Politik | 27.12.2023

Folgen hoher Zugangszahlen geflüchteter Menschen: Landrat und kommunale Spitzen erörterten Lösungsansätze mit Staatssekretär Littig

Landesregierung mit positiven Signalen an den Landkreis

Auf Einladung von Landrat Achim Hallerbach traf sich der Staatssekretär im Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration Rheinland-Pfalz, Janosch Littig, mit den kommunalen Spitzen aus Landkreis, Landkreistag und Verwaltung zum Dialog über die Bewältigung der Folgen der hohen Zugangszahlen geflüchteter Menschen.  Foto: Martin Boden/Kreisverwaltung Neuwied

Kreis Neuwied. Auf Initiative von Landrat Achim Hallerbach befassten sich die kommunalen Spitzen des Landkreises Neuwied im Rahmen eines Arbeits-Gespräches mit Staatssekretär Janosch Littig im Maximilian-zu-Wied-Saal des Kreishauses mit den Folgen der hohen Zugangszahlen geflüchteter Menschen für den Kreis und erörterten Lösungsansätze zu deren Bewältigung.

Neben dem Amtschef im Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration Rheinland-Pfalz, Janosch Littig, waren die Bürgermeister der Verbandsgemeinden sowie der geschäftsführende Direktor des Landkreistages, Andreas Göbel, der Einladung von Landrat Achim Hallerbach gefolgt. An dem Austausch nahmen ebenfalls der 1. Kreisbeigeordnete Michael Mahlert und die Leitungsebenen der zuständigen Fachabteilungen teil.

Im Verlauf des mehr als zweistündigen Dialogs machten alle Beteiligten deutlich, dass der Bund aufgefordert ist, über wirkungsvolle politische Weichenstellungen nachhaltige Lösungen für die aus den hohen Zugangszahlen geflüchteter Menschen resultierenden Probleme, von denen in erster Linie Land und Kommunen betroffen sind, zu finden. „Das Limit ist erreicht, die Verbandsgemeinden unseres Landkreises sind überlastet, es gibt nahezu keine Kapazitäten mehr“, verdeutlichte Landrat Achim Hallerbach das Dilemma vor Ort und sprach zugleich von einem konstruktiven Austausch.

Es stimme ihn zuversichtlich, dass Land und Landkreis Neuwied offensichtlich eine gemeinsame Linie vertreten würden, auf der sich aufbauen lasse. Dass eine wirklich tragende Lösung allein auf gesamteuropäischer Ebene zu suchen ist, war ebenso Konsens wie der einmütige Appell, Lehren aus den Versäumnissen nach den starken Fluchtbewegungen 2015 / 2016 zu ziehen.

Gegenüber dem Staatssekretär verliehen die Verbandsbürgermeister ihre Forderung nach Planungssicherheiten und einem Orientierungsrahmen Ausdruck. Es sei unprofessionell, Jahr für Jahr „nur auf Sicht zu fahren.“ Die Fluchtaufnahme müsse als dauerhafte Aufgabe anerkannt werden, die nachhaltige Investitionsmaßnahmen durch den Bund erfordere.

In diesem Zusammenhang verwies Janosch Littig auf die Problematik, dass die Entwicklung des Fluchtgeschehens von Seiten der Landesregierung weder kalkulierbar, noch beeinflussbar sei; demgegenüber unterstützte der Staatssekretär den Wunsch der kommunalen Führungskräfte nach perspektivisch angelegten Wohnungsbauförderungsprogrammen, flexiblen Integrationsmechanismen und dem erleichterten Zugang zum Arbeitsmarkt für geflüchtete Menschen.

Aus der Praxis wussten die kommunalen Spitzen zu berichten, dass das Erlernen von Grundlagen der deutschen Sprache am besten im sinnvoll ausgestalteten Alltag und eingebunden in das neue Umfeld funktioniere. Die Sprache sei die Basis für Integration. „Um keine langen Verzugszeiten entstehen zu lassen, ist gegebenenfalls auch Improvisation gefragt, anstatt Perfektionismus zu betreiben, der keinesfalls zielführend ist“, plädierte der Direktor des Landkreistages, Andreas Göbel dafür, eine überbordende Bürokratie durch problemangepasste, flexible Verfahren zu ersetzen. Leider stehe sich der Staat zuweilen auch selbst im Weg; hier gelte es, sich auch mit dem Gedanken vertraut zu machen, dass manche Standards in vielerlei Vorgaben und Verordnungen einfach herabgesetzt werden müssten.

„Es braucht die stärkere Verzahnung der politischen Ebenen untereinander und einen reibungslosen Mechanismus aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung, in dem ein Element ins andere greift“, so der Landrat, der sich darüber freute, dass wesentliche Positionen der kommunalen Spitzen die grundsätzliche Zustimmung des Staatssekretärs gefunden haben. Achim Hallerbach: „Es war ein fruchtbarer Austausch, der von Sorge und Verständnis geprägt war und in dem man den Willen zur Suche nach gemeinsamen Lösungen erkennen konnte. Wir bleiben im Gespräch.“ Ganz im Sinne des Forschers und Entdeckers Maximilian zu Wied.Pressemitteilung der

Kreisverwaltung Neuwied

Auf Einladung von Landrat Achim Hallerbach traf sich der Staatssekretär im Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration Rheinland-Pfalz, Janosch Littig, mit den kommunalen Spitzen aus Landkreis, Landkreistag und Verwaltung zum Dialog über die Bewältigung der Folgen der hohen Zugangszahlen geflüchteter Menschen. Foto: Martin Boden/Kreisverwaltung Neuwied

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Monatliche Anzeige
Alles rund ums Haus
Container Anzeige
Stellenanzeige mehrere Stellen
Angebotsanzeige (April)
PR-Anzeige
Unterstützeranzeige
Stellenanzeige Personalsachbearbeiter/in
Empfohlene Artikel
Petra Schneider. Foto: privat
21

Kreis Ahrweiler. Am 23. April 2026 ist es wieder so weit: Der bundesweite Girls‘ Day/Boys‘ Day bietet jungen Menschen die Gelegenheit, spannende Einblicke in verschiedene Berufsfelder zu erhalten. Auch die CDU-Landtagsfraktion beteiligt sich erneut an diesem Aktionstag und lädt Schülerinnen und Schüler ein, einen Blick hinter die Kulissen der Landespolitik zu werfen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2293

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
134

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Daueranzeige
Kreishandwerkerschaft
Kreishandwerkerschaft
Anzeige "Rund ums Haus"
Innovatives rund um Andernach
Imageanzeige Dauerauftrag 04/2026
Maschinenbediener, Staplerfahrer
Rund ums Hause Mayen/Mendig
Vortrag: Arthrose des Hüft- und Kniegelenk
Ostergruß
fit für`s Alter?
First Friday Anzeige März
Stellenanzeige
Anzeige KW 14
Osteraktion
Mitarbeiter IT-Administrator
Stellenanzeige Personalreferent/in