Politik | 26.07.2023, 08:00 Uhr

BLICKwinkel – Pro und Contra im Fokus

„Letzte Generation“: Legitimer Protest oder gefährlicher Radikalismus?

In Koblenz klebten sich Mitglieder der „Letzten Generation“ auf dem Friedrich-Ebert-Ring fest.  Foto: Sarah Pischke
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Koblenz. Unter der Rubrik „BLICKwinkel – Pro und Contra im Fokus“ betrachten wir regelmäßig das Für und Wider von Themen, die uns alle bewegen. Dieses Mal geht es um die Klimaproteste der „Letzten Generation“.

Auch in Koblenz kam es kürzlich zu einer Sitzblockade durch die Klimaaktivisten: Mehrere Mitglieder der „Letzten Generation“ klebten sich auf dem Friedrich-Ebert-Ring fest, um, wie es in einer zeitgleich versendeten Pressemitteilung hieß, auf den „unzureichenden Schutz der Bevölkerung vor den lebensbedrohlichen Gefahren durch die Klimakrise“ aufmerksam zu machen. Der Protest wurde von der Koblenzer Polizei aufgelöst; die Beteiligten erwartet nun ein Strafverfahren wegen des Verdachts der Nötigung.

Aber wie sind solche Protestformen zu bewerten? Stellen sie noch ein angemessenes Mittel im demokratischen Diskurs dar oder gehen die Klimaaktivisten mit ihren Aktionen schon zu weit?

Pro: „Ziviler Ungehorsam ist durchaus angebracht“

Die Protestformen der „Letzten Generation“ sind radikal, aber eben auch notwendig, um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und Politik auf die Dringlichkeit des Klimaschutzes zu lenken. Sie rufen dazu auf, unsere kollektive Ignoranz gegenüber den drohenden Auswirkungen des Klimawandels endlich zu überwinden und aktiv zu werden!

Verkehrsblockaden oder Vandalismus sind Ausdruck der Frustration und Angst einer jungen Generation, die weiß, dass ihr die Zeit davonrennt – eine Erkenntnis, die viele Ältere noch überhaupt nicht erreicht zu haben scheint. In Anbetracht der Gefahren, die die Klimakrise für die Menschheit birgt, ist ein wenig ziviler Ungehorsam dabei durchaus angebracht.

Contra: Die Proteste verfehlen ihr Ziel

Die Methoden der „Letzten Generation“ sind nicht nur moralisch fragwürdig, sie sind vor allen Dingen auch: gesetzeswidrig. Keine Vereinigung, egal, welch hehre Ziele sie sich auf die Fahnen schreibt, steht über dem Gesetz!

Und dabei ist es nicht einmal so, dass die Mitglieder der „Letzten Generation“ ihr Ziel, Aufmerksamkeit auf den Klimawandel zu lenken, mit ihren zweifelhaften Maßnahmen auch tatsächlich erreichen würden. Ist es nicht vielmehr so, dass nach Aktionen wie der in Koblenz alle über den Protest an sich diskutieren und der Klimaschutz dabei vollkommen in den Hintergrund rückt? Die Protestaktionen sind also nicht nur gefährlich, sie machen auch gar keinen Sinn.

Wie ist Euer BLICKwinkel?

Und nun sind unsere BLICK aktuell-Leser gefragt: Wie ist Euer BLICKwinkel auf die Protestaktionen der „Letzten Generation“? Lasst uns Eure Meinung wissen – auf unseren Social Media-Kanälen, unserem Webportal www.blick-aktuell.de oder mit einem Leserbrief unter Nennung des vollen Namens und Wohnorts per E-Mail an blickwinkel@kruppverlag.de.

BA

In Koblenz klebten sich Mitglieder der „Letzten Generation“ auf dem Friedrich-Ebert-Ring fest. Foto: Sarah Pischke

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