreis dieses Geld zusteht, ist strittig.

Im RWE-Aufsichtsrat gibt es neben Kühn nach zwei andere Kommunalpolitiker: die Oberbürgermeister aus Dortmund und Mühlheim. Diese führen entsprechend der Nebentätigkeitsverordnung des Landes alle Nebeneinkünfte, die sie aus ihren Tätigkeiten in anderen Organen erhalten, an ihre Kommunen ab. Die Verordnung bestimmt, dass sie lediglich 6.000 EURO im Jahr behalten dürfen. Begründet wird die Abführung damit, da sie nicht als Privatperson, sondern aufgrund ihrer Dienststellung in die Gremien gekommen sind.

Der damalige Landrat Kühn hat dies immer bestritten und betont, dass er nicht aufgrund seiner Dienststellung, sondern unabhängig davon in den RWE-Aufsichtsrat berufen wurde und die Auszahlung der vollen Vergütung gefordert. Die damaligen FUW-Kreistagsmitglieder Maria-Luise Streng und Hermann-Josef Nöthen hatten sich im Jahre 2010 an Herrn Kühn gewandt und einen alternativen Vorschlag zur Lösung der Angelegenheit vorgetragen: Sie schlugen vor, Herr Kühn möge doch die Vergütung einem sozialen Zweck zuleiten und auf diesem Wege einer rechtlichen Auseinandersetzung entgehen.

In seiner Antwort teilte Herr Kühn mit, dass er bereits den gleichen Gedanken hatte, er jedoch rechtliche Probleme sehe, so zu verfahren.

Der amtierende Landrat Schuster hat richtigerweise, um eine endgültige Klärung herbeizuführen, den Innenminister, der die oberste Rechtsaufsicht über alle Kommunen im Land hat, gebeten, hierzu ein Machtwort zu sprechen.

Was ist das Ergebnis? Es gibt keines, der Innenminister verweigert sich. Auf die Frage, ob denn ihm nunmehr ein internes oder externes Rechtsgutachten zum Thema vorläge, antwortet der Innenminister:

„Die Landesregierung hat weder intern noch extern Rechtsgutachten zu der Problematik erstellt oder veranlasst“. Die Beauftragung solch eines Gutachten wäre seine Pflicht gewesen.

An diesem Fall zeigt sich geradezu exemplarisch der grundlegende Fehler in der Organisation der kommunalen Aufsichtsbehörden: Wenn auf Zeit gewählte Politiker für die Rechtsaufsicht zuständig sind, kann es keine wirkliche und nur an Recht und Gesetz orientierte Aufsicht geben. Der politischen Opportunität ist damit auch hier Tür und Tor geöffnet.

Pressemitteilung

der freien unabhängigen Wählergemeinschaf im Rhein-Sieg-Kreis

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Rund ums Haus
Kleinanzeige Containerdienst
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, August 2026
Sommerfest der FFW Ahrweiler, 15. – 16.08.26
Stellenanzeige
Stellenausschreibung 2026/063 Verwaltungskraft (w/m/d)
Sommerlager Dagernova
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Symbolbild.
1275

Astrologische Vorschau für die KW 34: Gesundheit, Liebe und Erfolg im Fokus bei den Sternzeichen

Sterne im Blick: Horoskop für die Woche 17. August bis 23. August 2026

Die Woche vom 17. bis 23. August bringt Bewegung in Herzensangelegenheiten, berufliche Vorhaben und die persönliche Balance. Während manche Sternzeichen spüren, dass sich eine lange vorbereitete Entscheidung endlich auszahlt, geraten andere mit Erwartungen, Zeitdruck oder unausgesprochenen Konflikten aneinander. Auch gesundheitlich zeigt sich, wo zu viel Energie verbraucht und zu wenig auf Erholung geachtet wurde.

Weiterlesen

Wer kennt diese Frau?
1097

Aufmerksame Nachbarn beobachten Frauen beim Auskundschaften von Grundstücken und Häusern

18.02.: Einbruchsserie In Heimbach-Weis: Polizei fahndet nach Verdächtigen

Neuwied. In der Karnevalszeit zwischen dem 14. und 18. Februar 2026 wurden in der Ortsrandlage von Neuwied-Heimbach-Weis drei Einbruchsversuche registriert, von denen zwei erfolgreich durchgeführt wurden. Die Einbrüche ereigneten sich in der Burghofstraße, während in der Straße Fürther Weg ein versuchter Einbruch stattfand. Hierbei wurden die Täter offenbar durch die Rückkehr der Bewohner gestört.

Weiterlesen